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Augmented Reality: Magic Leap soll 10 Milliarden US-Dollar wert sein

Und deswegen prüft Magic Leap nun, ob es einen Käufer findet.
/ Marc Sauter
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Magic Leaps One Creator Edition (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
Magic Leaps One Creator Edition Bild: Martin Wolf/Golem.de

Magic Leap soll derzeit die Möglichkeit untersuchen, sich zum Kauf anzubieten. Das berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg(öffnet im neuen Fenster) unter Berufung auf mit dem Thema vertraute Personen. Laut diesen soll der Marktwert von Magic Leap auf über zehn Milliarden US-Dollar geschätzt worden sein, ein Gespräch mit Facebook war offenbar nicht erfolgreich.

Bisher hat Magic Leap mehr als 2,6 Milliarden US-Dollar an Investitionskapital erhalten, zu den Geldgebern gehören unter anderem Alibaba, Google und Qualcomm. Mit dem Magic Leap One (Test) gibt es eine 2.300 US-Dollar teure AR-Brille des Herstellers, welche sich primär an Entwickler und Partner richtet – und sich nur sehr schleppend verkauft. In Deutschland ist das Magic Leap One nicht verfügbar, einzig in den USA.

Die AR-Brille selbst bezeichnet Magic Leap als Lightwear, sie ist per Kabel mit dem Lightpack verbunden, darin steckt die eigentliche Rechenleistung. Dadurch fällt die One mit rund 320 Gramm viel leichter aus als die Hololens mit knapp 600 Gramm. Die Position im Raum wird von der AR-Brille per Infrarotkamera erfasst, also Inside-Out-Tracking. Das von Magic Leap entwickelte Verfahren funktioniert gut, der 6DoF-Controller der AR-Brille nutzt magnetisches Tracking und ist weniger präzise.

Magic Leap One Creator Edition ausprobiert
Magic Leap One Creator Edition ausprobiert (01:33)

Alles, was näher als etwa 40 cm vom Gesicht entfernt ist, wird ausgeblendet, erst danach zeigt die Magic Leap eine von zwei Fokusebenen. Je nach Distanz wechselt die AR-Brille sporadisch zwischen den beiden, was ein ständiges Springen zwischen scharfer und unscharfer Darstellung zur Folge hat – nervig. Generell fällt auf, dass die getönten Gläser sehr viel Umgebungslicht schlucken. Das sorgt für bessere Kontraste bei den virtuellen Objekten und verhindert eine stärkere Artefaktbildung wie Regenbogeneffekte.

Für die beiden Fokusebenen musste Magic Leap pro Auge gleich sechs hauchdünne Wellenleiter hintereinander platzieren, also je zwei für die drei Farben (RGB). Das eigentliche Bild erzeugt ein LCOS-Micro-Display, von wo aus es umgelenkt wird. Das horizontale Sichtfeld ist mit 40 Grad breiter als das der Hololens mit rund 30 Grad, aber immer noch viel enger als bei einem VR-Headset wie dem Oculus Rift, und selbst das reicht nicht ansatzweise an das menschliche Field of View heran.

Das Lightpack nutzt einen aktiv gekühlten Tegra X2 alias Parker von Nvidia, aufgeladen wird es per USB-C, selbst im Betrieb klappt das per Power-Bank. Die Laufzeit liegt grob bei einer bis drei Stunden, sie ist stark abhängig von den jeweils laufenden Apps. Cooles Detail: Das System hat einen LED-Halbmond und gibt beim Ein- wie Ausschalten futuristische Geräusche von sich.


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