Aurora OS: Huawei will russisches Sailfish OS auf Tablets installieren

Huawei könnte zur kommenden Volkszählung in Russland bis zu 360.000 seiner Tablets mit dem russischen Betriebssystem Aurora OS ausstatten. Entsprechende Gespräche sollen aktuell zwischen dem chinesischen Hersteller und dem russischen staatlichen Telekommunikationsunternehmen Rostelekom laufen, wie Reuters berichtet(öffnet im neuen Fenster) .
"Dies ist ein Pilotprojekt" , zitiert Reuters eine mit dem Vorgang vertraute Quelle. "Wir sehen den Vorgang als erste Stufe, das russische Betriebssystem auf Huawei-Geräte zu bringen."
Im Kern ist Aurora OS eigentlich kein russisches Betriebssystem: Die Software ist eine von Rostelekom weiterentwickelte Lizenzversion von Sailfish OS. In den vergangenen Jahren hat sich das finnische Unternehmen Jolla darauf konzentriert, Lizenzen für sein Betriebssystem zu vergeben, unter anderem auch an staatliche Stellen in Russland. Dort wird die Grundversion der Software für den benötigten Einsatzzweck weiterentwickelt. Aurora OS ist für russische Unternehmen gedacht und nicht auf dem freien Markt verfügbar.
Generalisierung des Vorgangs ist schwierig
Inwieweit Aurora OS oder generell Sailfish OS eine Alternative für Huawei angesichts des immer noch nicht beendeten US-Boykotts ist, ist schwer einzuschätzen. Der Vorteil an Sailfish OS dürfte sein, dass es wenig Angriffsfläche für entsprechende Sanktionen bietet, sofern diese weitergeführt werden. Der Kern des Systems wird in Finnland entwickelt, der verwendete Android-Container basiert auf AOSP.
Angesichts des kürzlich vorgestellten Harmony OS könnte sich Huawei jedoch eher auf dessen Entwicklung konzentrieren. Denkbar ist, dass es sich bei dem Auftrag aus Russland um einen einmaligen Vorgang handelt und die Wahl nur deshalb auf den Sailfish-OS-Fork gefallen ist, weil Russland die Software bereits selbst verwendet.



