Augentropfen und Glaskörper
"Beim konzentrierten Arbeiten am Rechner blinzelt man nicht häufig genug. Es baut sich der Flüssigkeitsfilm ab und das tut irgendwann weh", erklärt die Augenärztin. In der Öffentlichkeit wird dieser Effekt gelegentlich Office-Eye-Syndrom genannt.
Die Augen brennen, jucken, kleben oder fühlen sich müde an. Weitere Ursachen sind unter anderem trockene Raumluft, Klimaanlagen und die ozonhaltige Abwärme vom Drucker.
Die einfachste Maßnahme ist immer die Bekämpfung der Ursachen. Luftbefeuchter können Wunder wirken, vielleicht kann der Drucker ausgeschaltet und nur ein- bis zweimal am Tag für mehrere Aufträge auf einmal verwendet werden.
Das zweiteinfachste Mittel: Augentropfen. Das Angebot ist groß, die Ärztin empfiehlt, es zuerst mit Tropfen zu versuchen, die Hyaluronsäure enthalten; diese bindet Flüssigkeit und stabilisiert den Flüssigkeitsfilm.
Solche Augentropfen sind frei verkäuflich, in der Apotheke kann man sich beraten lassen. Die Augenärztin rät, unbedingt darauf zu achten, dass keine Konservierungsstoffe enthalten sind. Lassen sich die Beschwerden damit nicht lindern, sollte doch ein Augenarzt aufgesucht werden.
Auf der Basis sollte man einfach ein paar Augentropfen testen und bei dem Präparat bleiben, mit dem man am besten klarkommt – auch im Hinblick auf das Tropfen und die sonstige Handhabung. Typischerweise tropft man drei- bis viermal am Tag, ruhig auch mal in einer Arbeitspause.
Blaulicht im Büro?
Ein größeres Thema sind Blaulichtfilter im Bildschirm, wo sie über spezielle Modi eingestellt werden können, und in der Brille. Eine klare Empfehlung gibt es derzeit aber nicht. Das Problem: Blaulicht bremst die Melatoninproduktion, sollte also vor allem abends nicht auf die Augen treffen, andernfalls können Einschlafprobleme die Folge sein.
Außerdem ist Blaulicht relativ energiereich, was zu oxidativem Stress und im Ergebnis zu Zellschäden und dann zu einer Makuladegeneration oder einem Glaukom (Grüner Star) und einer irreversiblen Schädigung des Sehnervs führen könnte.
Allerdings sind sich die Experten beim Thema Blaulicht nicht einig. Optiker und Naturheilkundler warnen eher vor möglichen Schäden. Die Deutsche Gesellschaft für Ophthalmologie (Augenheilkunde), DGO, weist darauf hin, dass Bildschirme deutlich weniger Blaulicht emittieren als Tageslicht.
Unsere Augenärztin ist der Meinung, dass man die Blaulichtfilter von Bildschirmen oder mobilen Endgeräten vorsichtshalber aktiveren und sich tagsüber regelmäßig draußen aufhalten sollte – um eine gute Dosis Tageslicht abzubekommen.
Glaskörpertrübungen sind meist harmlos
Ein vor allem bei etwas älteren Menschen auftretendes Problem betrifft Glaskörpertrübungen: das Sichtfeld störende Fädchen, Körnchen oder vergleichbare Effekte.
"Die Fädchen sorgen beim ersten Auftreten für Verunsicherung, sind aber meist harmlos", sagt die Augenärztin. Es handelt sich um Kollagenfasern, die sich bei älteren Menschen zusammenballen und dann sichtbar werden.
Glaskörpertrübungen machen sich vor allem bei sehr hellen Bildschirmhintergründen bemerkbar, entsprechend können das Herunterregeln der Helligkeit oder leicht getönte Brillengläser schon helfen.
Unsere Augenärztin empfiehlt generell, bei der Arbeit in regelmäßigen Abständen zu pausieren, die Augen zu entspannen und beim Aufenthalt an frischer Luft bewusst in die Ferne zu schauen. Das entspannt, und man kann wieder konzentriert mit voller Sehkraft auf den Bildschirm schauen.
* Die Augenärztin hat uns darum gebeten, ihren Namen nicht zu nennen. Der Name ist der Redaktion bekannt.
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| Augen: Besser sehen bei der Bildschirmarbeit |
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Bzgl. der Frage nach dauerhafter Anwendung bzw. "süchtig machen": Tropfen und Gels, die...
Bei mir genauso (Nachtmodus immer aktiv, also Blaufilter) :-)
Kann es sein, daß du weitsichtig bist? Ich bin kurzsichtig. Ziemlich. Ohne Brille sehe...
Ich habe in der zweiten Klasse meine erste Brille bekommen, weil meine MUtter merkte...