Auto Browse: Chrome bekommt KI-Agenten für automatisiertes Surfen

Google hat mit dem Rollout seines Auto-Browse-Agenten für Chrome begonnen(öffnet im neuen Fenster) . Die Funktion richtet sich an Abonnenten der AI-Pro- und AI-Ultra-Tarife, wobei beide tägliche Nutzungsgrenzen haben. Gemini-AI-Pro-Nutzer können täglich 20 automatisierte Browsing-Aufgaben ausführen lassen, AI-Ultra-Kunden 200 pro Tag. Die Funktion kommt zunächst nur in den USA.
Der Auto-Browse-Agent baut auf der bestehenden Gemini-Integration in Chrome auf, die vor einigen Monaten erschien. Nutzer greifen über den AI-Button am oberen Rand des Browserfensters auf die erweiterten Funktionen zu. Die Oberfläche zeigt jetzt standardmäßig eine Split-Screen-Ansicht statt des früheren Pop-up-Fensters.
Erweiterte Google-Integration
Die Chrome-Implementierung von Gemini ist mit Gmail, Calendar, Youtube, Maps, Google Shopping und Google Flights verbunden. Google hatte diese Integration bereits Mitte Januar hinzugefügt, kündigte sie aber erst mit dem heutigen Update offiziell an. Der Chatbot kann zudem Bilder direkt über Nano Banana verarbeiten, ohne dass Downloads und erneute Uploads nötig sind.
Auto Browse übernimmt Browser-Aufgaben, die normalerweise manuelle Eingaben erfordern – etwa das Ausfüllen von Formularen oder die Übertragung von Daten. Google basiert das System auf seinen Gemini-3-Modellen und integriert Forschungsergebnisse aus Project Mariner.
Automatisierung mit Sicherheitsgrenzen
Der Agent führt Aktionen aus, die sonst über Tastatur und Maus gesteuert werden. Er greift auf Browser-Inhalte und Tabs zu und fordert bei sensiblen Informationen wie Passwörtern eine Berechtigung an. Chrome kennzeichnet KI-gesteuerte Tabs mit einem besonderen Symbol, so dass Nutzer die automatisierte Aktivität nachverfolgen können.
Nutzer können mehrere KI-Aufgaben gleichzeitig ausführen lassen, ohne die Tabs im Vordergrund halten zu müssen. Das System sendet Benachrichtigungen, wenn Aufgaben abgeschlossen sind oder eine Nutzereingabe erfordern.
Google baute Sicherheitsmaßnahmen in Auto Browse ein, um unbeabsichtigte Aktionen zu verhindern. Wenn der Agent gebeten wird, Produkte zu recherchieren und zu kaufen, findet er die Artikel und geht bis zur Checkout-Seite, stoppt aber vor dem Abschluss der Transaktion. Nutzer müssen Käufe manuell abschließen.
Cloud-Verarbeitung wirft Datenschutzfragen auf
Auto Browse arbeitet mit Cloud-basierter Verarbeitung statt lokaler Ausführung. Seiteninhalte aus automatisierten Tabs werden zur Verarbeitung durch Gemini-Modelle an Googles Server gestreamt. Google erklärte, dies folge den bestehenden Richtlinien für Gemini in Chrome, die Websiteinformationen in der Gemini-Apps-Aktivität speicherten, wenn diese Einstellung aktiviert sei. Seiteninhalte würden " vorübergehend in Ihrem Google-Konto protokolliert ". Ob diese Daten zum Training künftiger KI-Modelle verwendet würden, ließ Google offen.
Die Preview-Phase beschränkt Auto Browse auf zahlende Abonnenten. Googles Formulierungen deuten auf eine mögliche künftige Verfügbarkeit auch für andere Nutzer hin. Der Zugang wäre aber wahrscheinlich mit restriktiven Nutzungsgrenzen verbunden.