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Auto-Display mit ADAS im Test: Fahrassistenzhinweise zum Nachrüsten - und Genervtsein

Das Navicam CL630 von Spedal hat eine Dashcam und warnt vor bremsenden Autos und dem Verlassen der Spur. Die Idee ist gut, im Alltag hat das Auto- Display aber zu viele Macken.
/ Tobias Költzsch
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Die grafisch dargestellten Fahrassistenzhinweise des Navicam CL630 (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
Die grafisch dargestellten Fahrassistenzhinweise des Navicam CL630 Bild: Tobias Költzsch/Golem.de

Der Hersteller Spedal ist bekannt für Dashcams und zahlreiche Carplay-/Android-Auto-Displays, mit denen die Fahrsysteme von Apple und Google im Auto auf einem separaten Monitor verwendet werden können. Das jüngste Modell Navicam CL630 ist eine Kombination aus beidem; außerdem analysiert die Software den Kamerafeed der Dashcam und gibt Fahrern Hinweise beim Fahren. Das bezeichnet Spedal als ADAS(öffnet im neuen Fenster) (Advanced Driver Assistance Systems) – wir haben es ausprobiert, am Ende sind wir nicht überzeugt.

Das Modell CL630 baut auf dem Navicam CL620(öffnet im neuen Fenster) auf. Das Design ist identisch, allerdings hat die CL620 nur eine 2K- und keine 4K-Frontkamera – und kein ADAS. Bereits beim Auspacken haben wir den Eindruck, dass bei Spedal nicht allzu viel Wert auf die Präsentation gelegt wurde: Die Bestandteile der Kamera sind zwar alle ordentlich verpackt, wurden am Ende aber einfach alle in einen Karton geworfen.

Die beigefügte Anleitung zeigt, wie das Gerät montiert wird, spart sich aber Details zu den Funktionen. In der Onlineanleitung hingegen gibt es keinerlei Hinweise auf die ADAS-Funktionen. Irgendwie scheint das CL630 beim Hersteller selbst noch nicht komplett angekommen zu sein, was sich auch später bei der Software zeigen wird.

6,25-Zoll-Display mit eingebauter Dashcam

Die Haupteinheit des CL630 besteht aus einem 6,25 Zoll großen IPS-Display mit einer 4K-Kamera auf der Rückseite für Aufnahmen nach vorne. Der Bildschirm ist für ein Carplay-/Android-Auto-Display verhältnismäßig klein, weil das CL630 als Dashcam am oberen Rand der Windschutzscheibe montiert werden kann. Das hat uns in unserem Testauto zusammen mit dem Rückspiegel aber zu viel von der Sicht genommen, weshalb wir es direkt über dem Armaturenbrett im unteren Bereich installiert haben. Wir haben am oberen Rand einfach keinen sinnvollen Platz gefunden.

Dashcam des Navicam CL630
Dashcam des Navicam CL630 (01:25)

Die Montage ist problemlos, wir können das Gerät allerdings nicht um 180 Grad drehen. Dann wären die Kabelanschlüsse unten gewesen, was etwas netter aussehen würde. Spedal zufolge kann das CL630 wegen der ADAS-Funktionen nicht gedreht verwendet werden. Zumindest das Kabel für die Stromversorgung und die Rückkamera sind aber angewinkelt. Das mitgelieferte Audiokabel hat jedoch keine angewinkelten Stecker, wir haben daher ein anderes Kabel verwendet.

Spedal liefert eine Halterung mit, die mit einem abwaschbaren Klebepad befestigt wird. Die Klebefläche hält bei uns sowohl auf dem Armaturenbrett als auch an der Windschutzscheibe problemlos. Die Halterung vibriert und wackelt während der Fahrt nicht. Die Verbindung zum CL630 selbst besteht aus einem magnetischen Ring, der auch als Halterung für ein iPhone mit Magsafe dient.

Über zwei Gelenke lässt sich die Position des CL630 an der Halterung im Winkel einstellen, zur Seite neigen lässt sich das Gerät nach der Montage der Halterung aber nicht mehr. Praktisch ist die Magnethalterung, wenn wir das CL630 abnehmen und verstauen wollen. Für die Verlegung der Kabel legt Spedal ein paar Kabelclips mit Klebepads bei. Ungewöhnlich ist, dass die Stromversorgung vom Zigarettenanzünder erst zu einem GPS-Modul geht und von da aus in die Haupteinheit. Das GPS-Modul ist dem Hersteller zufolge für die ADAS-Funktionen notwendig, um die Position des Autos genauer bestimmen zu können. Auch die kleine GPS-Box können wir mit einem Klebepad befestigen. Die parallel zur Dashcam vorne auch nach hinten aufzeichnende Kamera wird über einen kleinen Klinkenstecker mit der Haupteinheit verbunden und lässt sich beispielsweise über dem Nummernschild montieren; sie ist vor Staub und Wasser geschützt.

Die Rückkamera verfügt über ein mmWave-Radar und soll Entfernungen von bis zu 5 cm erkennen. Um sie als Rückfahrkamera beim Parken verwenden zu können, muss ein zweites Kabel mit dem Rückfahrlicht des Fahrzeugs verbunden werden. Bei einigen Autos ist das relativ leicht, bei manchen wie unserer B-Klasse ist es aufwendiger. In unserem Test funktioniert die Rückfahrkamera beim Einparken gut, obwohl wir sie nicht außen am Fahrzeug, sondern im Innenraum angebracht haben. Entfernungen werden korrekt wiedergegeben, ein optional montierbarer Buzzer gibt Fahrern zu den Abständen korrespondierende Audiosignale.

ADAS erkennt Verkehrsteilnehmer und nervt

Nachdem wir das CL630 montiert haben, startet das Gerät automatisch, wenn wir die Zündung unseres Testfahrzeugs einschalten und der Stecker im Zigarettenanzünder eingesteckt ist. Dann nehmen auch die beiden Kameras ihre Arbeit auf und das ADAS steht bereit. Direkt nach dem Start erkennen wir im Videofeed auf dem Display erste Objekte, die das System erkennt.

Während der Fahrt erkennt das CL630 andere Autos, Lkw, Radfahrer und Fußgänger und gibt verschiedene Warnhinweise. Bremst beispielsweise ein Fahrzeug vor uns ab, bekommen wir eine englischsprachige Ansage, dass wir auf das Auto vor uns achten sollen. Ansagen in weiteren Sprachen gibt es nicht, die englische Ausgabe klingt zudem monoton. Stellenweise werden Sätze sehr langsam ausgesprochen, was nervt.

Die anderen Verkehrsteilnehmer werden in Grün, Gelb und Rot angezeigt – je nach Entfernung. Laufen beim Abbiegen Fußgänger über die Straße, werden wir daran erinnert, auf sie zu achten. Warten wir hinter einem Fahrzeug an einer Ampel und der Verkehr setzt sich wieder in Bewegung, werden wir darauf hingewiesen. Wer an der Ampel gerne mal träumt, wird diese Funktion zu schätzen wissen. Verlassen wir unsere Spur, wird uns auch das angesagt. Warnungen zu Autos hinter uns haben wir während unseres Tests nicht erhalten.

ADAS-Hinweise kommen auch, wenn Android Auto läuft

Um die ADAS-Hinweise verwenden zu können, müssen wir uns nicht permanent den Videofeed auf dem Monitor anzeigen lassen. Die Audio-Warnungen ertönen auch dann, wenn wir beispielsweise Android Auto aktiv haben. Dann erhalten wir aber, anders als im Videofeed, keine optischen Hinweise mehr eingeblendet.

Grundsätzlich funktionieren die ADAS-Hinweise überraschend gut, perfekt ist das System aber nicht. Zum einen werden die verschiedenen Verkehrsteilnehmer unterschiedlich gut erkannt: Radfahrer im fließenden Verkehr vor uns erkennt das CL630 für unseren Geschmack erst viel zu spät. Auch Fußgänger werden beim Fahren erst relativ spät erkannt, manche Autos ebenfalls gar nicht.

Sehr nervig ist der Spurassistent, vor allem außerhalb der Stadt: Bei der Fahrt auf der Autobahn schallen uns bei jedem Überholvorgang zahlreiche "Lane Departure" -Ansagen entgegen – erst beim Verlassen der rechten Spur, dann wieder beim Verlassen der Überholspur. Auf einer Landstraße mit etwa undeutlicher Spur am rechten Rand haben wir die Spurwarnung in einem Fall alle zehn Sekunden gehört, was uns zum Halt und Abschalten der ADAS-Funktion gebracht hat.

Leider können wir in den Einstellungen des CL630 nicht festlegen, welche ADAS-Warnungen wir erhalten wollen. So können wir etwa auf der Autobahn nicht nur den Spurassistenten deaktivieren. Wir können das ADAS nur komplett ein- oder ausschalten. Nervig ist auch, dass das CL630 nicht über eine automatische Lautstärkefunktion verfügt. Hören wir beispielsweise über Android Auto und Spotify Musik, ertönen die ADAS-Warnungen in der gleichen Lautstärke wie diese – was natürlich dazu führt, dass wir die Ansagen nicht verstehen.

Warnungen und Fahrzeug sind natürlich nicht synchronisiert

Das Problem bei einem dazugekauften System wie dem CL630 ist zudem, dass die Fahrzeugaktionen und die ADAS-Hinweise nicht synchronisiert werden. Blinken wir, um unsere Spur zu verlassen, kann das CL630 diese Situation nicht von einem versehentlichen Verlassen der Spur unterscheiden. Also kommt die Warnung immer – auch, wenn es sich um eine kontrollierte Situation handelt. Genauso bremst unser Fahrzeug natürlich bei einer Auffahrwarnung nicht, da die Systeme nicht gekoppelt sind.

Display ist zu klein und zu dunkel

Dazu kommen noch weitere, allgemeine Probleme des CL630. Das Display ist für unseren Geschmack zu dunkel. Wir nutzen es bereits bei maximaler Helligkeit, was bei Sonnenschein mit aufgesetzter Sonnenbrille trotzdem zu Erkennungsproblemen führt. Da das CL630 zudem auch eine Dashcam ist, die am oberen Rand der Windschutzscheibe montiert werden kann, finden wir den Bildschirm zu klein. Bei der Navigation mit Google Maps sind Details mitunter schwer zu erkennen – was dazu geführt hat, dass wir das Gerät im Laufe unseres Tests zweimal neu montiert haben, jedes Mal ein Stückchen näher am Fahrsitz.

Die Verbindung vom CL630 zu unserem Android-Smartphone hingegen funktioniert problemlos. Android Auto kann drahtlos verwendet werden, der Netzadapter des Bildschirms hat zusätzlich einen USB-C- und einen USB-A-Ladeanschluss mit 65 Watt – das ist praktisch. Die Verbindung zwischen CL630 und Smartphone wird schnell aufgebaut und ist in unserem Test stabil.

Trotzdem wirkt das Betriebssystem des CL630 auf uns eher hingeschludert, was wir vor allem an den fehlenden Einstellungsmöglichkeiten und der schlampigen Übersetzung ins Deutsche sehen. Das ist etwas schade, da die Bedienung an sich flüssig ist und gut auf unsere Eingaben reagiert. Ob Spedal irgendwann ein Update verteilen wird, ist unklar – bislang hat der Hersteller in den Kommentaren unter der Kickstarter-Kampagne, bei der wir das CL630 erstanden haben, nicht auf Nachfragen zu Updates reagiert.

Dashcam macht brauchbare Aufnahmen

Die Qualität der Videoaufnahmen ist in Ordnung. Vor allem die Frontkamera macht scharfe Aufnahmen, bei der Rückkamera sind Details schlechter auszumachen. Beide Kameras funktionieren auch in der Nacht ausreichend, auch dort dank der höheren Auflösung wieder mit Vorteilen bei der Frontkamera. Der Qualitätsverlust gegenüber Tageslichtaufnahmen ist aber bei beiden Kameras deutlich.

Bei bewölktem, sehr hellem Himmel bekommt aber auch die Frontkamera die Belichtung nicht mehr gut hin, der Himmel ist dann stark überbelichtet. Die umliegenden Fahrzeuge sind aber noch gut erkennbar, was der Sinn einer Dashcam ist. Das CL630 kann auch Ton mit aufnehmen, die Qualität ist aber schlecht.

Eine kurze Erklärung zur rechtlichen Situation von Dashcams in Deutschland: Deren Nutzung fällt hierzulande in eine enge, etwas schlecht definierte Grauzone zwischen DSGVO und Recht auf informationelle Selbstbestimmung. Grundsätzlich darf in Deutschland niemand gegen seinen Willen gefilmt werden. Dashcams dürfen zwar installiert werden, aber nur, wenn sie nicht "anlasslos und permanent" den Verkehr aufnehmen und speichern, wie unter anderem die Datenschutzkonferenz festgestellt hat(öffnet im neuen Fenster) . Das bedeutet, dass man nicht einfach jede Fahrt filmen und speichern darf.

Der Bundesgerichtshof hat 2018 die Verwendung von Dashcam-Aufnahmen als Beweisstück in einem Grundsatzurteil erlaubt. Die Datenschutzbehörde in Baden-Württemberg sieht den zulässigen Einsatz einer Dashcam nur dann als gegeben, "wenn erst im Falle eines Unfalls oder einer Gefahrenbremsung die Aufnahme mittels eines durch Unfallsensoren ausgelösten automatisierten Überschreibungsschutzes gespeichert werden" .

Erlaubt ist der Behörde zufolge auch das manuelle Starten der Speicherung mit einer Pre-Recording-Funktion, in der die Kamera eine gewisse Zeit im Voraus buffert. Auch die Datenschutzkonferenz erklärt, dass ein datenschutzkonformer Einsatz nur in Betracht komme, "wenn technische Möglichkeiten zum Einsatz gebracht werden, die sicherstellen, dass eine Kamera lediglich kurzzeitig anlassbezogen aufzeichnet" .

Unfallaufnahmen müssen manuell vor Überschreiben gesperrt werden

Das CL630 speichert die Aufnahmen in einer Loop-Funktion auf der Speicherkarte, die Videos werden überschrieben, wenn die Karte voll ist. Das CL630 hat keinen automatischen Überschreibungsschutz im Falle eines Unfalls: Brauchen Nutzer eine bestimmte Aufnahme, etwa die eines Unfalls, müssen sie sie über eine Schaltfläche auf dem Display manuell sperren. Das CL630 aktiviert die Kamera nicht erst dann, wenn wir beispielsweise stark auf die Bremse treten – es hat keinen Gyrosensor wie andere Dashcams.

Dass eine Dashcam Aufnahmen in einer Schleife speichert, reicht nicht, um den Punkt "anlassloses Aufzeichnen" zu entkräften. Entscheidend ist, dass Aufnahmen erst bei einem Unfall gespeichert werden – idealerweise automatisch mit Hilfe eines Gyrosensors. Den hat das CL630 nicht.

Ob die technischen Voraussetzungen bei der CL630 ausreichen, um den Datenschutzbestimmungen zu entsprechen, ist schwer zu sagen. Das scheint viele am Markt erhältliche Dashcams zu betreffen: Der Datenschutzbehörde in Baden-Württemberg(öffnet im neuen Fenster) zufolge sind die Fallbearbeitungszahlen in Sachen rechtswidriger Aufzeichnungen im Straßenverkehr seit Jahren hoch.

Problematisch dürfte beim CL630 vor allem der Umstand sein, dass die Aufnahmen nicht in einem für Nutzer nicht erreichbaren Buffer abgelegt werden, sondern einfach als Dateien auf der Speicherkarte. Dort stehen sie auch bei regelmäßigen Fahrten je nach verwendeter Speicherkartengröße für Tage zur Verfügung, auch wenn sie nicht gegen Überschreiben gesichert wurden.

Dashcam kann auch deaktiviert werden

Wer wie wir nur an den ADAS-Funktionen interessiert ist, braucht die Dashcam-Aufzeichnungen aber gar nicht – und kann die Funktion abschalten. Der einfachste Weg ist, keine Speicherkarte in das CL630 einzulegen. Dann dürften datenschutzrechtliche Bedenken ausgeräumt sein, da es nie zu einer Aufzeichnung kommt. Die ADAS-Hinweise ertönen dann immer noch, auch wenn keine Videos aufgezeichnet werden. Wer das CL630 nur als Fahrassistenzsystem und als Einparkkamera verwenden will, kann dies also problemlos tun.

Verfügbarkeit und Fazit: Spedal Navicam CL630

Das Navicam CL630 ist aktuell noch nicht erhältlich, momentan läuft die Auslieferung an die Kickstarter-Unterstützer(öffnet im neuen Fenster) . Im Handel soll das Gerät inklusive Rückfahrkamera 240 US-Dollar kosten, wir haben zwischendurch beim Hersteller(öffnet im neuen Fenster) ein Listing für 225 Euro gesehen. Aktuell kann das Gerät aber noch nicht im Onlineshop bestellt werden. In den kommenden Wochen dürfte das CL630 in den Handel kommen.

Fazit

Das Navicam CL630 von Spedal macht, was es soll: Auf dem Display können wir Android Auto oder Apple Carplay anzeigen, die Dashcam und die Kamera nach hinten nehmen Videos auf und beim Fahren bekommen wir tatsächlich passende Fahrassistenzhinweise. Wirklich überzeugend ist das CL630 aber in keinem dieser Aufgabenfelder, zudem haben wir rechtliche Bedenken bezüglich der Dashcam-Funktion.

Für ein Carplay-/Android-Auto-Display ist der Bildschirm zu klein – wir haben unsere Routen regelmäßig vor der Fahrt auf dem Smartphone gestartet und nicht über das CL630, da die Tastatur winzig ist. Zudem ist das Display zu dunkel: Bei starker Sonneneinstrahlung können wir unsere Route mit aufgesetzter Sonnenbrille kaum noch erkennen.

Für ein Fahrassistenzsystem ist das Navicam CL630 etwas zu eingeschränkt. Das liegt zum einen am unüberbrückbaren Problem der fehlenden Vernetzung zwischen Auto und ADAS-System. Bremst ein Auto ruckartig vor uns, bekommen wir zwar einen Hinweis – bremsen müssen wir aber selbst. Zum anderen sind die Hinweise mitunter nervig, vor allem der Spurhalteassistent. Den letzten Punkt könnte Spedal mit besseren Einstellungen beseitigen, was wünschenswert wäre – denn an sich funktionieren die Hinweise gut.

Für eine Dashcam ist der Funktionsumfang des CL630 etwas zu schmal, verglichen mit anderen, wesentlich preiswerteren Modellen. Es fehlen etwa ein Gyroskop, das ein automatisches Speichern der aktuellen Aufnahme im Falle eines Unfalls veranlasst, oder auch eine Bewegungserkennung, die im geparkten Zustand die Aufzeichnung bei einem Blechschaden startet. Die Qualität der Videoaufnahmen ist in Ordnung, aber auch nicht berauschend – vor allem, was die Rückkamera betrifft. Grundsätzlich haben wir unsere Bedenken, ob die Dashcam-Funktion rechtlich sicher ist, sie lässt sich aber abstellen, um nur die ADAS-Hinweise und Carplay/Android Auto zu nutzen.

Die Software an sich ist ein weiteres Problem: Wir vermissen zahlreiche Einstellungen, etwa zu den ADAS-Hinweisen. Außerdem sind die deutschsprachigen Menüs schlampig übersetzt. Auch die Anleitung ist unvollständig, was den lieblosen Eindruck verstärkt.

Das Navicam CL630 ist eine interessante Idee, vor allem die ADAS-Hinweise zum Nachrüsten. Die Warnungen funktionieren auch überraschend gut. Allerdings hat das Gesamtergebnis zu viele Macken, als dass wir es empfehlen könnten.

Für über 200 Euro gibt es wesentlich größere und qualitativ hochwertigere Carplay-/Android-Auto-Displays. ADAS-Warnungen gibt es dann nicht, aber ohne eine Vernetzung mit dem Auto selbst haben sie auch nur eingeschränkten Nutzen. Als Gesamtpaket ist das Navicam CL630 zu diesem Preis aber letztlich nicht zu empfehlen.


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