Aufräumaktion: Windows 11 kann im Eco-Modus GPU-Treiber löschen
Über die Zeit können sich auf Windows-Systemen jede Menge Treiber ansammeln. Werden die zugehörigen Geräte nicht mehr genutzt, belegen sie unnötig Speicherplatz. Deshalb löscht Windows 11 standardmäßig Treiber, die als nicht mehr benötigt angesehen werden. Das kann allerdings unerwartete Effekte haben, wie ein Reddit-Nutzer feststellte(öffnet im neuen Fenster).
Er betrieb sein Notebook, ein Zephyrus G14 mit dedizierter RTX 5070 Ti, über mehrere Wochen im Eco-Modus. Danach war der Nvidia-Treiber verschwunden, die GPU wurde nur als Microsoft Basic Display Adapter angezeigt, wurde also vom Windows-Standardtreiber verwaltet.
Nach längerer Fehlersuche stellte der Nutzer fest, dass eine Windows-Bereinigungsroutine den Treiber gelöscht hatte. Denn im Eco-Modus wurde nur die integrierte GPU des Prozessors genutzt, der diskrete Grafikchip hingegen komplett vom Strom getrennt.
Somit tauchte die RTX 5070 Ti nicht einmal mehr als PCIe-Gerät auf. Das spart zwar Energie, ist für ein Betriebssystem aber nicht von einem Ausbau der GPU zu unterscheiden.
Automatische Treiberbereinigung kann deaktiviert werden
Die Fehlerursache fand der Nutzer in einer Log-Datei der für Installationen zuständigen Windows-API(öffnet im neuen Fenster). Sie führt über die Installation und Deinstallation von Gerätetreiber unter C:\Windows\INF\setupapi.dev.log Buch.
Um ein unkontrolliertes Anwachsen der Log-Datei zu verhindern, wird diese regelmäßig gewechselt. Ältere Versionen werden aber eine Weile aufbewahrt, sie enthalten zusätzlich einen Zeitstempel (setupapi.dev.YYYYMMDD_HHMMSS.log – JahrMonatTag_StundeMinuteSekunde) im Dateinamen.
Wird ein Treiber entfernt, findet sich ein entsprechender Eintrag. Über die PCIe Vendor ID der Hersteller kann mittels Powershell direkt nach entfernten Nvidia- oder AMD-Treiber gesucht werden:
Select-String -Path C:\Windows\INF\setupapi.dev*.log -Pattern "(VEN_10DE|VEN_1002).*(was removed|timeout period)"Üblicherweise entfernt Windows 11 ungenutzte Treiber nach 30 Tagen, Hersteller können den Wert allerdings anpassen. Im Fall des entfernten Nvidia-Treibers war er auf 15 Tage festgelegt.
Zuständig für das Entfernen ist eine Routine, die im Rahmen der Festplattenbereinigung läuft. Sie kann über einen Eintrag in der Windows-Registry deaktiviert werden. Dazu wird der Schlüssel AutoRun im Eintrag HKLM\SOFTWARE\Microsoft\Windows\CurrentVersion\Explorer\VolumeCaches\Device Driver Packages auf 0 gesetzt. Alternativ genügt es, regelmäßig den Standardmodus der Windows-Energieverwaltung zu aktivieren.
Das Problem dürfte aufgrund der Rahmenbedingungen wohl nur verhältnismäßig wenige Nutzer betreffen. Für sie kann es jedoch frustrierend sein, regelmäßig ohne erkennbaren Grund den GPU-Treiber neu installieren zu müssen.
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