Augmented Reality: Avatar live in concert

3D-Projektionen sind nur der Anfang, Forscher träumen von völlig neuen Konzerterlebnissen durch Augmented Reality. Noch ist die Technik dem Publikum aber wohl einen Schritt voraus - die Musikbranche ist skeptisch.

Artikel veröffentlicht am , Nadine Emmerich
Tupac postum auf der Bühne: 3D-Projektionen sind nur der Anfang.
Tupac postum auf der Bühne: 3D-Projektionen sind nur der Anfang. (Bild: Christopher Polk/Getty Images)

Schockrocker Alice Cooper, der Rapper Tupac und die kanadische Sängerin Feist haben schon als ausgefeilte 3D-Projektionen auf der Bühne gestanden, nun könnten bezahlbare Virtual-Reality-Brillen wie die Oculus Rift Konzerterlebnisse völlig neu choreographieren. Nach der Games-Industrie könnte auch die Musikbranche - konkret im Livesektor - reale und virtuelle Welt künftig vermischen. Das Szenario ist simpel: Der Konzertbesucher setzt sich eine AR-Brille auf, startet eine App - und sieht je nach Preis eine Standard- oder Deluxe-Show.

Inhalt:
  1. Augmented Reality: Avatar live in concert
  2. Konzertbranche ist skeptisch

"Das sind Sachen, bei denen ich mir sicher bin, dass sie in den nächsten Jahren kommen werden", sagt Johannes Behr, Abteilungsleiter Visual Computing System Technologies am Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung (Fraunhofer IGD) in Darmstadt.

Für die Wiederauferstehung Tupacs beim Coachella-Festival 2012 wurde der Pepper's-Ghost-Effekt genutzt, der im 19. Jahrhundert für Geisterauftritte im Theater erfunden wurde. Die kanadische Sängerin Feist trat so jüngst an drei Orten gleichzeitig auf.

Solche Projektionen, für die auf der Bühne eine Folie im Winkel von 45 Grad Richtung Publikum aufgespannt wird und auf eine davor flach auf dem Boden liegende reflektierende Fläche von oben ein Video projiziert wird, stoßen indes an physikalische Grenzen. Die Experten des Fraunhofer IGD sehen den nächsten machbaren Schritt daher darin, dass Musikfans via Datenbrille und Handy zusätzlich zum realen Konzert eine virtuelle Show bekommen könnten - möglichst perfekt überlagert.

"Die Rechner müssen verstehen, was der Künstler macht"

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"Die Hardware ist kein wesentliches Problem, die Software und der Content sind die große Herausforderung", sagt Behr. "Die Rechner müssen verstehen, was der reale Künstler auf der Bühne macht, damit sie ihn lagerichtig virtuell ergänzen können." Zudem stellt sich die Frage, wie die zusätzlichen virtuellen 3D-Inhalte schnell ins Internet gelangen und an Endgeräten visualisiert werden können.

Der wiederbelebte Tupac oder die digitalen Feist-Kopien könnten in einem weiteren Schritt sogar mit dem Publikum interagieren. Ein Stichwort dabei ist Kinect: Der Sensor, den Microsoft zur Bewegungssteuerung auf der Xbox 360 benutzt, analysiert den Spieler anhand seines Körpers und hat eine Sprachsteuerung. Ähnlich könnte bei einem Konzert erkannt werden, ob Leute tanzen, winken oder rufen.

"Es wäre möglich, auf dieser Grundlage in Echtzeit neue Inhalte zu generieren", sagt Behr. "Wenn die Systeme schnell genug sind, ist es machbar, dass der digitale Künstler darauf reagiert, wenn jemand schreit oder springt." Dass es technisch komplizierter wird, bedeutet aber auch: Es funktioniert nur mit synthetischem Material und Avataren der Künstler. Die Shows würden aus der realen zunehmend in eine digitale Welt geführt.  

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Konzertbranche ist skeptisch 
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gogotox 24. Jun 2013

Dass es Leute gibt, die so etwas wollen, scheint doch bewiesen zu sein mit Miku Hatsune...

elgooG 23. Jun 2013

Eigentlich ist die Band (bzw. die Bands) nicht virtuell: http://i.imagebanana.com/img...

Fairy Tail 21. Jun 2013

Sowas hat sich aber schon durchgesetzt: Hatsune Miku. Europa ist nicht der Mittelpunkt...

MichaelIls 20. Jun 2013

wollt ich auch schreiben, Hatsune Miku ..'s Giving Day etc. sind schon ein alter Hut und...



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