Zum Hauptinhalt Zur Navigation

Augsburg: Fujitsu Deutschland macht alles dicht

Fujitsu will seine gesamte Fertigung außerhalb Japans schließen. In Deutschland ist der Standort in Augsburg komplett betroffen.
/ Achim Sawall
73 Kommentare News folgen (öffnet im neuen Fenster)
Die Fertigung von Fujitsu in Augsburg (Bild: Fujitsu)
Die Fertigung von Fujitsu in Augsburg Bild: Fujitsu

Fujitsu will deutschlandweit 1.800 Arbeitsplätze abbauen und den Standort Augsburg schließen. Das gab der japanische Elektronikkonzern am 26. Oktober 2018 bekannt. Das Unternehmen plant demnach, die Aktivitäten in den Bereichen Produktentwicklung, Fertigung und Logistik in Deutschland auslaufen zu lassen und seine Niederlassung Augsburg bis spätestens September 2020 vollständig zu schließen.

Fujitsu wolle sich stärker auf Technologien wie künstliche Intelligenz und Blockchain sowie branchenspezifische Lösungen orientieren und sich vom reinen Produktgeschäft hin zu Services wandeln. Der Konzern zentralisiere Forschung und Entwicklung, Beschaffungswesen und Fertigung für sein Produktgeschäft in Japan.

Fujitsu-Zentraleuropachef Rupert Lehner betonte, basierend auf der starken Präsenz in Deutschland, dem Betrieb von Rechenzentren und langjährigen Partnerschaften mit Microsoft und SAP plane Fujitsu auch, in neue Arbeitsplätze in Wachstumsbereichen in Deutschland zu investieren.

Michael Leppek, 1. Bevollmächtigter der IG Metall Augsburg, erklärte(öffnet im neuen Fenster) : "Wir fordern den Erhalt des Augsburger Standortes. Diese Schließungsankündigung ist ein Schlag ins Gesicht der Betroffenen und aller, die sich seit Jahren für den Standort einsetzen. Wir werden für diesen Standort kämpfen. Die IG Metall wird darüber hinaus zusammen mit den Beschäftigten den Protest auch in die Öffentlichkeit tragen."

Bayerns IG-Metall-Chef Jürgen Wechsler sagte: "Das geht an die Substanz des Wirtschaftsstandortes. Nach der angekündigten Schließung des Ledvance-Werkes ist das binnen kurzer Zeit der zweite schwere Schlag für Augsburg und die Region."

Von sofortigen Arbeitskampfmaßnahmen, wie von einem Teil der Beschäftigten gefordert, war jedoch keine Rede. Die Arbeitnehmervertreter würden nun zusammen mit der IG Metall die Gespräche mit der Arbeitgeberseite aufnehmen und in den kommenden Wochen mit Sachverständigen das weitere Vorgehen beraten, erklärte die Gewerkschaftsführung.


Relevante Themen