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Ausbildung: Bundeswehr plant Drohnenkurse für alle Rekruten

Ab Mai sollen alle Rekruten der Bundeswehr dieselbe Grundausbildung durchlaufen – inklusive Drohnenkurs. Doch es fehlt an Ausbildern.
/ Andreas Donath
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Drohne (Symbolbild) (Bild: Pexels)
Drohne (Symbolbild) Bild: Pexels

Rund 75.000 junge Deutsche haben in den vergangenen Wochen Post vom Verteidigungsministerium erhalten. Per Anschreiben wurden sie aufgefordert, online anzugeben, ob sie sich vorstellen könnten, den neuen freiwilligen Wehrdienst zu absolvieren. Männer müssen, Frauen können den Fragebogen beantworten.

Gut die Hälfte der angeschriebenen Männer hat den Online-Fragebogen bereits ausgefüllt. Rund jeder Vierte bekundete zumindest grundsätzliches Interesse an einem Dienst bei der Truppe. Im Ministerium wird das als ermutigendes Signal gewertet, wie der Spiegel berichtet(öffnet im neuen Fenster) .

Den Plänen zufolge sollen schon 2026 bis zu 20.000 Rekruten einen Dienst von sechs oder zwölf Monaten absolvieren. Eine interne Weisung von Generalinspekteur Carsten Breuer und Staatssekretär Nils Hilmer macht deutlich, welche Voraussetzungen dafür erfüllt sein müssen: Die Bundeswehr brauche ausreichende Ausbildungskapazitäten – ohne die Einsatzbereitschaft der aktiven Verbände zu gefährden.

Ausbilder als Mangelware

Schon jetzt gelten Ausbilder in der Bundeswehr als knappe Ressource. Bestimmte Trainings müssen regelmäßig abgesagt oder verschoben werden. Das interne Papier mahnt "innovative Ansätze zur Stärkung der Ausbildungskapazitäten" an. Eine einseitige Aufwertung des neuen Wehrdienstes zulasten der Einsatzbereitschaft sei "nicht zielführend" , zitiert der Spiegel.

Einheitliche Grundausbildung ab Mai

Ab dem 1. Mai 2026 sollen alle Teilstreitkräfte dieselbe Grundausbildung anbieten. Bisher hatten Heer und Luftwaffe die ersten zwölf Wochen jeweils auf ihre eigenen Bedarfe zugeschnitten. Mit diesem Flickenteppich soll laut der Weisung ab dem Frühsommer Schluss sein. Als gemeinsames Fundament rückt der Heimatschutz in den Vordergrund, der begründet wird mit der Fokussierung auf Landes- und Bündnisverteidigung. Die Teilstreitkräfte wehrten sich dem Vernehmen nach lange gegen diese Vereinheitlichung, am Ende entschied das Ministerium.

Drohnenkurs für jeden Soldaten

Auf dem Lehrplan der ersten zwölf Wochen stehen neben Sturmgewehrausbildung und Gefechtsdienst auch Grundlagen des militärischen Wachdienstes sowie Kenntnisse zum Schutz vor biologischen und chemischen Kampfstoffen. Neu hinzu kommt eine Grundausbildung im Fliegen von Drohnen und in der Abwehr feindlicher unbemannter Fluggeräte. Damit will die Bundeswehr ihren Rückstand bei dieser Technologie aufholen. Außerdem soll jeder Rekrut auf einen zivilen Krisenfall vorbereitet werden, berichtet der Spiegel

Reserve als strategisches Ziel

Das Kalkül dahinter ist klar: Selbst wer nur sechs Monate dient, soll anschließend als Heimatschützer für Reservedienste zur Verfügung stehen. Deutschland will die Nato-Anforderungen mit rund 265.000 aktiven Soldaten und einer stehenden Reserve von weiteren 200.000 Männern und Frauen erfüllen.

Um das zu erreichen, sollen künftig auch Mannschaftssoldaten als Ausbilder eingesetzt werden. Reservisten sollen mit einer Verpflichtungsprämie von bis zum Dreieinhalbfachen des Anfangsgehalts gewonnen werden. Berufssoldaten wiederum sollen durch bessere Karrierechancen zur Ausbildertätigkeit motiviert werden. Die Weisung hält fest: Dem Aufbau von Ausbildungsressourcen komme "höchste Bedeutung" zu. Ohne rasche Aufstockung des Personals dürfte der neue Wehrdienst in der geplanten Form kaum umsetzbar sein.


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