Auto: Eine verunsicherte Branche

In Genf zeigen 180 Aussteller Auto-Neuheiten und Konzeptfahrzeuge. Was nach mehreren Rundgängen durch die Hallen auffällt: Die Branche ist hochgradig verunsichert.

Eine Analyse von Dirk Kunde veröffentlicht am
Genfer Autosalon: ohne Opel und Tesla
Genfer Autosalon: ohne Opel und Tesla (Bild: Fabrice Coffrini/AFP/Getty Images)

"Es ist kein Geheimnis mehr, dass die Hersteller heute zweimal nachdenken, bevor sie an einer Messe teilnehmen, auch an einer international anerkannten wie der unseren in Genf", sagt André Hefti, Generaldirektor des Automobilsalons. Opel ist nicht mehr dabei. Tesla spart sich das Geld für den Stand. Die Kalifornier wissen, dass sie ohnehin die Themen und Standards in der Elektromobilität setzen. Tesla macht auch keine Werbung. CEO Elon Musk ist via Twitter sowieso der erfolgreichste Kommunikator für das Unternehmen. Die frei gewordenen Flächen in Genf füllen kleine Anbieter und Tuner wie Eaton Green, Icona und GFG Style. Insgesamt sind 180 Aussteller im Autosalon vertreten.

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Was sie eint: Die Autos haben noch vier Räder. Die Unterschiede verbergen sich unter den Karossen. Die großen Marken haben eine Dreier-Kombi im Programm: Verbrenner, Plugin-Hybride und Elektroautos. Sehr vereinzelt sieht man auch Brennstoffzellen. Auf den großen Freiflächen stehen die neuen Modelle mit Benzinmotor im Vordergrund. Über den Diesel verliert man in Genf kaum ein Wort.

Auf einem abgesperrten, rotierenden Podium steht ein Konzeptauto, und versteckt in den hinteren Ecken oder in Nischen findet man die Elektroautos. Audi enthüllt beispielsweise alle paar Stunden seinen E-Tron, nachdem der neue A6 in einer Art Kinosaal vorgestellt wurde. Nah ran, so wie bei den anderen Fahrzeugen, darf man aber nicht an das Auto. Nach der Vorführung wird der Wagen wieder verhüllt.

Alle Marken bieten alles. Ein eindeutiger Trend ist beim diesjährigen Autosalon nicht auszumachen. Doch nach mehreren Rundgängen an drei Tagen wird deutlich: Die Branche ist hochgradig verunsichert. Niemand weiß, wie die automobile Zukunft aussehen wird. Keiner möchte etwas verpassen.

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Die Automobilindustrie befindet sich in der größten Umbruchphase ihrer Geschichte. Neue Antriebe, emissionsfreie Fahrzeuge, intelligente Assistenten bis hin zum autonom fahrenden Auto sind marktreif. Das wirft Fragen auf: Wenn das Auto allein fährt, wie muss der Innenraum dann aussehen? Wird das Auto zum zweiten Wohn- oder Arbeitszimmer? Wenn man nicht mehr selber fährt und ein Auto 80 Prozent der Zeit still steht, muss man dann noch eins besitzen?

In den Städten droht der Verkehrskollaps

Wenn autonome Flotten uns durch die Städte fahren, welche Rolle spielt dann noch das Logo auf der Motorhaube? Da sind die Services im Auto entscheidender, doch das ist nicht die Kernkompetenz von Autoherstellern. Die Produzenten wollen mehr Autos verkaufen, aber vor dem Verkehrskollaps in Großstädten kann uns nur eine Reduktion retten. Carsharing und Mitfahrgelegenheiten, wie sie Moia, eine VW-Tochter, anbietet, gehört die Zukunft in stau- und abgasgeplagten Städten.

Es ist eine Binsenweisheit, dass die Autohersteller ihr Know-how um Softwareentwicklung erweitern müssen. Assistenzsysteme und die Vernetzung im Fahrzeug basieren auf Datenverarbeitung. Selbst der Reifen wird intelligent. Goodyear zeigt einen Pneu mit Sensor im Inneren, der in Echtzeit Daten über das Fahrzeug an die Cloud leitet. Flottenmanager sehen nicht nur den aktuellen Reifendruck, sondern erkennen, wenn sich ein Plattfuß anbahnt, und den richtigen Zeitpunkt zum Wechseln der Reifen. Das Auto als rollender Computer - auch nicht wirklich neu.

Die größte sichtbare Veränderung in den Hallen dürften die Damen an den Autos sein: In Zeiten von MeToo und Time's Up sieht man nur noch vereinzelt stark geschminkte Models in hautengen Kleidern, die lasziv an der Motorhaube lehnen.

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d0p3fish 13. Mär 2018

Da bin ich voll bei dir. Aber vmtl. muss der Staat die Arbeitgeber erst dazu motivieren...

pointX 09. Mär 2018

Das Auto erfüllt auch wenn es "still" steht eine wichtige Funktion: ständige...

stiGGG 09. Mär 2018

Achja stimmt, der ist beim 24h Rennen gefahren, richtig? Da war ich sogar vor Ort damals.

Nifty 09. Mär 2018

Sorry, das ist Bullshit. Auch wenn man einzelne Bereiche autonom fahren kann bedeutet...

sepp_augstein 09. Mär 2018

+1



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