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Aufrüstung: Pentagon will die Autoindustrie zur Waffenproduktion nutzen

Das Pentagon sucht neue Rüstungspartner und fragt bei General Motors und Ford an.
/ Andreas Donath
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Autoproduktion bei GM (Bild: GM)
Autoproduktion bei GM Bild: GM

Das US-Verteidigungsministerium führt Gespräche mit einigen der größten US-Industriekonzerne über eine mögliche Beteiligung an der Waffen- und Munitionsproduktion. Das berichtete das Wall Street Journal(öffnet im neuen Fenster).

Unter den Gesprächspartnern befinden sich demnach General Motors und Ford Motor. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie schnell die zivile Industrie auf militärische Fertigung umgestellt werden könnte.

Hintergrund ist der anhaltende Druck auf die US-Munitions- und Waffenvorräte: Waffenlieferungen an die Ukraine nach dem russischen Einmarsch 2022 sowie der laufende Krieg gegen den Iran beschleunigten Washingtons Interesse daran, den Kreis industrieller Partner über die klassischen Rüstungsfirmen hinaus zu erweitern.

Umstellung der Rüstungsproduktion auf einen "Kriegsmodus"

Verteidigungsminister Pete Hegseth bezeichnete das Vorhaben als Umstellung der Rüstungsproduktion auf einen "Kriegsmodus". Führungskräften der Unternehmen wurde demnach die Frage gestellt, ob sie Fabrikkapazitäten kurzfristig auf Verteidigungsbedarf ausrichten könnten. Zugleich wurden sie gebeten, Hindernisse im Beschaffungs- und Ausschreibungsverfahren zu benennen, die einen solchen Wandel verzögern könnten.

Zu den konkreten Gesprächspartnern zählten GM-Chefin Mary Barra und Ford-CEO Jim Farley. Auch GE Aerospace und der Wisconsin-Konzern Oshkosh, Hersteller von Fahrzeugen und Maschinen, waren beteiligt. Oshkoshs Chief Growth Officer Logan Jones bestätigte, sein Unternehmen sei seit November im Dialog mit dem Pentagon, nachdem Hegseth öffentlich zu einer Produktionssteigerung aufgerufen hatte.

Das Pentagon will seine Rüstungsbasis verbreitern

Jones zufolge konzentrieren sich die Gespräche darauf, wo Oshkoshs vorhandene Fähigkeiten für militärische Zwecke genutzt werden könnten. Das Unternehmen, das bereits Truppentransporter für die US-Armee baut, erwirtschaftet den Großteil seines Jahresumsatzes von rund 10,5 Milliarden US-Dollar außerhalb des Verteidigungssektors.

Der Haushaltsplan des Pentagons sieht erhebliche Investitionen in die Munitions- und Drohnenfertigung vor. Ein Ministeriumssprecher erklärte, man sei entschlossen, die industrielle Basis durch kommerzielle Lösungen und Technologien zu erweitern. Einzelheiten zu möglichen Vereinbarungen blieben jedoch offen.

Der Gedanke, zivile Produktion für militärische Zwecke umzuwidmen, hat Vorläufer. Im Zweiten Weltkrieg stellten Detroits Autobauer ihre gesamte Zivilproduktion ein, um Bomber, Flugzeugmotoren und Lastwagen zu fertigen. Zuletzt arbeiteten GM und Ford in der Frühphase der Covid-19-Pandemie mit Medizingeräteherstellern zusammen, um Zehntausende Beatmungsgeräte zu produzieren.

GM betreibt bereits eine Rüstungstochter, die ein leichtes Infanteriefahrzeug auf Basis des Chevrolet Colorado produziert. Der Konzern gilt zudem als aussichtsreicher Kandidat für den Bau eines Nachfolgefahrzeugs des Humvee.


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