Auf Mallorca verhaftet: BKA beendet "Urlaub" von mutmaßlichem Cybercrime-Boss
Deutschen Strafverfolgern ist es gelungen, die kriminelle Handelsplattform Crimenetwork vom Netz zu nehmen und den mutmaßlichen Betreiber in Spanien festnehmen zu lassen. Laut Pressemitteilung des BKA(öffnet im neuen Fenster) handelt es sich um einen 35-jährigen deutschen Staatsbürger, der sich zum Zeitpunkt seiner Verhaftung durch eine Spezialeinheit der spanischen Polizei an seinem Wohnsitz auf Mallorca aufgehalten haben soll.
Dies ist nicht das erste Mal, dass Strafverfolger einen illegalen Onlinemarktplatz namens Crimenetwork zerschlagen und dessen Administrator verhaften. Gleiches ereignete sich schon Ende 2024. Doch kurz darauf soll der nun auf Mallorca verhaftete Verdächtige einen Nachfolger mit einer vollständig neuen Infrastruktur ans Netz gebracht haben.
Auf der neuen Plattform wurden nach Angaben des BKA ähnlich wie beim Vorgänger illegale Waren und Dienstleistungen sowie gestohlene Daten, Drogen und gefälschte Dokumente gehandelt. Die Bezahlung erfolgte in Kryptowährungen wie Bitcoin, Litecoin oder Monero. Zuletzt sollen bei Crimenetwork über 22.000 Nutzer und mehr als 100 Verkäufer aktiv gewesen sein.
Sichergestellte Daten könnten Nutzer entlarven
Bei den jüngsten Einsätzen gegen Crimenetwork wurden laut BKA zahlreiche Beweismittel beschlagnahmt. Dazu zählen Vermögenswerte in Höhe von insgesamt 194.000 Euro sowie Nutzer- und Transaktionsdaten der Plattform, die für weitere Ermittlungen und die Aufklärung der kriminellen Strukturen hinter dem Onlinemarktplatz genutzt werden sollen.
Die Behörden gehen davon aus, dass die Nutzer der Plattform vorwiegend aus dem deutschsprachigen Raum stammen. Für diese hinterließen die Strafverfolger unter der Domain bustedagaincrime.network(öffnet im neuen Fenster) eine hämische Videobotschaft. Mit Sätzen wie "Der Urlaub ist vorbei" deuten sie darin auf die Festnahme des Crimenetwork-Betreibers hin.
Deutsche Nutzer mit Fake-Shops betrogen
Dem in Spanien verhafteten Verdächtigen wird laut BKA unter anderem vorgeworfen, eine kriminelle Handelsplattform betrieben und "in nicht geringer Menge" mit Betäubungsmitteln gehandelt zu haben. Seine Festnahme erfolgte laut einer separaten Pressemitteilung der Generalstaatsanwaltschaft Karlsruhe(öffnet im neuen Fenster) am 6. Mai unter Beteiligung der spanischen Behörden und Eurojust.
Allerdings war der Betrieb von Crimenetwork offenbar nicht seine einzige illegale Aktivität. Laut Staatsanwaltschaft soll er obendrein zwischen März 2023 und Januar 2025 zusammen mit zwei Komplizen aus den Landkreisen Kaltenkirchen und Unna 42 Online-Fakeshops betrieben und damit allein in Deutschland 1.000 Geschädigte um ihr Geld gebracht haben.
In täuschend echt gestalteten Onlineshops sollen die Geschädigten verschiedene Waren bestellt und im Vertrauen auf deren Lieferung den Kaufpreis per Vorkasse bezahlt haben. Die Waren kamen jedoch laut Mitteilung nie bei den Bestellern an. Der durch diese Betrugsmasche verursachte Gesamtschaden wird auf mindestens 323.000 Euro beziffert. Aktuell befindet sich der Mann wohl in Auslieferungshaft.
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