Ausrüster: Nokia Deutschland baut massiv Arbeitsplätze ab
Nokia Deutschland wird rund 520 Stellen reduzieren. Das gab der finnische Telekommunikationsausrüster am 15. Januar 2019 bekannt. Die Arbeitsplatzvernichtung ist Teil eines globalen Restrukturierungs- und Kostensenkungsprogramms.
Ende des Jahres 2018 hatte Nokia rund 3.500 Beschäftigte in Deutschland. Somit werden nun rund 15 Prozent der Arbeitsplätze reduziert. Der geplante Stellenabbau soll alle Nokia-Geschäftsbereiche, -Funktionen und -Standorte in Deutschland betreffen. Damit werden auch Stellen in dem angesehenen Forschungsunternehmen Bell Labs gestrichen. Die Wissenschaftler haben viele Nobel-Preise erhalten und folgen dem Anspruch, disruptive Technik zu entwickeln. Die Bell Labs haben sechs große Standorte weltweit. Als Nokia Siemens Networks im Jahr 2007 unter Beteiligung von Siemens gebildet wurde, waren es in Deutschland noch rund 13. 000 Arbeitsplätze.
Der Abbau folgt auf eine Ankündigung Nokias im vergangenen Oktober. Damals hatte das Unternehmen ein globales Programm vorgestellt, das langfristig wettbewerbsfähige Kostenstrukturen schaffen soll, mit dem Ziel, Einsparungen in Höhe von 700 Millionen Euro bis Ende 2020 zu erzielen.
Wolfgang Hackenberg, Geschäftsführer Nokia Deutschland, sagte: "Der Wettbewerb in unserer Branche findet weltweit statt und ist sehr hart, was auch Deutschland betrifft. Solche Entscheidungen sind immer schwierig."
Nokia ist von dem Handelskrieg zwischen den USA und China betroffen, weil der finnische Konzern weniger Aufträge aus China bekommt, wenn Huawei in den USA, Australien und Neuseeland zunehmend behindert und ausgeschlossen wird. Hackenberg bezeichnete im November 2018 Nokia und Huawei als einzige Ausrüster, die bei 5G ein Ende-zu-Ende-Netzwerk bauen könnten.
Nokia mache gute Fortschritte bei der Umsetzung der Strategie, leistungsstarke End-to-End-Netze zu bieten, neue Branchen und Unternehmenssegmente zu erschließen und ein eigenständiges Softwaregeschäft aufzubauen. "Bei der kommerziellen Umsetzung von 5G kommen wir gut voran und werden unsere Investitionen in diese entscheidende Infrastruktur-Technologie weiter erhöhen", sagte Hackenberg.
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