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Auszieh-Funktion: EU droht mit Sperre von Musks KI-Chatbot Grok

Die EU-Kommission will gegen Elon Musks KI-Chatbot vorgehen, der ohne Einwilligung Nacktbilder von realen Personen erstellt.
/ Andreas Donath
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Kein Deepfake, aber so etwas kann Grok Bilder von bekleideten Frauen erstellen. (Bild: Pexels)
Kein Deepfake, aber so etwas kann Grok Bilder von bekleideten Frauen erstellen. Bild: Pexels

Die EU-Kommission bereitet nach Informationen des Handelsblatts(öffnet im neuen Fenster) Maßnahmen gegen den KI-Chatbot Grok vor. Der von Elon Musks Unternehmen xAI entwickelte Chatbot kann aus Fotos echter Personen ohne deren Zustimmung anzügliche Bilder generieren, auch von Kindern .

Diese Funktion soll nach dem Willen der EU-Kommission verschwinden. Sollte xAI der Forderung nicht nachkommen, drohe eine Sperrung des Dienstes im europäischen Wirtschaftsraum, heißt es beim Handelsblatt. Grok hatte die Funktion auf zahlende Nutzer beschränkt, doch das reichte der EU nicht aus.

Später führte xAI technische Beschränkungen ein, um zu verhindern, dass Bilder von Kindern sexualisiert werden können. Allerdings bleibt es weiterhin möglich, Fotos erwachsener Menschen ohne deren Einwilligung in sexualisierter Form darzustellen.

Andere Länder reagieren bereits mit Sperren

Während die EU noch ihre Position abstimmt, sind andere Staaten bereits weiter. Malaysia und Indonesien haben den Chatbot komplett gesperrt. Auch Großbritannien will deutlich härter gegen X vorgehen . Ein Sprecher der EU-Kommission bezeichnete die Inhalte zwar als eindeutig illegal und widerwärtig, betonte aber gleichzeitig, es sei nicht Aufgabe der Kommission, Bürgern vorzuschreiben, welche Onlinedienste sie nutzen sollten.

Die Entscheidung über konkrete Schritte gegen Grok verzögert sich offenbar aus politischen Gründen. Das Kabinett um Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hält die Entscheidung zurück, um zunächst die Reaktion auf die von US-Präsident Donald Trump angekündigten Strafzölle zu koordinieren. Das Vorgehen gegen große Social-Media-Plattformen gilt als hochpolitisch.

Unter dem Digital Services Act kann die Kommission nicht nur Geldstrafen verhängen, sondern bei schwerwiegenden Verstößen auch Sperren durchsetzen. US-Präsident Trump hat bereits mehrfach angekündigt, das DSA notfalls mit Handelssanktionen zu kippen.


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