Auf der Autobahn: Tesla-Fahrer im Autopilot-Modus eingeschlafen

Die Polizei hat nur mit großer Mühe einen Tesla im Selbstfahrmodus auf der Autobahn 70 bei Bamberg stoppen können. Der offensichtlich eingeschlafene Fahrer habe weder auf Anhaltesignale noch auf mehrfaches Hupen eines Streifenwagens reagiert, teilte das Polizeipräsidium Oberfranken am 29. Dezember 2022 mit(öffnet im neuen Fenster) . Erst nach rund 15 Minuten sei der Mann schließlich wach geworden und den Anweisungen der Polizei gefolgt.
Den Beamten eines Streifenwagens war am Mittwoch aufgefallen, dass ihnen der Tesla auf einem rund sechs Kilometer langen Streckenabschnitt mit konstantem Abstand und einer Geschwindigkeit von 110 km/h gefolgt war. Obwohl dies bei einem aktivierten Abstandsregeltempomaten üblich ist, kam den Beamten dies offenbar verdächtig vor. Dabei stellten sie fest, "dass der Tesla-Fahrer mit geschlossenen Augen im Sitz lehnte und sich seine Hände nicht am Lenkrad befanden. Dies erhärtete den Verdacht, dass er dem Autopiloten das Steuer überlassen hatte und eingeschlafen war."
Lenkradgewicht verhindert Nothalt
Bei der anschließenden Kontrolle nach dem Aufwachen habe der Fahrer "drogentypische Auffälligkeiten" gezeigt. Zudem fanden die Beamten im Fußraum ein sogenanntes Lenkradgewicht. Damit lässt sich die gesetzlich vorgeschriebene Freihanderkennung austricksen. Diese würde normalerweise einen Nothalt einleiten, wenn der Fahrer innerhalb eines bestimmten Zeitraums nicht das Lenkrad bewegt oder berührt. Die Verkäufer der Gewichte warnen daher davor, diese auf öffentlichen Straßen zu verwenden.
Gegen den Fahrer sei ein Ermittlungsverfahren wegen des Straftatbestandes der Gefährdung des Straßenverkehrs eingeleitet worden. Er müsse bis zur gerichtlichen Entscheidung auf seinen Führerschein verzichten.