Nur noch ein Kabel für Daten und Energie

Das "Edge" von Edge Cloud 4 Production beschreibt dabei den Standort der Server. Drei Großrechner stehen am Rande der Produktion, es handelt sich also um eine Vor-Ort-Cloud. Lösers Kollege zieht im P-Lab den Stromstecker eines Servers. Auf dem Thin Client wird der Ausfall direkt angezeigt, doch wenige Sekunden später wechselt der Monitor auf den verbliebenen Server und man sieht wieder die anstehenden Arbeitsschritte. In den Böllinger Höfen gibt es 36 sogenannte Takte, einzelne Arbeitsstationen, die ein Auto in der Montage durchläuft. Jede wird mit einem Thin-Client-Monitor ausgestattet.

Die Geräte beziehen sowohl ihre Daten als auch ihre Energie über das Ethernet-Kabel (Power over Ethernet/PoE). Die benötigte Rechenleistung stellen drei Server. Sie ermöglichen zudem ein zentrales und unterbrechungsfreies Aufspielen von Patches sowie Updates. "Wir nutzen die Böllinger Höfe als Reallabor, bevor wir uns an die Großserienfertigung wagen", begründet Löser das Vorgehen.

5G-Netz für die Fertigung

Auf seiner Aufgabenliste steht als weiteres Projekt: der Aufbau eines 5G-Funknetzwerks. Audi hat dazu Lizenzen erworben, um ohne Provider ein eigenes Netz aufzubauen. "Es geht vor allem um die Steuerung der fahrerlosen Transportsysteme", sagt Löser. Intern heißen sie FTS und bringen Bauteile wie von Geisterhand ans Fließband.

Auch im P-Lab umrunden uns bei der Demonstration laufend einige dieser FTS. WLAN hat sich aufgrund seiner Störanfälligkeit und des sinkenden Datendurchsatzes bei hohen Nutzerzahlen nicht bewährt. Darum setzt Audi auf 5G. Noch fehlen einige Bauteile, die den uRLLC-Standard (Ultra Reliable and Low Latency Communications) unterstützen. Ansonsten wäre Löser mit dem Projekt schon weiter. Die FTS sollen flexibel ihre Befehle erhalten und die Fahrwege entsprechend anpassen. Auch Updates werden dann kabellos auf die Transportsysteme übertragen.

Modulare Montage steigert die Effizienz

Diese flexible Steuerung ist wichtig für die modulare Montage. Sie ist ein weiterer Schritt, mit dem Produktionsvorstand Gerd Walker die Fertigung revolutionieren möchte. Das Fließband war für die industrielle Autofertigung vermutlich die wichtigste Erfindung. Doch bei Fahrzeugen mit vielen Ausstattungsoptionen stößt die lineare Herstellung mit festen Taktzeiten an ihre Grenzen.

"Die modulare Montage ist eine unserer Antworten auf die zukünftigen Anforderungen an die Produktion", sagt Walker. In einer Werkshalle in Ingolstadt wird diese Zukunft getestet. Etliche FTS fahren mit Türinnenverkleidungen zu einzelnen Montagestationen. An jeder der sieben Stationen steht ein Mitarbeiter. Andere FTS bringen die benötigten Bauteile zu den jeweiligen Stationen.

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 Audis Produktionslabor: Wenige Cloudrechner statt Tausende Industrie-PCsBeeindruckendes Ballett rund um eine Montagestation 
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Trollversteher 27. Jul 2022

Au weia, das kann doch nicht Dein Ernst sein...

Trollversteher 27. Jul 2022

Einfach mal den Artikel lesen. Wenn man nur "das Kabel des SAP-Systems" abgezogen hätte...

Trollversteher 27. Jul 2022

Warum sollte das so sein? Oh man, einfach mal den Artikel lesen bzw. sich mit der...

486dx4-160 26. Jul 2022

Laut Artikel betreiben die die Cloud selber. Ist halt ein zentraler Steuerungsrechner...



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