Australis: Neues Outfit für Firefox

Australis ist der nächste Evolutionsschritt des User Interface von Firefox und umfasst nicht nur optische Veränderungen. Zwar ist Australis nicht ganz fertig, es fehlt noch der letzte Schliff, doch kann das neue UI bereits jetzt unter Windows, Linux und Mac OS X ausprobiert werden. Die entsprechenden Änderungen wurden in den Hauptentwicklungszweig von Firefox integriert, so dass der aktuelle Nightly Build von Firefox 28 bereits im neuen Outfit kommt.

"Australis ist die schönste und detailversessenste Iteration von Firefox' visuellem Design: modern, makellos und komfortabel" , beschreibt es Madhava Enros(öffnet im neuen Fenster) , der das Designteam für User Experience bei Mozilla leitet. Den Mozilla-Entwicklern ging es darum, das Standard-Interface des Browsers zu straffen und zu vereinfachen, es aufzuräumen, auf die Dinge zu fokussieren, die Menschen heute mit dem Browser tun. Zugleich aber führt Mozilla mit Australis auch einen neuen, einfachen Weg ein, den Browser den eigenen Wünschen anzupassen.





Ganz nebenbei ist ein besseres und gut erweiterbares Interface-Modell entstanden, das Raum für neue Funktionen und Ergänzungen lässt, eine einfachere Präsentation von Erweiterungen, die nun gleichberechtigt neben den in Firefox direkt integrierten Funktionen stehen, sowie ein einheitliches Aussehen über alle von Firefox unterstützten Plattformen hinweg.
Tabs in neuer Form
Auf den ersten Blick fällt bei Australis vor allem die neue Form der Tabs auf. Mozilla setzt hier auf einen weichen, organischen Kurvenverlauf, der zu einem Markenzeichen des Browsers werden soll. Die Tabs wurden zudem weiter an den oberen Rand des Fensters gerückt, um mehr Platz für die eigentlichen Webinhalte zu schaffen.
Tabs im Hintergrund verschmelzen auch optisch mit dem Hintergrund und werden nur noch dann visuell abgegrenzt, wenn der Nutzer mit der Maus über ein Tab fährt. So soll das gerade offene Tab deutlich zu erkennen sein und ein aufgeräumter Gesamteindruck entstehen.
Diese Reduktion bei den Tabs räumt Hintergrund-Themes mehr Platz ein, so dass diese besser zur Geltung kommen sollen.
Entrümpelt und veränderbar
Darüber hinaus wurde das UI entrümpelt und die Zahl der sichtbaren Knöpfe reduziert, um es zu vereinfachen. Einige der Änderungen sind schon länger in Firefox enthalten: Der Vorwärts-Knopf wird nur noch dann eingeblendet, wenn überhaupt vorwärtsgeblättert werden kann. Der Download-Button verwandelt sich in eine Anzeige zum Download-Status, wenn gerade ein Download läuft.
Neu im aktuellen Nightly Build ist ein recht prominenter Bookmark-Knopf in Form eines Sterns rechts neben URL- und Suchfeld. Ein einzelner Klick legt die aktuelle Seite als Bookmark ab, ein zweiter Klick öffnet ein Menü, um den Eintrag zu editieren. Direkt daneben liegt ein Knopf, über den sich die Bookmarks aufrufen lassen.
Die Knöpfe sind mit ausreichend umlaufender Fläche gestaltet, so dass sie sich auch per Touch problemlos bedienen lassen. Und neben drei Knöpfen – Bookmark, Bookmark-Menü und Download -, mit denen die am häufigsten genutzten Funktionen abgedeckt sind, gibt es nur noch zwei weitere: den Home-Button und einen für das neue Firefox-Menü.
In diesem neu gestalteten Menü befinden sich oben Schaltflächen für Ausschneiden, Kopieren und Einfügen sowie Schaltflächen zum Vergrößern, Verkleinern und Wiederherstellen der Originalgröße der Webinhalte. Darunter folgt ein Block mit dreimal drei Funktionen: neues Fenster, neues privates Fenster, Seite speichern, Drucken, History, Vollbild, Suchen, Einstellungen und Erweiterungen. Am Fuß des Menüs finden sich Schaltflächen für Hilfe, Anpassung (Customize) und Beenden.
Alles lässt sich verändern
Hinter der unscheinbar wirkenden Fläche "Customize" befindet sich eine ganz entscheidende Neuerung von Australis, denn das User Interface lässt sich nun sehr leicht den eigenen Wünschen anpassen. Ein Klick auf "Customize" öffnet eine neue Ansicht, in der sich das User Interface anpassen lässt.
So können Schaltflächen wie "Datei öffnen", Entwickler, Subscribe zum Abonnieren von RSS-Feeds, Zeichensatz, Sync oder Tab Groups, die in der Standardeinstellung nicht mehr vorhanden sind, wieder in das Menü oder die Werkzeugleiste integriert werden. Dazu werden die Schaltflächen einfach per Drag-and-Drop in die Werkzeugleiste oder das Firefox-Menü verschoben. Auch die Reihenfolge der Schaltflächen kann so angepasst werden. Und das Firefox-Menü ist keineswegs auf die derzeit darin enthaltenen neun Schaltflächen begrenzt.
Darüber hinaus lässt sich jedes UI-Element entfernen oder seine Position verändern. Das gilt auch für die URL-Zeile, das Suchfeld oder die Standardsymbole der Werkzeugleiste. Die Schaltflächen für Erweiterungen stehen hier gleichberechtigt neben den fest integrierten Funktionen, und der große Freiraum in der Customize-Ansicht, der sich durch Erweiterungen mit einer Vielzahl von weiteren Schaltflächen füllen lässt, macht deutlich, dass es Mozilla mit der individuellen Anpassung des Browsers ernst ist.
Es gibt nur zwei Ausnahmen: Die Schaltfläche für das Firefox-Menü und darin die Zeile mit der "Customize-Schaltfläche" haben ihren festen Platz.
Der hier beschriebene Teil von Australis ist im aktuellen Nightly Build von Firefox enthalten, der unter nightly.mozilla.org(öffnet im neuen Fenster) für Windows, Linux und Mac OS X zum Download bereitsteht. Die Entwickler hoffen auf Rückmeldungen, die in die weitere Entwicklung des neuen UI einfließen sollen.