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Aufbruch zum Mars: Asteroiden als Nahrungsquelle für Weltraummissionen

Ein einzelner Asteroid könnte einen Astronauten für mindestens 600 Jahre ernähren. Dafür wird der Asteroid zu Dünger verarbeitet und an Mikroben verfüttert.
/ Patrick Klapetz
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Aufnahme der Oberfläche von Asteroid Bennu. Das perfekte Düngermaterial? (Bild: Nasa, Universitiy of Arizona, CSA, York + Open University, MDA)
Aufnahme der Oberfläche von Asteroid Bennu. Das perfekte Düngermaterial? Bild: Nasa, Universitiy of Arizona, CSA, York + Open University, MDA

Ein Forschungsteam am Institut für Erd- und Weltraumforschung der Western University in Kanada hat herausgefunden, dass essbare Biomasse auf Asteroiden angebaut werden kann(öffnet im neuen Fenster) . Dazu müssen Bakterien dem Asteroidenmaterial zugeführt werden.

Besonders auf langen Weltraumreisen ist es notwendig, genügend Nahrungsmittel für die Passagiere zu haben. Jedoch haben frühere Studien bereits gezeigt, dass so viele Nahrungsmittel gar nicht Platz in einem Raumschiff finden würden. Zwangsläufig muss Nahrung an Bord des Raumschiffs angebaut werden.

Laut dem Team wurde bereits bei einer früheren Studie herausgefunden, dass zerkleinerte Meteoriten als Dünger für Mikroben dienen können. Die gedüngten Mikroben haben das Kohlenstoffmaterial verzehrt und fingen dadurch an zu wachsen. Daraufhin ermittelte das kanadische Forschungsteam, wie viel Asteroidenmaterial benötigt würde, um Astronauten auf langen Reisen zu versorgen.

Nahrung bis zu 17.000 Jahre durch einen Asteroiden

Als Maßstab verwendete das Team den Asteroiden Bennu . Er besteht aus der Art von Material, das von Mikroben verzehrt werden könnte, und hat immerhin einen Durchmesser von 492 Metern. Wenn der gesamte Asteroid genug Nahrung für einen Astronauten liefern kann, dann würde diese im schlimmsten Fall für 600 Jahre ausreichen, im besten Fall 17.000 Jahre.

Dafür muss der enthaltene Anteil von Kohlenwasserstoffen in dem Gestein mithilfe von chemischen und physikalischen Prozessen in Schlamm umgewandelt werden. Der daraus resultierende Nährboden soll anschließend an Mikroben verfüttert werden.

Um einen Astronauten für ein Jahr zu versorgen, braucht es eine Asteroidenmasse zwischen 160.000 und 5.000 Tonnen. "Auf der Grundlage dieser Ergebnisse erscheint der Ansatz, den Kohlenstoff in Asteroiden als dezentrale Nahrungsquelle für den Menschen zu nutzen, vielversprechend" , heißt es in der Studie.

Jedoch wurde die Idee, Asteroiden als Düngemittel für die Biomasseproduktion zu nutzen, laut dem Team bisher nicht ausreichend erforscht. Eine solche Biomasse müsste noch zahlreichen Tests unterzogen werden, um sicherzustellen, dass sie nicht toxisch ist – und sie schmackhaft ist. Außerdem sind Asteroiden unterschiedlich zusammengesetzt, was eine weitere Herausforderung bei der Verarbeitung zu Dünger darstellt.

Zur Studie

Die Studie erschien am 3. Oktober 2024 in der Fachzeitschrift International Journal of Astrobiology: How we can mine asteroids for space food(öffnet im neuen Fenster) (Wie wir Asteroiden für Weltraumnahrung abbauen können).


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