Audi E-Tron: Ein Akku-Doppelbett für die Jagd auf Tesla

In wenigen Monaten will Audi mit seinem ersten vollelektrischen Auto auf den Markt kommen. Beim Ladekonzept des E-Tron orientiert sich der deutsche Hersteller am US-Konkurrenten Tesla.

Ein Bericht von veröffentlicht am
Audi präsentiert den neuen E-Tron im Siemens-Schaltwerk in Berlin.
Audi präsentiert den neuen E-Tron im Siemens-Schaltwerk in Berlin. (Bild: Friedhelm Greis/Golem.de)

Nicht nur schnell und bequem fahren, sondern auch schnell und bequem laden: Der Ingolstädter Autohersteller Audi will die Käufer seiner künftigen Elektroautos mit einem "ganzheitlichen Ladeangebot" von den Vorteilen der Elektromobilität überzeugen. Der neue Audi E-Tron soll mit einer Leistung von bis zu 150 Kilowatt (kW) an Schnellladesäulen geladen werden können. Für das Laden zu Hause bietet der Hersteller gegen Aufpreis ein smartes Ladesystem für bis zu 22 Kilowatt Drehstrom an. Es ist sicher kein Zufall, dass sich Audi bei seinem Ladekonzept an den Standards der Tesla-Modelle S und X orientiert.

Inhalt:
  1. Audi E-Tron: Ein Akku-Doppelbett für die Jagd auf Tesla
  2. Aufwendiges Kühl- und Wärmesystem

Die beiden Grundelemente: eine vergleichweise große Batterie mit einer Kapazität von 95 Kilowattstunden (kWh) sowie ein Netz von Schnellladestationen, das Langstreckenfahrten ohne stundenlange Ladeunterbrechungen ermöglichen soll. Audi gibt nun eine Reichweite für den E-Tron von 400 Kilometern nach dem realistischeren WLTP-Zyklus an. Wie bereits auf dem Autosalon in Genf angekündigt, soll der neue E-Tron mit bis zu 150 kW per CCS-Kabel aufgeladen werden können.

Erste Schnellladestation errichtet

Dazu hat Audi zusammen mit BMW, Daimler, Ford sowie der VW-Schwesterfirma Porsche das Unternehmen Ionity gegründet, das bis zum Jahr 2020 etwa 2.000 Schnellladepunkte für High Power Charging mit bis zu 350 kW errichten will. Gerade in dieser Woche wurde auf der Autobahnraststätte Brohltal Ost an der Autobahn 61 die erste Schnellladestation mit sechs Säulen in Betrieb genommen. Schon Ende dieses Jahres soll es europaweit fast 200 solcher Stationen geben.

  • Der neue Audi E-Tron soll Ende des Jahres für 80.000 Euro auf den Markt kommen. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Audi präsentierte sein Ladekonzept in dieser Woche im Siemens-Hochspannungsprüffeld in Berlin.  (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Der E-Tron hat einen Lidar unter dem Kühlergrill, soll zunächst jedoch nicht über einen Staupiloten verfügen. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Die Batterie wiegt 700 Kilogramm und hat in etwa die Größe eines Doppelbetts.  (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Die Leistungselektronik ist für einen Austausch leicht zugänglich. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Die Aluminiumkonstruktion soll die Batterie vor Beschädigungen schützen. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Die Ladeklappe befindet sich auf der linken Seite neben der Fahrertür. Auf Wunsch ist eine weitere Klappe auf der rechten Seite bestellbar. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Der E-Tron hat nur noch eine Kamera als Außenspiegel. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
Der neue Audi E-Tron soll Ende des Jahres für 80.000 Euro auf den Markt kommen. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)

Damit wollen die deutschen Hersteller die Frusterlebnisse vermeiden, die Golem.de bei Elektroauto-Tests schon mehrfach beschrieben hat: Schnellladesäulen an Autobahnen sind für Nicht-Tesla-Fahrer dünn gesät, schlecht ausgeschildert, bisweilen zugeparkt und häufig defekt. "Wir wollen nicht nur die Reichweitenangst, sondern auch die Zugangsangst bekämpfen", sagte E-Tron-Produktmanager Johannes Eckstein bei der Präsentation des Ladekonzepts im Hochspannungs-Prüffeld von Siemens in Berlin. Ebenso wie bei den Tesla-Ladestationen soll es daher fünf bis sechs Ladesäulen pro Raststätte geben.

Audi-Ladekarte für 220 Anbieter

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Daneben wolle sich Ionity auch um das äußere Umfeld der Ladestationen kümmern. Neben der guten Auffindbarkeit sei auch eine Überdachung der Ladesäulen ein Thema, damit die Fahrer nicht mit nassen Ladekabeln hantieren müssten. Eine eigene Ladekarte, E-Tron Charging Service genannt, soll unkomplizierten Zugang zu 65.000 Wechselstromsäulen und den 2.000 Ionity-Schnellladern in Europa erlauben. International kooperiert Audi dazu mit 220 Ladepunktanbietern. Audi-Manager Anno Mertens zeigte sich offen für eine Kooperation mit Tesla, allerdings nur auf der Basis des Ladesteckerstandards CCS.

Für den Zugang zur Ladekarte muss sich der Kunde im myAudi-Portal registrieren und einen individuellen Ladevertrag abschließen. Die Abrechnung erfolgt danach automatisiert und ohne ein physisches Zahlungsmittel. Die Funktion Plug & Charge, die Daimler inzwischen für seinen Elektrosmart anbietet, soll bei Audi von 2019 an zur Verfügung stehen. Das Auto autorisiert sich damit selbsttätig an der Ladesäule und schaltet sie frei. Eine Karte wird nicht mehr benötigt. Ebenso wie bei Tesla lässt der Ladevorgang des Audi E-Tron über die App überwachen. Auch die Vorklimatisierung des Elektro-SUV lässt sich planen, fernsteuern und überwachen.

Viel Wert auf Sicherheit

Während Audi in dieser Woche nur wenige Details über die Motorisierung des E-Tron verraten wollte, präsentierten die Entwickler stolz die Eigenschaften der Lithium-Ionen-Batterie. Diese verfügt über 36 Zellmodule von der Größe eines Schuhkartons, die ebenso wie beim Tesla im Unterboden des Autos montiert sind. Mit 2,28 Meter Länge, 1,63 Meter Breite und 34 Zentimetern Höhe ist die Batterie so groß wie ein Doppelbett - mit 700 Kilogramm allerdings deutlich schwerer und mit einem Preis mehr als 25.000 Euro deutlich teurer. Fünf weitere Module sind wie Kopfkissen in einer zweiten Ebene angebracht, die sich unter den Rücksitzen befindet.

Die Akkuzellen lässt sich Audi von asiatischen Herstellern wie LG liefern. Die Batterie selbst wird jedoch im Brüsseler Werk montiert. Die Entwickler legten dabei auf eine sichere Konstruktion des Batterierahmens Wert, der einen möglichst großen Schutz bei Unfällen garantieren soll. Die Aluminiumkonstruktion mit einem Rahmen aus Strangpressprofilen und Gussknoten übernimmt dabei eine zusätzliche Tragefunktion in der Karosserie.

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Aufwendiges Kühl- und Wärmesystem 
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Free Mind 15. Mai 2018

Bin schon mal gespannt, wo sie die Käufer bei den Elektroautos verarschen werden. Ich...

demon driver 14. Mai 2018

Unfug.

Inori-Senpai 11. Mai 2018

???

Inori-Senpai 11. Mai 2018

Schau dir einfach mal an was Tesla für Verluste einfährt. VW hat trotz Krise wieder eine...



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