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Aufrüstung: Airbus mahnt zur Vorsicht bei US-Rüstungskäufen

Die europäische Aufrüstung solle möglichst keine US-Rüstungsgüter umfassen, warnt Airbus . Gerade Flugzeuge könnten von den USA lahmgelegt werden.
/ Andreas Donath
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Eurofighter (Bild: Luftwaffe)
Eurofighter Bild: Luftwaffe

Der Leiter der Verteidigungssparte von Airbus, Michael Schöllhorn, hat eine klare Warnung an die Bundesregierung gerichtet bezüglich geplanter Rüstungseinkäufe zur Aufrüstung Deutschlands.

Während der Manager die von CDU/CSU und SPD angekündigten Milliardeninvestitionen in die Landesverteidigung grundsätzlich begrüßt, äußerte er in einem Gespräch mit der Augsburger Allgemeinen(öffnet im neuen Fenster) Bedenken gegenüber dem Erwerb amerikanischer Militärausrüstung – wohl auch nicht ganz uneigennützig.

"Das vermehrte Budget für Verteidigungsausgaben sollte nicht für Standardprodukte aus den USA verwendet werden, da dies unsere Abhängigkeit von anderen Ländern nur verstärken würde" , erklärte Schöllhorn.

Schöllhorn untermauerte seine Aussage mit einem anschaulichen Beispiel: "Die Dänen könnten mit ihren amerikanischen F-35-Flugzeugen nicht einmal Grönland erreichen, falls sie die Insel verteidigen müssten." Damit ist nicht etwa die fehlende Luft-Luft-Betankung gemeint, sondern die Tatsache, dass das Kampfflugzeug Missionsdaten in US-amerikanische Rechner speisen muss, die dort ausgewertet werden vor dem Flug.

Europäische Kooperation statt nationaler Alleingänge

Der Airbus-Manager plädiert nachdrücklich für eine stärkere europäische Zusammenarbeit im Verteidigungssektor. "Wir benötigen nicht nur einzelne nationale Aufstockungen der Verteidigungsetats, sondern ein abgestimmtes Vorgehen der europäischen Kernländer" , betonte Schöllhorn.

Für die Rüstungsindustrie sei vor allem Planungssicherheit von entscheidender Bedeutung. "In unserer Branche, die zahlreichen Vorschriften und Einschränkungen unterliegt, sind eindeutige Regierungsaufträge unerlässlich" , erläuterte der Manager. Er wies darauf hin, dass es den Unternehmen aus formalen Gründen nicht gestattet sei, auf Vorrat zu produzieren.

Mit Blick auf die Aufrüstungspläne der möglichen neuen Koalition aus Union und SPD setzt Schöllhorn auf zusätzliche Aufträge für das europäische Kampfflugzeug Eurofighter. Er bezeichnete diesen als "das Rückgrat der Luftwaffe" und verwies auf laufende Bemühungen, den Jet mit der Tranche 5 zukunftsfähig zu machen.

Der Airbus-Manager ist zuversichtlich, dass mit der neuen Regierung rasch Aufträge vergeben werden könnten. Diese Hoffnung basiert auf dem jüngst vereinbarten Finanzpaket zwischen CDU/CSU und SPD, das vorsieht, einen erheblichen Teil der Verteidigungsausgaben von der Schuldenbremse auszunehmen.


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