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Auswärtiger Ausschuss: 5G-Netze kein Angriffsvektor für Industriespionage

Am Mittwoch wird im Bundestag 5G diskutiert. Ein Experte kam zu dem Ergebnis, dass die klassische E-Mail, nicht der 5G-Mobilfunk, ein Angriffspunkt für Industriespionage sei.

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Jan-Peter Kleinhans (r.) Stiftung Neue Verantwortung und François Godement, Institut Montaigne
Jan-Peter Kleinhans (r.) Stiftung Neue Verantwortung und François Godement, Institut Montaigne (Bild: Bundestag / Screenshot: Golem.de)

5G-Mobilfunknetze sind kein Angriffsvektor für Industriespionage, sondern weiterhin die klassische E-Mail. Das sagte Jan-Peter Kleinhans von der gemeinnützigen Denkfabrik Stiftung Neue Verantwortung am 13. März 2019 in einem öffentlichen Fachgespräch des Auswärtigen Ausschusses zu 5G. "Sie müssten einfacher und leichter zu komprimieren und zu hacken sein als die klassische E-Mail"

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Über den Dienst E-Mail laufe nach wie vor die wesentliche Geschäftskommunikation, hier sei überhaupt kein Rückgang feststellbar, betonte Kleinhans. "Es gibt keine Anzeichen für eine nennenswerte Zunahme der End-to-End Verschlüsselung bei der Office-Kommunikation."

Laut den Worten von Kleinhans sind "chinesische Anbieter seit den vergangenen 15 Jahren in Mobilfunknetzen, warum das auf einmal mit 5G ein Problem wird, ist völlig unklar."

Eine Störung des Mobilfunknetzes im Waffenfall, also im Krieg, sei technisch wirklich nicht trivial, sagte Kleinhans. Um Sabotage oder gar eine Abschaltung des Mobilfunknetzes zu verhindern, müsse man sich das gesamte Ökosystem angucken. "Ein Beispiel sind Kanada und Großbritannien, dort sitzt man mit den Anbietern zusammen und schaut sich alles genau an."

Das Problem geht ja nicht weg

"Wenn wir jetzt sagen, wir wollen keine chinesischen Hersteller selbst in Basisstationen, dann gehen damit die Fragen ja nicht weg. Auch in den USA wird spioniert", betonte Kleinhans. Es gebe weiter chinesische 5G-Module im Auto und in vielen anderen Verkehrssystemen.

François Godement, Senior Advisor für Asien beim Institut Montaigne, sagte, die europäischen Ausrüster aus Skandinavien, also Nokia und Ericsson, "sind nicht so perfekt wie Huawei". Huawei sei aber nicht zuverlässig, schreibe die Software schnell und nachlässig, das habe man auch in Großbritannien festgestellt. "In China ist so etwas einfach nicht so wichtig", erklärte er.

Robert Hannigan, der ehemalige Chef des britischen Geheimdiensts GCHQ, hat sich gegen einen Ausschluss chinesischer Telekommunikationsausrüster gewandt. Das britische National Cyber Security Centre (NCSC) habe bei seinen langjährigen Untersuchungen nie Beweise für bösartige chinesische staatliche Cyberaktivitäten durch Huawei gefunden. Laut Huawei kommt ein aktueller NCSC-Bericht zu dem Schluss, dass das Oversight Board einige Bereiche zur Verbesserung der Engineering-Prozesse identifiziert hat. "Wir sind dankbar für dieses Feedback und haben uns dieser Problematik angenommen. Wir werden unsere Konstruktionsprozesse und Risikomanagementsysteme weiterhin aktiv verbessern." Huawei hatte im Sommer 2018 angekündigt, 2 Milliarden US-Dollar in dem Bereich zu investieren-

Die USA versuchen in einer politischen Kampagne ihre europäischen Partner davon zu überzeugen, dass Huawei-Produkte ein Sicherheitsrisiko sind, können dafür aber keine Beweise vorlegen. Huawei wehrt sich zunehmend gegen den Druck aus den USA.



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