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Aufrüstung: Bund will Rheinmetall-Kampfdrohnen kaufen

Die Bundeswehr kauft Kampfdrohnen bei Rheinmetall – und hat zugleich Probleme wegen der stockenden Lieferung des Skyranger.
/ Andreas Donath
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FV-014 Raider (Bild: Rheinmetall)
FV-014 Raider Bild: Rheinmetall

Das Verteidigungsministerium hat Rheinmetall mit der Lieferung von Kampfdrohnen beauftragt. Ein erster Auftrag über knapp 300 Millionen Euro soll laut Berichten im Haushaltsausschuss durchgehen. Nach Helsing und Stark ist Rheinmetall damit der dritte deutsche Hersteller, der bei der Bundeswehraufrüstung zum Zug kommt, wie der Spiegel berichtete(öffnet im neuen Fenster) . Es soll sich um die FV-014 Raider handeln(öffnet im neuen Fenster) .

Die FV-014 ist ein elektrisch angetriebener Flugkörper mit klassischem Flügelkonzept, der ein Startgewicht von rund 20 kg bei einer Nutzlast von 6 kg hat. Dank Finnen erreicht das System laut Hersteller eine Reichweite von bis zu 100 km bei einer Flugdauer von 70 Minuten und einem Datenlink von bis zu 60 km.

Der HEDP-Gefechtskopf High Explosive Dual Purpose (hochexplosiver Doppelzweck-Sprengkopf) durchschlägt über 600 mm RHA (rolled homogeneous armour, gewalzte homogene Panzerung) und ist zugleich wirksam gegen ungepanzerte Ziele. Die FV-014 soll auch in Umgebungen mit intensiver elektronischer Kampfführung(öffnet im neuen Fenster) einsetzbar sein.

Schnelle Beschaffung statt langer Erprobung

Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) verzichtet bei der Beschaffung auf die sonst üblichen Entwicklungs- und Erprobungszyklen. Die Drohnen sollen direkt bei der Truppe getestet und gemeinsam mit den Herstellern weiterentwickelt werden. Vorgabe ist, dass die Flugkörper von deutschen Firmen stammen und bis Anfang 2027 in ausreichender Zahl einsatzbereit sein sollen.

Die Haushaltspolitiker der Koalition hatten die geplanten Rahmenverträge per Maßgabebeschluss auf jeweils eine Milliarde Euro begrenzt. Jeden weiteren Abruf über die erste Festbeauftragung hinaus müssen die Abgeordneten erneut genehmigen. Überschreitet ein Rahmenvertrag die Milliardengrenze, muss Pistorius separat einen neuen Antrag stellen.

Verzögerungen beim Skyranger

Parallel zur neuen Drohnenbeschaffung gibt es Ärger mit einem anderen Rheinmetall-System: dem Flugabwehrkanonenpanzer Skyranger 30(öffnet im neuen Fenster) . Das Fahrzeug soll zur Drohnenabwehr eingesetzt werden und auch die Litauen-Brigade der Bundeswehr schützen. Bei der Lieferung der ersten 19 Systeme kommt es jedoch zu erheblichen Verzögerungen, wie zuerst der Stern berichtete(öffnet im neuen Fenster) .

Das Verteidigungsministerium sieht die Verantwortung für die Verspätung bei Rheinmetall. Konzernchef Armin Papperger widersprach und nannte Sonderwünsche der Bundeswehr als Hauptgrund. Das technische Problem liegt offenbar darin, den Turm mit der Waffenanlage in den vorgesehenen Radpanzer Boxer einzubauen.


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