Auflösung: 8Kaputt

Wir haben ein 8K-Display in der Redaktion, und um das zu bespielen, können wir endlich auch unter Windows so basteln wie unter Linux. Am Ende klappt es mit der Darstellung - aber nicht so, wie wir uns das gewünscht haben.

Ein Erfahrungsbericht von veröffentlicht am
Für echtes 8K braucht es noch zwei Displayport-Kabel.
Für echtes 8K braucht es noch zwei Displayport-Kabel. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)

Die Arbeit an einem 4K-Monitor ist in der Redaktion bei einigen Kollegen begehrt und weckt Bedürfnisse und Erwartungen an hohe Auflösungen und Pixeldichten. Mit dem 8K-Monitor Dell Ultrasharp UP3218K sollten diese Erwartungen der nächsten Stufe erfüllt werden. Leider steht dem technisch noch einiges im Weg, so dass der Einsatz vorerst wenig Freude macht und nur unter bestimmten Umständen klappt.

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Dass dem so ist, liegt am aktuellen Stand der Technik. Die für Büroarbeit sinnvolle Bildwiederholrate von 60 Hz ist bei einer 8K-Auflösung nur unter bestimmten Umständen machbar. Das Problem, das uns am meisten stört, liegt in der Übertragung vom Rechner auf das Display.

Um die genannten 8K bei 60 Hz und vollem Farbumfang übertragen zu können, werden fast 48 Gbit/s Bandbreite benötigt. Offiziell unterstützt wird dies zwar mit Displayport 2.0, das bis zu 80 Gbit/s bietet, aber erst im Sommer standardisiert wurde. Das schon länger spezifizierte HDMI 2.1 unterstützt solche Auflösungen zwar ebenfalls, ist wie Displayport 2.0 aber noch nicht im Markt verbreitet.

Zwei Kabel für ein Bild

Um dennoch die 8K bei 60 Hz zu nutzen, hat sich Dell dazu entschlossen, das Bild über zwei Displayport-1.4-Leitungen zu übertragen. Das am Monitor sichtbare Bild besteht damit aus zwei Einzelbildern, die jeweils rund 24 Gbit/s Bandbreite benötigen, was problemlos über die 32 Gbit/s von Displayport 1.4 übertragen werden kann.

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Da 8K eine viermal so hohe Auflösung hat wie 4K, werden pro Displayportkabel jeweils zwei 4K-Teilbilder übertragen, die vertikal übereinander gesteckt werden (3.840 x 4.320 Pixel). Ein Kabel überträgt dabei entweder die linke oder rechte Hälfte des Bildschirminhalts.

Probleme beim Setup

Dieser Hintergrund ist wichtig, um die Probleme einordnen zu können, die uns in der Praxis begegnet sind. So ist es uns etwa nicht möglich gewesen, mit dem Razer Blade Stealth 13 unter Windows 10 eine 8K-Auflösung zu erhalten. Die maximale Auflösung, die wir von dem Treiber zur Auswahl anzeigt bekommen, sind 3.840 x 4.320 Pixel. Diese werden auf dem gesamten Display angezeigt - und das Bild ist entsprechend verzerrt.

Wir erhalten also nur die Übertragungsrate von einem der an den Laptop angeschlossenen Kabel. Alle Versuche, die Auflösung und die Darstellung auf 8K zu setzen, scheitern in diesem Setup. Selbst das manuelle Setzen der Auflösung führt zu keinem Erfolg.

Unter Linux erhalten wir mit dem Razer ähnliche Fehler wie unter Windows 10. Mit dem aktuellen Linux-Kernel 5.4 wird zumindest theoretisch eine 8K-Auflösung durch die Linux-Treiber von Intel unterstützt. Details dazu liefert ein Vortrag der diesjährigen Xorg Developers Conference. Auf dem Razer-Laptop funktioniert das bei uns jedoch nicht. Die Fehlersuche gestaltet sich darüber hinaus wie unter Windows so schwierig, dass wir aufgeben. Die möglichen Fehlerquellen sind unter den vielen Hardware- und Software-Bauteilen nur schwer auszumachen.

Desktop-Karte als Rettung

Erfolg mit der 8K-Auflösung haben wir lediglich auf aktuellen Desktop-Systemen mit dedizierten Grafikkarten von Nvidia und AMD, deren Windows-Treiber offenbar keine Probleme mit der großen Auflösung haben. Anstecken, Auflösung auswählen und 8K genießen, so einfach hatten wir uns das auch am Laptop erhofft. Unter Linux sehen wir mit dem Desktopsystem und dem freien AMD-Treiber zwar die erwähnten zwei Teilbilder, jedoch ist eines davon kaputt. Dort fehlt offenbar noch die notwendige Synchronisierung der beiden Teilbilder im Treiber.

Zugegeben: Dass die 8K-Auflösung mit den dedizierten Grafikkarten unter Windows 10 funktioniert und sonst eher Probleme verursacht, hat uns wenig überrascht. Mittelfristig wünschenswert wäre aber auch die Unterstützung von 8K über Laptops, bestenfalls über ein einziges Kabel. Das hieße für die Hersteller, die inzwischen vermehrt auf USB-C setzen, wieder Displayport- oder HDMI-Anschlüsse zu verbauen.

Ebenso möglich wäre eine funktionierende Unterstützung für die verlustbehaftete Display Stream Compression (DSC) aus Displayport 1.4, die wir mit dem Dell-Monitor aber ebenfalls nicht nutzen konnten. Alternativ müsste es Nachfolger für Thunderbolt 3 beziehungsweise USB 4 geben, die mehr als 40 Gbit/s Bandbreite über USB-C bieten, was derzeit nicht absehbar ist. Bis zum einfachen Anstecken und Losarbeiten - wie inzwischen mit 4K - wird es mit 8K wohl noch etwas länger dauern.

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oYa3ema5 11. Mär 2020

120" LCD (vgl. Video). Ist das jetzt einfach nur dumm von Sharp, oder fangen die...

Arsenal 20. Dez 2019

Also bei mir hat es ganz selten Mal Probleme weil mein Internet nicht ganz stabil scheint...

Labbm 19. Dez 2019

Sag ich heute noch immer. Immer wieder lustig zu sehen wenn Leute erstaunt sind vom...

Labbm 19. Dez 2019

Och bitte, in diesem Zusammenhang ist so ein Argument doch echt nicht mehr gültig. Es...

Somian 18. Dez 2019

Vielen Dank! Das ist seltsam, da Apple ja selbst Multistream transport verwendet für die...



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