Audience Network: Facebook trackt auch Nichtnutzer für Werbezwecke

Über Code-Schnipsel wie den Like-Button sammelt Facebook auch Informationen über Nutzer, die das soziale Netzwerk nicht benutzen. Künftig werden diese Daten für Werbung genutzt. Das Unternehmen verspricht dabei aber bessere Werbung für alle.

Artikel veröffentlicht am ,
Facebook dehnt sein Werbenetzwerk jetzt auch auf Nichtnutzer aus.
Facebook dehnt sein Werbenetzwerk jetzt auch auf Nichtnutzer aus. (Bild: Wikimedia, LPS.1/CC0 1.0)

Bisher habe Facebook nur denjenigen Personen Werbung gezeigt, die einen Facebook-Account haben, schreibt der für Werbung bei dem Unternehmen zuständige Andrew Bosworth. Nun werde das hauseigene Werbenetzwerk so erweitert, dass der Dienst auch dafür genutzt werden kann, allen Werbung zu zeigen, inklusive jenen, die Facebook überhaupt nicht nutzen oder beim Aufruf einer Webseite nicht bei dem sozialen Netzwerk angemeldet sind.

Das Unternehmen sammelt nicht nur Daten über seine Nutzer, während sie den eigentlichen Dienst verwenden. Über Code-Einbettungen in Webseiten und Apps wie etwa den Like-Button oder die anderen sogenannten sozialen Plugins kann Facebook aber auch Informationen über Nutzer sammeln, die den Dienst gar nicht nutzen. Für diese Praxis des Trackings ist das Unternehmen insbesondere von Datenschützern immer wieder kritisiert worden.

Facebook verspricht bessere Onlinewerbung

Dem Wall Street Journal (WSJ) sagte Bosworth, dass diese Informationen der Nichtnutzer bisher nicht verwendet worden seien. "Jetzt werden wir diese benutzen, um diese Personen besser als Zielgruppe zu verstehen". Offenkundiges Ziel ist es also, Werbung noch zielgenauer vermarkten zu können. Auch Google geht für sein Werbenetzwerk seit Jahren ähnlich vor, wie es Facebook nun plant. Das WSJ vermutet deshalb künftig eine noch stärkere Konkurrenz zwischen den beiden Unternehmen, da sich die Reichweite der Werbung von Facebook wohl stark vergrößern wird.

Von dem neuen Vorgehen Facebooks sollen nicht nur Werbetreibende oder auch Verlage profitieren, sondern ebenso die Nutzer selbst. Damit bezieht sich das Unternehmen aber nicht darauf, dass die ausgespielte Werbung gut zum Nutzer passe, sondern darauf, dass die Werbemittel möglichst gut gestaltet sind und wenig nerven. So pflegt Facebook relativ umfangreiche Richtlinien zur Gestaltung von Werbeformaten. Sound ist etwa nur dann erlaubt, wenn Nutzer mit dem Werbeformat interagieren. Ebenso soll ein versehentlicher Klick auf eine Anzeige in einer mobilen Webseite automatisch erkannt werden und nicht zu einer Weiterleitung führen.

Facebook bietet seinen Nutzern die Möglichkeit, über die Einstellungen in ihrem Account dem Verwenden ihrer Daten zu Werbezwecken zu widersprechen. Dieses Opt-out soll künftig auch den Nichtnutzern zur Verfügung stehen, deren Daten nun ebenfalls verwendet werden.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


neocron 30. Mai 2016

Es ist relativ einfach ... wenn man auf ein entsprechendes Unternehmen stoesst, welches...

Salzbretzel 29. Mai 2016

Lieber Nutzer des World Wide Web. Viel zu lange haben wir Sie als nicht Nutzer...

Suppenpulver 29. Mai 2016

Vielen Dank dafür, so eine Liste hab ich seit langem gesucht. +1

Suppenpulver 29. Mai 2016

Neben noScript und Cookies von denen löschen, gibt es ja doch auch die Möglichkeit...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Autokonzerne auf der CES 2024
Nur Software lässt sich nicht gut ausstellen

CES 2024 Die deutschen Autohersteller sind mit angezogener Handbremse auf der CES in Las Vegas unterwegs. Dabei geht es um die Zukunft des Software Defined Vehicle.
Ein Bericht von Dirk Kunde

Autokonzerne auf der CES 2024: Nur Software lässt sich nicht gut ausstellen
Artikel
  1. Dune 1984: Autor findet David Lynchs Skript zum zweiten Teil von Dune
    Dune 1984
    Autor findet David Lynchs Skript zum zweiten Teil von Dune

    Der zweite Teil des 1984 erschienenen Sci-Fi-Epos Dune wurde nie Realität. Ein Skript gibt Einblicke, wann und wo der Film gespielt hätte.

  2. Selbstverpflichtung beim Tracking: So will die EU die Cookiebanner-Flut eindämmen
    Selbstverpflichtung beim Tracking
    So will die EU die Cookiebanner-Flut eindämmen

    Da es immer noch keine E-Privacy-Verordnung gibt, sollen Anbieter freiwillig die Nutzerpräferenzen beim Tracking respektieren. Bald sollen die Vorgaben feststehen.
    Eine Analyse von Friedhelm Greis

  3. OpenAI: Girlfriend-Chatbots verstoßen gegen die Regeln des GPT-Store
    OpenAI
    Girlfriend-Chatbots verstoßen gegen die Regeln des GPT-Store

    Nur einen Tag, nachdem OpenAI ChatGPT für Entwickler geöffnet hat, lassen sich Angebote finden, die es nicht geben dürfte.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    • Daily Deals • Lenovo 34" 21:9 Curved WQHD 299€ • ASRock RX 7900 XTX 1.039,18€ • War Hospital 21,59€ • Amazon-Geräte -50% • Acer 34" OLED UWQHD 175Hz 999€ • PS5 + Spider-Man 2 569€ • AMD Ryzen 9 5950X 379€ • Switch-Controller 17,84€ • AOC 27" QHD 165Hz 229€ • 3 Spiele für 49€ [Werbung]
    •  /