Augmented Reality: Magic Leap nutzt Nvidias Tegra X2

Magic Leap hat in einem einstündigen Twitch-Beitrag(öffnet im neuen Fenster) neue Demos für das eigene AR-Headset, die Creator's Edition der Magic Leap One, gezeigt und sich zur Technik geäußert. Die One besteht aus der Lightwear genannten Brille, einem am Gürtel getragenen Mini-PC namens Lightpack und einem Controller. Die Creator's Edition soll im Sommer 2018 ausgeliefert werden, ein passendes Software Development Kit (SKD) gibt es seit einigen Monaten für mit Magic Leap zusammenarbeitende Entwickler für deren Projekte.
Für das Lightpack hatte Magic Leap von Hardware vergleichbar mit einem Alienware-System und einem Macbook Pro gesprochen. Schlussendlich steckt darin Tegra X2 von Nvidia, interner Parker (Spiderman) genannt: Das System-on-a-Chip besteht aus vier Denver-v2-Kernen von Nvidia und vier Cortex-A57-Kernen von ARM, wovon manche für die Grafikeinheit oder Game-Logik abgestellt werden. Der Tegra X2 nutzt eine Nvidia-iGPU mit 256 Shader-Einheiten basierend auf der aktuellen Pascal-Architektur. Auf dem Chip läuft Lumin, ein 64-Bit-Linux, weshalb Magic Leap das Lightpack als (Gaming-)Konsole bezeichnet, was die Programmierung vereinfacht.
Neue Golem-Demo
Magic Leap empfiehlt Vulkan als Grafikschnittstelle, wenngleich auch OpenGL 4.5 und OpenGL ES 3.1 samt Erweiterung unterstützt werden. Das SDK läuft derzeit mit Unity, künftig soll es auch mit der Unreal-Engine kompatibel sein. Pro Auge rät Magic Leap zu 200.000 bis 400.000 Dreiecken pro Auge, abhängig von unter anderem den Shadern, die jedoch rein für Objekte verwendet werden können, da ja die echte Welt den Hintergrund bildet. Zum Arbeitsspeicher des Lightpack äußerte sich Magic Leap nicht, es gibt aber eine fixe Menge für Anwendungen.
Der Controller der Creator's Edition unterstützt 6DoF, das Headset kann aber auch Hände und einzelne Finger tracken. Der Akku soll mehrere Stunden durchhalten, abhängig von der Art der laufenden Anwendungen. Eine neue Demo zeigte einen kleinen Golem, der Steine aus dem Sofa reißt und auf den Headset-Nutzer wirft.