Ganz und gar nicht der perfekte Mord

Die Idee, einen Auftragsmörder im Internet zu suchen und mit ein paar Bitcoin-Bruchteilen zu bezahlen, wird den meisten Menschen als ein denkbar dummer Plan erscheinen. Auch Bitcoin-Transaktionen hinterlassen Spuren. Es scheint aber erstaunlich viele Leute zu geben, die dieses Vorgehen für ausnehmend raffiniert halten und glauben, so mit einem Mord davonzukommen. Wie zum Beispiel Kristy F., die sich 2022 schuldig bekannte, bereits im Jahr 2016 einen Killer im Internet für 12 Bitcoin (damals gerade einmal 5.000 US-Dollar wert) angeworben zu haben.

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Mehrere Monate hatte die Frau mit einem Administrator einer Webseite im Darknet namens Besa Mafia korrespondiert, der für diese Summe ihren ehemaligen Ehemann umbringen sollte. Die 12 Bitcoin waren wohl der günstigste Tarif von Besa Mafia. F. sah vom möglichen Extrawunsch, die Tat wie einen "schief gelaufenen Überfall" mit mehreren Schüssen in Brust und Kopf aussehen zu lassen, ab, weil dies weitere 4.000 US-Dollar Aufpreis gekostet hätte.

Doch auch der gewünschte Sniper sollte Sonderkosten verursachen. F. gab später gegenüber den Ermittlern als Grund für den Mordauftrag an, dass ihr Ex "eine ziemliche Schlange und ein Meistermanipulator" sei, der sie geistig, körperlich, sexuell und emotional missbraucht habe. Vor allem aber wolle er das Sorgerecht für die gemeinsamen Kinder.

Die Auszahlung der Lebensversicherung des Mannes führte sie dagegen nicht als Tatmotiv an - das tat sie jedoch in den langwierigen Verhandlungen mit Besa Mafia, als sie versprach, nach der Auszahlung der Versicherungssumme einen Teil des Geldes für die Sniper-Extrakosten zu verwenden. Ihr drohen nun 20 Jahre Haft.

2021 gab es einen starken Anstieg bekanntgewordener Fälle

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Im Jahr 2021 gibt es in den USA gleich mehrere Fälle, bei denen versucht wurde, Bitcoin-Mörder anzuheuern. Eine 25-jährige Frau aus Virginia bot 3.200 US-Dollar in Bitcoin dafür, einen Mann töten zu lassen, und wurde umgehend vom FBI verhaftet.

Eine 39-Jährige aus dem US-Bundesstaat Mississippi bot und bezahlte 10.000 US-Dollar in Bitcoin für den arrangierten Tod ihres Ehemannes. Zwei Wochen später bestätigte sie dem Hitman noch einmal, dass sie es ernst meinte. Wiederum ein paar Tage später schrieb sie dem Auftragskiller, dass ihr Mann zu einer bestimmten Tankstelle unterwegs sei, um dort zu frühstücken - inklusive Foto und Beschreibung seines Autos. Nur war der angebliche Killer ein Undercover-Agent des FBI und vereinbarte stattdessen ein persönliches Treffen mit der Frau, angeblich für zusätzliche Zahlungen, in Wirklichkeit aber für ihre Verhaftung.

Ein 41-jähriger Mann aus Cedar City in Utah wollte für rund 16.000 US-Dollar in Bitcoin gleich zwei Menschen umgebracht haben. Einem 59-Jährigen aus Knoxville, Tennessee, war der Tod seiner Frau auf dem Weg zum Tierarzt ca. 17.000 US-Dollar wert, darin inbegriffen der Sonderwunsch, der Mord solle nach einem fehlgeschlagenen "carjacking" oder einfach "road rage" aussehen. Der Mann hatte genau 0,2924549 Bitcoin geboten, die Ende Juni 2022 nach fallenden Kursen nur noch knapp 6.000 Euro wert sind. In Deutschland wurde in einem ähnlichen Fall im vergangen Jahr eine 41-Jährige Dresdnerin angeklagt.

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 Auftragsmord: Suche Killer, biete BitcoinEinen Mord bestellen wie im Film 
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kranzj 16. Jul 2022 / Themenstart

... solche Taten effektiv zu verhindern, indem es die Dummheit der Auftraggeber effektiv...

chefin 14. Jul 2022 / Themenstart

Ähh nein, man heuert die Person die man töten will an, John Wick zu killen.

Beardsmear 14. Jul 2022 / Themenstart

Ich bezweifle, dass das jemand hauptberuflich machen würde, schon aus offensichtlichen...

PhelphePhirpht 13. Jul 2022 / Themenstart

Meine Fresse. Aber dennoch war er für dich so interessant dass du ihn angeklickt...

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