Abo
  • Services:

Ausländische Geheimdienste: BSI misstraut Vodafone

Das BSI hat Zweifel daran, ob der britische Vodafone-Konzern nicht Kundendaten aus Deutschland an ausländische Geheimdienste weitergibt. Eine Selbstauskunft Vodafones sei nicht eindeutig gewesen.

Artikel veröffentlicht am ,
GCHQ - Meister des Internets
GCHQ - Meister des Internets (Bild: Ho New/Reuters)

Das BSI (Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik) bezweifelt, ob Vodafone sich bei der Zusammenarbeit mit ausländischen Geheimdiensten an deutsches Recht hält. Das geht aus einem als Verschlusssache eingestuftem BSI-Schreiben an das Bundesinnenministerium hervor, das WDR, NDR und Süddeutscher Zeitung vorliegt. Die Behörde hatte Mobilfunkunternehmen wegen der Snowden-Enthüllungen zum Thema Datensicherheit befragt und bei Vodafones Antwort Bedenken geäußert.

Stellenmarkt
  1. Melitta Professional Coffee Solutions GmbH & Co. KG, Minden
  2. IQ-Agrar Service GmbH, Osnabrück

In dem Schreiben heißt es: "Die Selbstauskunft von Vodafone Deutschland lässt für mobile Kommunikation innerhalb des deutschen Rechtsraumes bislang keinen eindeutigen Schluss zu, ob der Zugriff auf beziehungsweise die Ausleitung von Metadaten (beispielsweis Billing Informationen) oder SMS in ausländische Rechtsräume unterbleibt."

Das Bundesinnenministerium erklärte auf Anfrage, es zweifle nicht an der Einschätzung des BSI. Vodafone betonte, es sei unverständlich, wie das BSI zu solch einer Einschätzung komme, die Vorwürfe seien nicht nachvollziehbar. Daten deutscher Kunden gebe Vodafone ausschließlich auf Grundlage des deutschen Rechts weiter.

Laut noch unveröffentlichten Dokumenten Snowdens, die die Medien einsehen konnten, hat der britische Geheimdienst GCHQ zudem mit Cable & Wireless zusammengearbeitet, das 2012 von Vodafone übernommen worden war. Der Tarnname für Cable & Wireless in den Dokumenten lautet Gerontic. Kalendereinträgen des Geheimdienstes zufolge soll es ein "gemeinsames Projektteam" von Gerontic-Mitarbeitern und Geheimdienstleuten gegeben haben. Ein interner Wochenbericht dokumentiere, dass sich Gerontic-Beschäftigte und Spione zu einer Besprechung "möglicher Einsatzrisiken" trafen, die "Gerontic identifiziert" habe. Zudem gibt es Hinweise darauf, dass ein Geheimdienstler als "integrierter Projektmitarbeiter" in das Unternehmen abgestellt worden sei. Mehrfach fänden sich in den Dokumenten auch Verweise auf Geldflüsse zwischen britischem Geheimdienst und Gerontic in Millionenhöhe.

Im Jahr 2009 sei rund 70 Prozent der ausgeleiteten Datenmenge, auf die GCHQ Zugriff hatte, über die heutige Vodafone-Tochter gelaufen. Mit Hilfe von Gerontic habe der Geheimdienst wohl auch Zugriff auf Kabel anderer Firmen erhalten. Gesammelt wurden diese Informationen für ein Programm mit dem Codenamen Incenser, das laut mehrerer NSA-Dokumente auch nach der Übernahme von Cable & Wireless durch Vodafone mindestens bis April 2013 fortgeführt wurde.

Vodafone betonte, das Unternehmen gestatte "Geheimdiensten und staatlichen Behörden in keiner Form den Zugang zu Kundendaten", es sei denn, der Netzbetreiber sei "von Gesetzes wegen dazu verpflichtet und erhalte entsprechende Aufforderungen." Es sei geprüft worden, ob bei Cable & Wireless vor der Übernahme durch Vodafone alles korrekt gelaufen sei. Es gebe "keinerlei Hinweise auf Verhalten gefunden" worden, "das den Gesetzen in Deutschland, Großbritannien und der EU widerspricht".



Anzeige
Top-Angebote

.02 Cents 21. Nov 2014

Das zentrale Problem war, das die einzige Liberalisiunerg war, das der Telekom externe...

.02 Cents 21. Nov 2014

Die These ist nicht selbstverständlich. Es muss nicht einmal mehr Aufwand sein von n...

Porterex 21. Nov 2014

Als wäre das bei der Telekom und anderen Betreibern nicht so der Fall. DIe Daten wandern...

User_x 21. Nov 2014

in deutschland hast du was das angeht etwas auswahl... verizon, BT, vodafone, at&t...

Rulf 21. Nov 2014

der muß sogar schnüffelhw des bnd in seine technik integrieren...unzwar so, daß er über...


Folgen Sie uns
       


Sonos Beam im Hands on

Beam ist Sonos' erste smarte Soundbar und läuft mit Amazons Alexa. Im Zusammenspiel mit einem Fire-TV-Gerät kann dieses bequem mit Beam mit der Stimme bedient werden. Die Beam-Soundbar von Sonos kostet 450 Euro und soll am 17. Juli 2018 erscheinen.

Sonos Beam im Hands on Video aufrufen
Krankenversicherung: Der Papierkrieg geht weiter
Krankenversicherung
Der Papierkrieg geht weiter

Die Krankenversicherung der Zukunft wird digital und direkt, aber eine tiefgreifende Disruption des Gesundheitswesens à la Amazon wird in Deutschland wohl ausbleiben. Die Beharrungskräfte sind zu groß.
Eine Analyse von Daniel Fallenstein

  1. Imagen Tech KI-System Osteodetect erkennt Knochenbrüche
  2. Medizintechnik Implantat wird per Ultraschall programmiert
  3. Telemedizin Neue Patienten für die Onlinepraxis

Cruijff Arena: Ed Sheeran singt mit Strom aus Nissan-Leaf-Akkus
Cruijff Arena
Ed Sheeran singt mit Strom aus Nissan-Leaf-Akkus

Die Johann-Cruijff-Arena in Amsterdam ist weltweit das erste Stadion, das seine Energieversorgung mit einem Speichersystem sichert, das aus Akkus von Elektroautos besteht. Der englische Sänger Ed Sheeran hat mit dem darin gespeichertem Solarstrom schon seine Gitarre verstärkt.
Ein Bericht von Dirk Kunde

  1. Energiewende Warum die Bundesregierung ihre Versprechen nicht hält
  2. Max Bögl Wind Das höchste Windrad steht bei Stuttgart

Blackberry Key2 im Test: Ordentliches Tastatur-Smartphone mit zu vielen Schwächen
Blackberry Key2 im Test
Ordentliches Tastatur-Smartphone mit zu vielen Schwächen

Zwei Hauptkameras, 32 Tasten und viele Probleme: Beim Blackberry Key2 ist vieles besser als beim Keyone, unfertige Software macht dem neuen Tastatur-Smartphone aber zu schaffen. Im Testbericht verraten wir, was uns gut und was uns gar nicht gefallen hat.
Ein Test von Tobias Czullay

  1. Blackberry Key2 im Hands On Smartphone bringt verbesserte Tastatur und eine Dual-Kamera
  2. Blackberry Motion im Test Langläufer ohne Glanz

    •  /