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Aus für Online-Prüfungen: Wirtschaftsprüferverband kapituliert vor KI-Betrügern

Der Buchhalterverband Acca streicht ab März 2026 Remote-Prüfungen: KI-gestützte Schummelmethoden entwickeln sich schneller als Sicherheitssysteme.
/ Andreas Donath
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Online-Schummeln (Bild: Pexels)
Online-Schummeln Bild: Pexels

Der weltweit größte Berufsverband für Wirtschaftsprüfer beendet Remote-Prüfungen, weil technische Schutzmechanismen nicht mehr mit immer raffinierteren Betrugsmethoden Schritt halten können. Die Acca, die global 257.900 Mitglieder vertritt, wird ab März von Kandidaten verlangen, Prüfungen persönlich vor Ort abzulegen – Ausnahmen gibt es nur noch in Extremfällen, berichtet die Financial Times(öffnet im neuen Fenster).

Geschäftsführerin Helen Brand verwies auf wachsende Belege dafür, dass Online-Überwachungssysteme gegen moderne Betrugstechniken wirkungslos geworden sind. Eine Remote-Aufsicht wurde ursprünglich während der Pandemie eingeführt, um die berufliche Zertifizierung während der Lockdowns aufrechtzuerhalten. Die rasante Entwicklung künstlicher Intelligenz schuf jedoch neue Herausforderungen.

KI-Tools ermöglichen neue Formen des Fehlverhaltens

Die interne Überwachung der Acca deckte besorgniserregende Muster bei ihren mehr als 500.000 Studenten auf. Ein Prüfungskandidat beschrieb der Financial Times, wie ein Kommilitone Prüfungsfragen fotografierte und während der Prüfung an einen KI-Chatbot zur Beantwortung übermittelte.

Einige Berufsverbände wie das Institute of Chartered Accountants in England and Wales und das Institute of Chartered Accountants of Scotland böten weiterhin Online-Prüfungsoptionen an, so die Financial Times.

Online-Prüfungen gehen zurück

Im IT-Bereich schaffte die ISC2 (die für die Zertifizierungen CISSP, SSCP und CCSP zuständig sind) Online-Prüfungen nach zwei Pilotprogrammen in den Jahren 2021-2022 komplett ab. Der offizielle Grund: "Weit verbreitete unregelmäßige Prüfungsergebnisse, klare Verstöße gegen die Regeln für die Durchführung von Prüfungen und nachgewiesene Versuche, bei Prüfungen zu schummeln." Der Vorstand meinte(öffnet im neuen Fenster), dass Fernprüfungen ein "unnötiges Risiko für den Ruf und die Integrität" der Zertifizierungen darstellen.

Das Project Management Institute behält Online-Tests für seine PMP-Zertifizierung(öffnet im neuen Fenster) bei, sperrt aber Kandidaten, die gegen Sicherheitsregeln verstoßen, dauerhaft von künftigen Remote-Prüfungen.

Comptia und AWS bieten weiterhin Remote-Prüfungen an, verbieten aber ausdrücklich KI-Nutzung in Vereinbarungen und verstärkten die forensische Analyse. Comptias Bedingungen(öffnet im neuen Fenster) verbieten die Verwendung von KI-Software zur Generierung oder Nachbildung von Prüfungsinhalten.

Eine Studie der University of Reading(öffnet im neuen Fenster) ergab, dass 94 Prozent der KI-generierten Prüfungsantworten unentdeckt blieben und im Durchschnitt eine halbe Note besser abschnitten als authentische Studentenarbeiten.


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