Australien: "Wir bauen ein Netzwerk auf 7,7 Millionen Quadratkilometern"

Der staatliche australische Betreiber NBN Co wehrt sich gegen das schlechte Abschneiden seines Netzes in Speedtest. Es gehe um mehr als MBit/s. Doch die Absage an FTTH hat das Projekt NBN weitgehend entwertet.

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Stephen Rue, Chef von NBN Co, am 16. Oktober 2019 auf dem Broadband World Forum in Amsterdam
Stephen Rue, Chef von NBN Co, am 16. Oktober 2019 auf dem Broadband World Forum in Amsterdam (Bild: Achim Sawall/Golem.de)

Das Netz von NBN Co (National Broadband Network) in Australien sei essenziell " für Wirtschaft und Erziehung und für viele Menschen auf dem Land die einzige Verbindung zu ihren Angehörigen und Freunden". Das sagte Stephen Rue, Chef von NBN Co, am 16. Oktober 2019 auf dem Broadband World Forum in Amsterdam. Es sei eine besondere Herausforderung, im sechstgrößten Land der Erde mit seiner dünnen Besiedlung "ein Netzwerk auf 7,69 Millionen Quadratkilometern zu errichten".

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Dies könne nicht einfach mit Speedtests beurteilt werden, verteidigte Rue das staatliche Projekt, das im Jahr 2009 von der damaligen Labor-Regierung mit dem Ziel gestartet wurde, 93 Prozent der Haushalte des Landes bis 2017 an ein durchgehendes Glasfasernetz anzuschließen. Als im Jahr 2013 die Liberal Party of Australia die Regierung übernahm, entschied sie, statt Fiber To The Home (FTTH) nur noch Fiber to the Premises (FTTP) zu bauen und auf den letzten Meilen weiter auf Kupfer- und Koaxialkabel und Satelliten zu setzen.

Australien hinter Kasachstan und Kap Verde

Laut dem Ookla Speedtest Global Index liegt Australien mit einer durchschnittlichen Downloadgeschwindigkeit von 35,11 MBit/s hinter Kasachstan und Kap Verde, jedoch vor Jordanien, Brasilien und Saudi-Arabien. Dieser Wert liegt weit unter der globalen durchschnittlichen Downloadrate von 57,91 MBit/s. Dieser Speedtest ist laut Rue "nicht wirklich aussagekräftig". Wichtiger sei, dass sich die Datenrate durch den Ausbau des Unternehmens in den vergangenen vier Jahren mehr als verdoppelt habe. "82 Prozent auf dem Land haben Internetzugang", sagte Rue.

Bezahlbare Zugänge, die die Kunden auch annähmen, seien wichtig, betonte er. Es gab laut Angaben von NBN Co. im September 2019 eine Anzahl von 10.283.887 "anschlussfertigen Räumlichkeiten" in Australien.

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Kritiker sagen, NBN Co verkaufe den Zugang relativ teuer an die Netzbetreiber des Landes. Der Vorsitzende des Verwaltungsrats von Telstra, John Mullen, bedauerte in dieser Woche, dass der führende Festnetz- und Mobilfunkbetreiber des Landes den Aufbau von NBN Co unterstützt habe. Die ursprüngliche Absicht der Gründung der Gesellschaft habe darin bestanden, Hochgeschwindigkeitsinternet zu wettbewerbsfähigen Preisen für diejenigen bereitzustellen, die keinen solchen Zugang haben.

Die Regierung hätte Subventionen zahlen können, um die Breitbandversorgung für einzelne Regionen und ländliche Gebiete zu verbessern, was einen Bruchteil der 50 Milliarden Dollar gekostet hätte, die NBN Co erfordere, kritisierte Mullen. "Stattdessen haben wir mit NBN Co ein staatliches Monopol geschaffen, das das Land mehr als 50 Milliarden Dollar kosten wird."

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LinuxMcBook 18. Okt 2019

Alle Glasfaserkabel, die vor Mitte der 90er Jahre verlegt wurden, wären ohnehin schon...

Aki-San 17. Okt 2019

Was ja rechnerisch irgendwo bei einer 20mbit Leitung landet.

M.P. 16. Okt 2019

Das sind dann aber viele Meilen ...



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