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Die Realität sieht anders aus

Würde der Entwurf so umgesetzt, könnte das neben dem Ausbau der Erneuerbaren auch den Stromnetzausbau erheblich bremsen, denn die Realität ist eine andere.

Aktuell sind die Netze noch nicht bereit, um den günstigen Strom auch dorthin zu transportieren, wo er gebraucht wird. Ohne schnellen Netzausbau gelingt dies nicht und gelingt die gesamte Energiewende nicht. Die funktioniert nur, wenn massive Überproduktionen weitertransportiert werden können, um sie zu speichern. Ob in Batterien, Pumpspeicherwerken, Wasserstoff oder E-Fuels, sei dahingestellt.

Dazu bleibt das Angebot an Speichermöglichkeiten noch überschaubar. Diese werden zwar bereits geplant und ein Kostenvorteil wird ihnen ebenfalls bescheinigt . Aber bis der tatsächliche Bedarf, der sich im Bereich Hunderter Gigawattstunden bewegt, gedeckt werden kann, wird es noch dauern, tendenziell bis weit nach 2030.

Der Autor meint dazu:

Einfach abzuwarten, bis am Markt das entsprechend günstige Angebot für Speicher vorliegt, kann sich niemand leisten. So wird die Energiewende verzögert oder komplett verschlafen, die andernorts (und mit Erfolg) schon deutlich weiter ist. Das Kernproblem von Windkraft und Photovoltaik ist seit jeher, dass der überwiegende Teil der Investitionen schon vor Inbetriebnahme getätigt werden muss. Bei einem zusätzlichen Speicher gilt das doppelt.

Für eine günstige Finanzierung muss der Staat, also am Ende auch der Verbraucher, eine Sicherheit bieten, damit die niedrigen Erzeugungskosten aus Wind und Sonne auch wirklich auf der Stromrechnung ankommen. Jetzt beim Ausbau von Netz und erneuerbaren Energie zu sparen, dürfte dagegen genau das Gegenteil bewirken.

Vergleichsweise preiswerte Gaskraftwerke zu bauen, sie mit klimaschädlichem, importiertem Gas betreiben und damit Strompreisspitzen ausnutzen, was hohe Gewinne generiert, sowie die Betreiber dafür zu bezahlen, dass sie die Kraftwerke lediglich als Reserve vorhalten, kann kaum die Lösung sein. Auch Katherina Reiche würde das wohl als ineffizient bezeichnen.


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