Australien: Veraltete Smartphone-Software mündet in Todesfall

In der australischen Stadt Sydney ist ein Einwohner gestorben, weil der Notruf mit einem Samsung-Smartphone nicht erreicht werden konnte. Das geht aus einer offiziellen Stellungnahme des australischen Telekommunikationsanbieters TPG Telecom(öffnet im neuen Fenster) hervor. Demzufolge lag die Ursache in dem Umstand, dass das für den Notruf genutzte Smartphone über eine veraltete Software verfügte.
Der Vorfall ereignete sich den Angaben nach am 13. November. An diesem Tag habe ein Einwohner Sydneys versucht, den in Australien unter der Nummer 000 (Triple Zero) erreichbaren Notruf zu wählen, heißt es. Obwohl das Netzwerk des Mobilfunkanbieters erreichbar war, konnten die Anrufe laut TPG Telecom aber nicht durchgestellt werden.
Software nicht mit Notruf kompatibel
Erste Untersuchungen ergaben, dass die fehlgeschlagenen Anrufe darauf zurückzuführen sind, dass das Samsung-Gerät des Anrufers mit einer Software betrieben wurde, "die nicht mit Triple-Zero-Anrufen im Netzwerk kompatibel war" . Samsung hatte dafür wohl ein Update bereitgestellt. Dieses war auf dem Gerät des Anrufers aber offenbar trotz einer vorherigen Warnung des Netzbetreibers nicht installiert.
TPG Telecom versichert, erst am 7. November, also wenige Tage vor dem Todesfall, eine entsprechende Warnung an Kunden mit betroffenen Geräten verschickt zu haben. "Diese Aktualisierungen sind für die Kompatibilität mit Notdiensten und den Schutz der Kundensicherheit von entscheidender Bedeutung" , schreibt das Unternehmen.
Welches Smartphone-Modell der Anrufer verwendete und was genau sich durch die genannten Updates ändert, dass der Notruf ohne Aktualisierung plötzlich nicht mehr funktionierte, geht aus der Meldung nicht hervor. Einer Supportmeldung von Samsung(öffnet im neuen Fenster) zufolge dürfte es sich aber um ein Roaming-Problem handeln, das speziell australische Nutzer betrifft.
"Australische Mobilfunkbetreiber und Samsung haben eine Reihe älterer Mobilfunkgeräte identifiziert, die keine korrekte Verbindung zu einem alternativen Mobilfunknetz herstellen können, um Notrufe zu tätigen, wenn das primäre Mobilfunknetz des Kunden nicht verfügbar ist" , heißt es darin. Auf neuere Smartphones soll das keine Auswirkungen haben, bei älteren Geräten besteht jedoch Handlungsbedarf.
Updates entscheiden über Leben und Tod
Inaki Berroeta, Geschäftsführer und CEO von TPG Telecom, riet Anwendern angesichts des Todesfalls, Smartphones mit veralteter Software dringend zu aktualisieren oder, sofern Updates nicht mehr erhältlich sind, zu ersetzen. Dies sei wichtig, um sicherzustellen, dass die Notrufnummer im Notfall immer erreichbar sei.
Ähnlich äußerte sich auch Samsung in einer von The Register veröffentlichten(öffnet im neuen Fenster) Stellungnahme. "Wir empfehlen unseren Kunden dringend, ihre Mobilgeräte mit der neuesten Software auf dem aktuellen Stand zu halten, da dies für die Aufrechterhaltung höchster Standards in Bezug auf Sicherheit und Leistung von entscheidender Bedeutung ist" , heißt es darin. Der Konzern arbeite stets mit Mobilfunkanbietern zusammen, um sicherzustellen, dass alle Geräte in jeder Notfallsituation zuverlässig funktionierten.



