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Auge: Retina-Implantatträger sieht Brailleschrift

Retina-Implantate sollen Blinden das Sehen ermöglichen. Lesen ist aber auch mit den Implantaten schwierig. Forscher haben an einem Probanden eine alternative Lektüremethode ausprobiert: Sie haben ihn Braille-Buchstaben sehen lassen.

Artikel veröffentlicht am ,
Retina-Implantat: Elektroden per Computer stimuliert
Retina-Implantat: Elektroden per Computer stimuliert (Bild: Second Sight)

Blinde lesen Braille-Schrift normalerweise mit den Fingern. Wissenschaftler haben in einem Test den Träger eines Retina-Implantats Braille-Buchstaben sehen lassen.

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Das Retina-Implantat namens Argus II wurde von dem kalifornischen Unternehmen Second Sight entwickelt. Zu dem System gehören eine kleine Kamera, die an einer Brille befestigt ist, ein kleiner tragbarer Computer, der die Bilder in elektrische Signale wandelt, und das Implantat selbst. Es besteht aus einem Chip und 60 Elektroden, die auf der Retina des Trägers sitzen und mit Nervenzellen verbunden sind. Argus II ist in der Europäischen Union für den Einsatz zugelassen. Das System ist laut Second Sight schon 50-mal implantiert worden.

Zulassung in der EU

Der Träger des Implantats kann Farben, Bewegungen und Objekte erkennen. Lesen sei ebenfalls möglich, aber langsam und beschwerlich, schreibt eine Gruppe von Forschern aus den USA und Frankreich um Thomas Lauritzen von Second Sight in einem Aufsatz in der Fachzeitschrift Frontiers in Neuroprosthetics. Die Buchstaben müssten dazu groß sein, die Wörter möglichst kurz.

  • Zu dem System Argus II gehört eine Brille mit Kamera und Signalverarbeitungseinheit. (Bild: Second Sight)
  • Im Auge: Eine Matrix von Elektroden wird auf die Retina gesetzt. (Bild: Second Sight)
Zu dem System Argus II gehört eine Brille mit Kamera und Signalverarbeitungseinheit. (Bild: Second Sight)

Die Forscher haben deshalb eine andere Methode zu lesen getestet: "In diesem klinischen Test haben wir die Kamera, die das übliche Eingabegerät für das Implantat ist, übergangen und die Retina direkt stimuliert", erzählt Lauritzen.

Elektrodengruppen stimulieren

Die Elektroden auf der Retina sind in einer Matrix von 10 x 6 angeordnet. Die Forscher wählten eine Anordnung von 3 x 2 Elektroden. Ein Computer stimulierte gleichzeitig Gruppen von Elektroden und erzeugte auf diese Weise visuell wahrnehmbare Braille-Buchstaben.

Zuerst wurden dem Probanden einzelne Buchstaben gezeigt, danach kurze Wörter aus zwei, drei und vier Buchstaben. Einer der Buchstaben wurde dabei jeweils eine halbe Sekunde lang eingeblendet. Bei einzelnen Buchstaben hat die Erkennungsquote laut dem Bericht bei 89 Prozent gelegen. Bei mehr Zeichen ist sie etwas zurückgegangen: Wörter mit zwei Buchstaben hat die Testperson zu 80 Prozent erkannt, bei drei Buchstaben sank die Trefferquote auf 60 Prozent. Bei vier Buchstaben lag sie bei 70 Prozent.

In Kombination mit einer Software zur Buchstabenerkennung könne das Retina-Implantat eine alternative und möglicherweise auch schnellere Methode zum Lesen von Texten bieten, resümieren die Forscher.



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ichbinsmalwieder 23. Nov 2012

zwei Gründe: 1. weil eine Kamera in der Augenhöhle scheiße aussieht. 2. je nach...

GreyHound 23. Nov 2012

Vielleicht schließen sie es mit an diesen tollen Akku im Ohr an von dem vor 2 Wochen die...

gudixd 23. Nov 2012

Wenn du blind wärst und dir dieses Gerät dabei helfen kann in beschränktem Umfang wieder...

Hotohori 23. Nov 2012

Und davon abgesehen gibt es den Blinden etwas Lebensqualität zurück, wenn sie eben doch...

niw8 23. Nov 2012

Unrealistisch, weil körperlich Behinderte eine finanziell sehr klamme Zielgruppe sind und...


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