Aufsichtsrat: Großaktionäre wollen angeblich Bill Gates feuern
Drei der zwanzig größten Aktionäre wollen Aufsichtsratschef Bill Gates loswerden. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters(öffnet im neuen Fenster) unter Berufung auf informierte Kreise. Gates ist mit 4,8 Prozent weiterhin der größte Einzelaktionär Microsofts und hat offenbar ein Veto bei der Auswahl des neuen Vorstandschefs.
Gates gründete 1975 zusammen mit Paul Allen das Unternehmen. Am 27. Juni 2008 schied er aus dem Tagesgeschäft aus. Er erklärte vor wenigen Tagen zu Gerüchten, nach denen er wieder Chef von Microsoft werden könnte: "Nein, ich habe Microsoft für eine bestimmte Zeit geführt. Und jetzt bin ich der Aufsichtsratsvorsitzende und helfe auf Teilzeitbasis aus." Das sei seine bestehende Verbindung zum Konzern. Seine Vollzeitstelle habe er bei der Bill & Melinda Gates Foundation.
Die drei Großaktionäre befürchten, dass Gates' Rolle als Aufsichtsrat und seine Schlüsselposition bei der Suche nach einem neuen Konzernchef eine echte Erneuerung des Unternehmens blockieren würde. Auch habe ein künftiger Vorstandschef keine Chance, neue Strategien umzusetzen, weil Gates seine Macht einschränken werde. Gates' starke Position stehe in keinem Verhältnis mehr zu seinen abnehmenden Anteilen an dem Softwarekonzern. Er besaß bis zum Börsengang 49 Prozent an Microsoft und verkauft jährlich nach einem festgelegten Plan 80 Millionen Microsoft-Aktien. Danach würde Gates im Jahr 2018 keine Anteile an Microsoft mehr besitzen.
Microsoft hat den Bericht nicht kommentiert.
Die drei Investoren halten zusammen über 5 Prozent der Anteile an dem Konzern. Die Namen der oppositionellen Aktionäre wurden nicht bekanntgegeben.