Immer in der virtuellen Welt

Damit verbunden ist Trend Nummer drei: Wer immer ein Stück Hardware bei sich trägt, kann jederzeit in seine virtuellen Welten eintauchen - sei es mit einer kurzen Mission in der S-Bahn oder einem schnellen Abstecher ins Auktionshaus oder Forum. Die Spielefirmen würden mittelfristig daran arbeiten, dass jeder Spieler rund um die Uhr in seiner gefühlten Spielewelt sein könne, sagt Starr Long.

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Ein weiterer Trend hängt damit zusammen: Es werde künftig immer mehr Hardware geben, mit der man immer und überall spielen kann - wie bereits jetzt mit Smartphones und Tablets, sagt Long. Das berge aber auch Risiken: Wer in virtuelle Welten eintauche, müsse auch die Möglichkeit finden, schnell wieder herauszukommen. Ein Beispiel sei Oculus Rift, wo sich die Entwickler auch darum kümmern müssten, dass Spieler trotz der völligen Abgeschlossenheit noch die Welt um sich herum wahrnehmen könnten, etwa über eine eingebaute Kamera.

Trend Developer-Demokratisierung

Angefangen hat es mit den lizenzierbaren Engines: Während Entwickler früher erst mit sehr großem Aufwand eine grundlegende Technologie schaffen mussten, fielen mit der Verfügbarkeit von Laufzeitumgebungen wie Unity oder Unreal ein paar wichtige technische Hürden. Inzwischen stellen sich laut Starr Long auch andere klassische Herausforderungen für Entwickler ganz anders dar, etwa dank Kickstarter und Schwarmfinanzierung, Hardware wie Raspberry Pi oder 3D-Druckern - nicht nur bei Spielen, sondern auch in anderen Hochtechnologiebereichen.

Eine weitere Entwicklung mit Langzeitwirkung ist nach Auffassung von Starr Long die Gamification, also das Einbauen von Spielelementen in eigentlich nicht dafür gedachte Umgebungen. Er berichtet, dass es in den USA bereits sehr erfolgreiche interaktive Lernumgebungen gebe, die konsequent auf typische Games-Erfolge und ähnliche Belohnungsanreize setzten.

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Laut Long müssen sich die Studios langfristig auch um neue Geschäftsmodelle bemühen: Die Entwicklungskosten für neue Spiele stiegen weiter, der Umsatz pro Nutzer gehe aber stetig zurück - derzeit liegt er nach seinen Angaben über die gesamte Bandbreite der Spiele bei rund einem US-Dollar pro Nutzer. Das alte Geschäftsmodell, bei dem ein Spiel 60 US-Dollar gekostet habe und damit abgesehen von Opern- oder Sporteintrittskarten das teuerste Unterhaltungsangebot gewesen sei, habe ausgedient. Ursache sei im Grunde Apple mit seinem App Store gewesen, wo Spiele anfangs noch immerhin für ein paar Dollar und dann für ein paar Cent angeboten worden seien - inzwischen ist dort ein Großteil der neuen Programme zumindest in der Basis- oder Testversion kostenlos erhältlich.

Neue Bewusstseinsebenen

Auch um neuartige Spielinhalte hat sich Starr Long Gedanken gemacht. Er ermuntert seine Branchenkollegen, mehr Experimente mit nur in Games möglichen Sinneserfahrungen zu machen. Als gelungene Beispiele nennt er Portal von Valve, wo ein faszinierender und sehr komplexer Grundgedanke über die Verschachtelung des Raums auf ganz einfache, intuitiv verständliche Art umgesetzt sei, oder das Indiegame Braid, bei dem man spielerisch eine ganz neue Erfahrung mit dem Ablauf zeitlicher Ereignisse machen könne. Long: "Wir können die Spieler mit Games dazu bringen, Sachen zu verstehen, die sie sonst vielleicht nicht so begreifen könnten."

Ebenfalls ein eher psychologischer Aspekt ist der Umgang mit den digitalen Gesellschaften und damit auch mit den multiplen virtuellen Persönlichkeiten, wie sie vermutlich schon jetzt gar nicht so weniger Spieler ausbilden - ohne, dass dies ein Problem sein muss. Starr Long fragt sich, wie Menschen und eine Branche langfristig damit umgehen, dass etwa ein Gamer im einen Moment als Held in einer Fantasywelt auftritt, im anderen aber Teil einer Casual-Game-Community ist. "Der Umgang damit bildet sich jetzt erst heraus", meint Long.

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 Starr Long: Spieletrends für die nächsten zehn Jahre
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derKlaus 08. Nov 2013

Schön zusammengefasst, wobei ich bei vielen Spielen die Erfahrung gemacht habe, dass ein...

VRzzz 07. Nov 2013

dafür gehört ihm eiskalt der Führerschein abgenommen. Handy am Ohr auf der Autobahn und...

DeathMD 07. Nov 2013

War doch nur ein überspitztes Beispiel wie ich mir das in entfernter Zukunft vorstelle...

Hotohori 06. Nov 2013

Mit dem letzten Abschnitt hat er aber recht, das sind echt tolle Spielerfahrungen...

Forkbombe 06. Nov 2013

Für mich klingt der Name wie der eines Pornodarstellers.



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