Ausblick Mars: Der Mond ist nur der Anfang für die Nasa

Anfang 2026 sollen die ersten Menschen mit der US-amerikanischen Mission Artemis II um den Mond fliegen. Das soll erst der Anfang sein. Die US-Raumfahrtbehörde Nasa bereitet sich auch auf das Leben auf dem Mars vor, hat der leitende Nasa-Explorationswissenschaftler Jacob Bleacher am 10. September 2025 auf einem virtuellen Landeplatz-Wissenschafts-Workshop zu Artemis IV(öffnet im neuen Fenster) mitgeteilt.
Bleicher sagte, dass das größere Artemis-Programm letztlich auf längere Aufenthalte auf dem Mond abzielen wird als auf die zwei- oder dreitägigen Apollo-Missionen der 1960er und 1970er Jahre. "Wir haben aus den früheren Apollo-Missionen zum Mond gelernt, aber wir sind hier auf einem anderen Weg. Wir wollen lernen, wie man fernab der Erde lebt" , so der Wissenschaftler.
Workshop zur Vorbereitung auf Artemis IV
Im Rahmen des Workshops sollten die Teilnehmer laut der Behörde lernen, die Landeplätze mit dem höchsten wissenschaftlichen Potenzial zu bewerten und zu priorisieren. In den vergangenen zehn Jahren gewannen Forschende ein besseres Verständnis des Südpol-Aitken-Beckens , in dem die Artemis-Astronauten landen werden. Dort soll es Eiswasser und andere wichtige Mineralien für künftige astronautische Mondmissionen geben.
Der Start von Artemis IV ist offiziell frühestens für das Jahr 2028 vorgesehen, allerdings in Abhängigkeit von den Fortschritten der beiden Vorgängermissionen. Während bei Artemis II die vier Astronauten nur einen Rundflug um den Mond machen, sollen bei Artemis III bereits zwei Astronauten auf dessen Oberfläche landen.
Bei Artemis IV sollen die Astronauten sechs Tage auf der Mondoberfläche verbringen, Mondbodenproben einsammeln und zur Erde zurückbringen. Zudem sollen sie Daten mithilfe von Beobachtungen und Missionsinstrumenten sammeln und bis zu vier Mondspaziergänge absolvieren. Diese sollen sich auf bis zu zwei Kilometer Entfernung von Landefähre erstrecken.
Langfristige Partnerschaften für die Mondnutzung gewünscht
Doch die Wahl eines geeigneten Landeplatzes wird einige Zeit dauern. Bleacher wünscht sich nicht nur eine Infrastruktur für längere Mondmissionen. Es soll auch Anreize für die kommerzielle Industrie geben, langfristig mit der Behörde zusammenzuarbeiten.
Durch die hohen Kosten und Herausforderungen von Mondmissionen sucht die Nasa weiterhin nach Partnerschaften in der US-amerikanischen Industrie sowie mit internationalen Raumfahrtagenturen.
"Wir überlegen, was wir – die Nasa, die Regierung der Vereinigten Staaten – machen müssen, um solche Partnerschaften zu finden und zu fördern, damit wir wirklich eine längerfristige Präsenz auf dem Mond entwickeln können, vielleicht sogar eine permanente Präsenz" , so Bleacher. "Was können wir anbieten, um dort Fuß zu fassen? Was treibt die Entwicklung einer Mondwirtschaft wirklich an? Wer will dort sein und wer will dort arbeiten?"
Mond als Sprungbrett zum Mars
Letztlich soll das Artemis-Programm die Astronauten der Nasa und die internationalen Partner nur auf ein weiteres Ziel vorbereiten: die astronautische Erkundung des Mars.
Da die Reise zum Roten Planeten jedoch einige Monate – und nicht Tage wie zum Mond – in Anspruch nimmt, müssen noch einige technische Hürden überwunden werden. Wie es sich auf dem Mars lebt, wird dagegen bereits heute in analogen Missionen erprobt, wie sie im Oktober 2025 von der Nasa wieder gestartet werden.
Doch nicht nur die Amerikaner wollen zum Mars. Auch die Chinesen planen eine astronautische Mission. Damit gibt es nicht nur ein Wettrennen zum Mond zwischen China und den USA , sondern auch eines zum Mars – eigentlich sogar zwei: Das eine Wettrennen dreht sich um die Mars sample-return mission , eine Probenrückführungsmission , das andere um die erste astronautische Marslandung .



