Konzertbranche ist skeptisch
Vertreter der Konzertbranche sind noch skeptisch. Der Präsident und Geschäftsführer des Bundesverbandes der Veranstaltungswirtschaft, Jens Michow, sagt: "Der oberste Satz des Musikveranstalters bedeutet 'live is live'." Er kann sich schwer vorstellen, dass vor digitalen Projektionen "Leute sitzen, klatschen und so tun als würde der Künstler live auftreten".
In Japan schafft die virtuelle Popikone Hatsune Miku allerdings genau das und lockt Tausende Fans in die Konzerthallen. Doch auch der Chef der Konzertagentur Creative Talent, Carlos Fleischmann, sagt: "Das wird mal die eine oder andere Band machen, aber die Leute wollen schon das Original sehen."
Ausschließen will Michow aber nichts: "Ich bin sicher, dass das hier und dort ausprobiert werden wird, und wo es interessant läuft, wird es auch sicher mehrfach veranstaltet und kopiert werden." Und wer weiß schon heute, wie die Generation Youtube künftig darüber denkt? "Wir haben uns viele Dinge vor fünf Jahren nicht vorstellen können, die heute für uns gang und gäbe sind", sagt Michow. Er hält Augmented-Reality-Konzerte am ehesten für möglich, wenn es um verstorbene Künstler wie Elvis, Michael Jackson oder Amy Winehouse geht und es keine Konkurrenz zum wahren Liveerlebnis gibt. "Wenn ich dann Mozart live erleben kann, weil man das alles virtuell herstellen kann, ist das eine tolle Sache."
Mozart und Elvis live sehen
Was sich in der Praxis durchsetzen könnte, hängt natürlich vom Publikum ab: Lassen sich Konzerterlebnisse in den virtuellen und vergleichsweise einsamen Raum übertragen, und wie viel Technik wollen Besucher mitbringen? Stundenlang ein Handy in die Luft zu halten, ist indes schon weit verbreitet. "Brillen sind der nächste Schritt, aber ich glaube in zwei bis drei Jahren wird die Akzeptanz für Brillen nochmal viel höher sein", sagt Behr. Und schließlich hat das Kino dem Publikum bereits beigebracht, die 3D-Brille aufzusetzen.
Mögliche Preise von und für Augmented-Reality-Konzerte lassen sich noch kaum kalkulieren. Die Fraunhofer-IGD-Experten gehen aber davon aus, dass sich viele IT-affine Nutzer in den nächsten Jahren ohnehin eine Datenbrille anschaffen und ein damit kompatibles Smartphone haben. Damit käme ein Teil der Kosten gar nicht auf den Veranstalter des Konzertes zu.
Arbeitet man ausschließlich mit synthetischem Material, eröffnen sich übrigens noch mal ganz neue digitale Konzertwelten - mit dem Head-Mounted-Display zu Hause auf dem Sofa. So könnte nicht nur die Band virtualisiert werden, sondern die komplette Bühne, sagt Behr. "Das ist natürlich ein Riesenschritt, dann bin ich völlig frei, dann kann ich als Besucher die Musiker auf dem Mars schweben lassen oder mich selbst mit auf die Bühne begeben."
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
- ohne Werbung
- mit ausgeschaltetem Javascript
- mit RSS-Volltext-Feed
| Augmented Reality: Avatar live in concert |
- 1
- 2










Dass es Leute gibt, die so etwas wollen, scheint doch bewiesen zu sein mit Miku Hatsune...
Eigentlich ist die Band (bzw. die Bands) nicht virtuell: http://i.imagebanana.com/img...
Sowas hat sich aber schon durchgesetzt: Hatsune Miku. Europa ist nicht der Mittelpunkt...
wollt ich auch schreiben, Hatsune Miku ..'s Giving Day etc. sind schon ein alter Hut und...