Eine Simulation könnte verhindern, dass wir jetzt schon Aliens finden

Die Simulationshypothese von Nick Bostrom besagt, dass das Universum und alles in ihm, also auch wir Menschen, von einem Supercomputer einer uns weit überlegenden Intelligenz simuliert wird. Diese Intelligenz ist nicht Teil unseres Universums und zählt somit nicht zu den Außerirdischen, die wir suchen. Sie existiert auf einer übergeordneten Ebene, die für uns vermutlich nicht erreichbar ist.

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Die Simulationshypothese klingt zwar verrückt, basiert aber auf plausiblen Annahmen und objektiv nachvollziehbaren logischen Schlussfolgerungen (hier mehr zur Simulationshypothese).

Es gibt zwei primäre Beweggründe, weshalb eine höhere Intelligenz eine Simulation von Zivilisationen erschaffen und laufen lassen würde. Ein Motiv könnte das wissenschaftliche Interesse der Erforschung ihrer eigenen Vergangenheit sein. In dem Fall würde sie Startbedingungen und Regelwerke definieren, die auch zum Beginn ihrer Geschichte - oder eines Abschnitts ihrer Geschichte - existierten, und dann beobachten, was passiert. In dem Fall wäre ihre Zivilisation einst ähnlich wie unsere jetzige Zivilisation auf der simulierten Erde gewesen.

Das zweite Motiv wäre Unterhaltung, vergleichbar mit Simulationen in komplexen Computerspielen, die wir auch erschaffen.

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An dieser Stelle möchte ich eine eigene Idee vorstellen: Es ist vorstellbar, dass es eine programmierte Regel gibt, die verhindert, dass Zivilisationen auf unterschiedlichen Planeten zu früh Kontakt miteinander aufnehmen. Sei es, weil eine Phase isolierter Entwicklung von Zivilisationen simuliert werden oder verhindert werden soll, dass junge Zivilisationen zu früh in interplanetare Kriege geraten und vernichtet werden.

Ähnliche Regelwerke werden heutzutage auch bei manchen Online-Strategiespielen programmiert, um zu vermeiden, dass neue Spieler zu früh von Veteranen angegriffen und vernichtet werden. Man gibt den Neulingen eine Schonfrist. Dies kann mit Barrieren erfolgen. Die größte Barriere, die ich hier sehe, ist die Lichtgeschwindigkeit.

Die geringe Lichtgeschwindigkeit als Barriere

Die Lichtgeschwindigkeit ist eine Geschwindigkeit, die Körper mit jeglicher Masse nicht erreichen und schon recht nicht überwinden können. Laut Einstein bräuchte man unendlich viel Energie, um einen Körper auf die Lichtgeschwindigkeit zu beschleunigen, weil seine relativistische Masse mit zunehmender Geschwindigkeit zunimmt und bei Lichtgeschwindigkeit unendlich groß wird. Ein Körper mit jeglicher Masse kann nur annähernd die Lichtgeschwindigkeit erreichen. Es ist somit unmöglich, die Barriere Lichtgeschwindigkeit zu überwinden.

Betrachtet man unser Universum, so ist auffällig, dass die Lichtgeschwindigkeit ungewöhnlich gering ist. 300.000 Kilometer pro Sekunden klingen zwar schnell, doch relativ zur Größe von Galaxien oder gar des Universums ist das sehr langsam. Allein unsere Milchstraße ist so groß, dass das Licht über 100.000 Jahre für eine Reise von der einen zur anderen Seite der Galaxie bräuchte.

Die Zeiten, um selbst zu benachbarten Galaxien zu gelangen, sind in noch ganz anderen Größenordnungen angesiedelt - und überhaupt ist das Universum so groß, dass wir nur einen kleinen Teil von ihm überhaupt sehen können, nämlich den, dessen Licht uns seit dem Urknall erreicht. Die Größe des Universums und die vergleichsweise sehr geringe Lichtgeschwindigkeit könnten solch eine programmierte Barriere sein, die junge Zivilisationen eine Zeit lang davon abhält, mit anderen Zivilisationen in Kontakt zu treten.

Obwohl die Lichtgeschwindigkeit wegen der relativistischen Massenzunahme nicht überwindbar ist, gibt es möglicherweise andere Möglichkeiten, räumliche Distanzen schneller zu überwinden. Eine davon ist beispielsweise das theoretische Alcubierre-Triebwerk (Alcubierre drive), benannt nach dem mexikanischen Physiker Miguel Alcubierre.

Wie ein Warp-Triebwerk

Es funktioniert ähnlich wie das Warp-Triebwerk in der Welt von Star Trek. Das heißt, der Raum vor dem Raumschiff wird gestaucht und hinter ihm gedehnt. Dadurch verringert sich die Distanz zum Ziel und man kann es aus Sicht eines außenstehenden Beobachters mit Überlichtgeschwindigkeit erreichen, auch wenn man aus eigener Sicht im Raumschiff innerhalb der Raumverzerrung langsamer als das Licht fliegt.

Für das Alcubierre-Triebwerk benötigt man sogenannte exotische Materie. Das sind hypothetische Teilchen, die eine negative Energiedichte haben. Solche Teilchen wurden noch nicht gefunden und es ist unbekannt, ob und wie man sie herstellen könnte. Somit existiert das Alcubierre-Triebwerk nur auf dem Papier, es ist mathematisch beschrieben, aber technisch aktuell nicht realisierbar.

Es könnte die Barriere durchbrechen

Das Triebwerk ist ein theoretisches Beispiel, mit dem man die Barriere Lichtgeschwindigkeit umgehen könnte. Ob, wie und wann die Barriere praktisch umgangen werden könnte, ist für uns schwierig zu vorherzusagen. Dazu kennen wir das Programm beziehungsweise das Regelwerk der Simulation zu wenig. Das heißt, uns fehlen noch manche Kenntnisse der physikalischen Funktionsweise des Universums und unsere technologischen Fähigkeiten sind noch zu begrenzt.

Obwohl die Simulationshypothese ein anderes grundlegendes Weltbild als die aktuell gängigen Theorien der Kosmologie vermittelt, nämlich eine gezielte, intelligente Erschaffung des Universums statt eines zufällig durch den Urknall entstandenen Weltalls, so sind sie doch in vielerlei Aspekten miteinander vereinbar. Das Universum astrophysikalisch zu erforschen, ist auch im Sinne der Simulationshypothese, denn so lernt die Menschheit das Programm beziehungsweise Regelwerk besser kennen.

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 Vielleicht sind die außerirdischen Zivilisationen ausgelöscht?Fazit: Wir können hoffen, noch Außerirdische zu finden 
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Fernando-05 05. Jul 2020

Auch wenn das ganze Universum eine Simulation ist, heisst das ja nicht dass Gott alles...

Eheran 01. Jul 2020

Die Sache ist die: Bei zu hohen Energien verpufft der Großteil einfach. Da der Feuerball...

Crass Spektakel 01. Jul 2020

Es gibt einen sehr einfachen Grund warum die Erde relativ selten ist: Das Universum ist...

dbettac 01. Jul 2020

Welche der vielen Pyramiden, die es gibt, meinst Du? Jeder Stock, Stein, Baum usw. ist...

dbettac 01. Jul 2020

Das erklärt natürlich, warum wir keine millionen Jahre alten Fossilien finden. Oh, warte...



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