Auto: Softwareprobleme sind immer häufiger Grund für Rückrufe

Autos sind längst rollende Computer, ohne Software geht gar nichts mehr. Da Software häufig fehlerhaft ist, ist sie immer häufiger Grund für den Rückruf eines Fahrzeugs.
Inzwischen seien Softwareprobleme der Grund für beinahe ein Viertel der Rückrufe, berichtet das US-Onlinemagazin Ars Technica(öffnet im neuen Fenster) unter Berufung auf die Anwaltskanzlei DeMayo Law, die Rückrufdaten der US-Verkehrsbehörde National Highway Traffic Safety Administration (NHTSA) aus einem Jahrzehnt ausgewertet hat.
In der zweiten Hälfte der 2010er Jahre lag demnach die Quote der Rückrufe aufgrund von Softwareproblemen meist bei rund 12 bis 13 Prozent. 2021 waren es bereits 16 Prozent (61 von 380 Rückrufen), 2022 knapp 22 Prozent (76 von 348 Rückrufen). 2023 waren Softwareprobleme der Grund bereits für 82 von 356 Rückrufen - das sind mehr als 23 Prozent.
Das zurückgerufene Auto muss nicht in die Werkstatt
Doch auch die Art und Weise, wie Rückrufe in der Automobilindustrie gehandhabt werden, änderte sich: Musste das Fahrzeug früher nach einem Rückruf in die Werkstatt, wo ein technisches Problem vor Ort behoben wurde, reicht bei einem Softwarefehler oft ein Update, das per Funk (OTA, over-the-air) verteilt wird. Häufig betroffen sind zum Beispiel Rückfahrkameras, Kollisionswarnungen oder automatische Notbremsungen, Airbags oder der Antriebsstrang.
"Die wachsende Zahl softwarebezogener Rückrufe in Verbindung mit der Möglichkeit, Probleme aus der Ferne zu beheben, könnte das Rückrufverfahren sowohl für die Hersteller als auch für die Fahrzeugbesitzer revolutionieren" , sagte ein DeMayo-Sprecher Ars Technica.
Auf der anderen Seite wird es aber auch möglich, technische Probleme mithilfe von Software zu lösen. So entwickelte Ford beispielsweise eine Softwarelösung, um eine Überhitzung von Schaltern beim Laden zu verhindern. Jaguar lieferte eine Software aus, die verhindert, dass die Akkus des I-Pace vollständig geladen werden, nachdem vollständig geladene Akkus überhitzten und in Brand gerieten.
Laut der DeMayo-Analyse sprach der US-Hersteller Chrysler die meisten Software-bedingten Rückrufe aus: Seit 2014 waren es 82, gefolgt von Ford mit 66 und Mercedes-Benz mit 60 Rückrufen. Der US-Elektroautohersteller Tesla landete mit 25 Software-Rückrufen auf dem achten Platz.



