• IT-Karriere:
  • Services:

Aufklärung gefordert: Setzten deutsche Behörden die Spionagesoftware Pegasus ein?

Der Deutsche Journalistenverband fordert Aufklärung von Innenminister Horst Seehofer. Bisher habe sich dieser nicht zu der Frage geäußert, ob auch deutsche Sicherheitsbehörden die NSO-Spionage-Software Pegasus eingesetzt haben. Es gehe um mögliche Verstöße gegen die Grundrechte.

Artikel veröffentlicht am ,
Der Deutsche Journalistenverband fordert Aufklärung über die Spionagesoftware Pegasus.
Der Deutsche Journalistenverband fordert Aufklärung über die Spionagesoftware Pegasus. (Bild: Alexas_Fotos/Pixabay)

Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) fordert von Bundesinnenminister Horst Seehofer Aufklärung darüber, ob die Spionagesoftware auch von deutschen Sicherheitsbehörden eingesetzt wird. Mit der Spionagesoftware des israelischen Trojaner-Herstellers NSO sollen zwischen April und Mai 2019 1.400 Whatsapp-Nutzer gehackt worden sein, darunter auch Journalisten und Menschenrechtsaktivisten. Whatsapp hat im Oktober Klage gegen den Trojaner-Hersteller eingereicht.

Stellenmarkt
  1. Hays AG, Hartenstein
  2. Stadtwerke Herford GmbH, Herford

Ein Whatsapp-Anruf genügte, um eine gefährliche Sicherheitslücke in Whatsapp auszunutzen - dieser musste nicht einmal angenommen werden, damit die Spionagesoftware Pegasus auf dem Smartphone installiert wurde. Anschließend wurden die Nachrichten und Bewegungen der Opfer ausgespäht. Im Mai wurde die Sicherheitslücke von Whatsapp geschlossen und veröffentlicht. Unter den Opfern waren neben Politikern auch Menschenrechtsaktivisten und Journalisten. Westliche Regierungen sollen die Software ebenfalls eingesetzt haben.

"Wenn Journalistinnen und Journalisten zu den Zielpersonen gehören, sind die Informanten der betroffenen Kollegen schutzlos", sagte der Bundesvorsitzende des Deutschen Journalistenverbandes Frank Überall. "Für eine allumfassende Spionage gibt es im demokratischen Rechtsstaat keinerlei Ermächtigung."

Innenministerium möchte sich nicht äußern

Um Klarheit zu erlangen, habe der DJV-Vorsitzende an den Bundesinnenminister und den Chef des Bundeskanzleramts geschrieben. Die Briefe seien bislang allerdings nicht beantwortet worden, kritisiert der DJV. "Es wäre fatal, wenn der oberste Polizeichef und der Geheimdienstkoordinator das Thema auf die leichte Schulter nähmen. Hier geht es um mögliche Verstöße gegen Grundrechte", erklärt Überall.

Auf Nachfrage von Golem.de erklärte Björn Grünewälder, Sprecher des Bundesinnenministeriums, dass die Sicherheitsbehörden zur Erfüllung ihrer gesetzlichen Aufträge auch mit kommerziellen Anbietern zusammenarbeiten würden. Weitere Auskünfte zu Beschaffung oder Einsatz entsprechender Software könne er jedoch nicht geben, da aus diesen "Informationen zu operativen Fähigkeiten, Arbeitsweisen, Strategien und Methoden der Sicherheitsbehörden im Geschäftsbereich des BMI weitreichende Rückschlüsse auf die Aufklärungs- und Ermittlungsfähigkeiten der Sicherheitsbehörden gezogen werden" könnten, sagte Grünewälder. "Das BMI kann in diesem Rahmen daher grundsätzlich keine Auskünfte erteilen."

Nachtrag vom 13. November 2019, 15:00 Uhr

Wir haben die Antwort des Bundesinnenministeriums ergänzt.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Anzeige
Mobile-Angebote
  1. 499,90€
  2. 569€ (Bestpreis!)
  3. 206,10€ (mit Rabattcode "PFIFFIGER" - Bestpreis!)

Auspuffanlage 03. Jan 2020

Danke für die Informationen, sobald ich Zeit habe werde ich diese Informationen und...

quark2017 14. Nov 2019

... auch wenn unsere Geheimdienste diese Spionagesoftware nicht gegen euch eingesetzt...

wonoscho 13. Nov 2019

Ja, und deshalb ist z.B. auch sowas möglich - ohne jede Aufklärung https://www1.wdr.de...


Folgen Sie uns
       


Linux unter Windows 10 installieren - Tutorial

Wir zeigen im Video, wie man in wenigen Minuten Linux unter Windows 10 zum Laufen bringt.

Linux unter Windows 10 installieren - Tutorial Video aufrufen
Macbook Air mit Apple Silicon im Test: Das beste Macbook braucht kein Intel
Macbook Air mit Apple Silicon im Test
Das beste Macbook braucht kein Intel

Was passiert, wenn Apple ein altbewährtes Chassis mit einem extrem potenten ARM-Chip verbindet? Es entsteht eines der besten Notebooks.
Ein Test von Oliver Nickel

  1. Apple Macbook Air (2020) im Test Weg mit der defekten Tastatur!
  2. Retina-Display Fleckige Bildschirme auch bei einigen Macbook Air
  3. iFixit Teardown Neue Tastatur macht das Macbook Air dicker

Librem Mini v2 im Test: Der kleine Graue mit dem freien Bios
Librem Mini v2 im Test
Der kleine Graue mit dem freien Bios

Der neue Librem Mini eignet sich nicht nur perfekt für Linux, sondern hat als einer von ganz wenigen Rechnern die freie Firmware Coreboot und einen abgesicherten Bootprozess.
Ein Test von Moritz Tremmel

  1. Purism Neuer Librem Mini mit Comet Lake
  2. Librem 14 Purism-Laptops bekommen 6 Kerne und 14-Zoll-Display
  3. Librem Mini Purism bringt NUC-artigen Mini-PC

RCEP: Warum China plötzlich auf Freihandel setzt
RCEP
Warum China plötzlich auf Freihandel setzt

China und andere wichtige asiatische Herstellerländer von Elektronikprodukten haben ein Freihandelsabkommen geschlossen. Dessen Bedeutung geht weit über rein wirtschaftliche Fragen hinaus.
Eine Analyse von Werner Pluta

  1. Berufungsverfahren in weiter Ferne Tesla wirbt weiter mit Autopilot
  2. Warntag BBK prüft Einführung des Cell Broadcast neben Warn-Apps
  3. Bundesverkehrsministerium Keine Abstriche beim geplanten Universaldienst

    •  /