Abo
  • IT-Karriere:

Audi, BMW, Daimler: Kartendienst Here bleibt offen

Keine Exlusivnutzung: Die neuen Eigentümer des Kartendienstes Here wollen auch anderen Autoherstellern die digitalen Karten zur Verfügung stellen. Derzeit fehlt aber noch ein Partner aus China.

Artikel von Andrej Sokolow/dpa und Felix Frieler veröffentlicht am
Kartendienst Here: Autos liefern Daten über aktuelle Verkehrssituation
Kartendienst Here: Autos liefern Daten über aktuelle Verkehrssituation (Bild: Here)

Audi, BMW und Daimler wollen den Nokia-Kartendienst Here für Konkurrenten offenhalten und auch außerhalb der Autoindustrie vermarkten. Here solle ein Service werden, "der weiß, was wo im konkreten Augenblick passiert", sagte Audi-Chef Rupert Stadler am 7. Dezember 2015 in Berlin. Die drei Autokonzerne erwägen auch, Daten von Sensoren aus ihren vernetzten Fahrzeugen in Here einfließen zu lassen. Dabei sollen die Kunden um Erlaubnis gefragt werden.

Stellenmarkt
  1. Hays AG, Berlin
  2. Biotrics Bioimplants GmbH, Berlin

Die drei Hersteller hatten Here im August dieses Jahres für knapp drei Milliarden Euro übernommen. Ende der vergangenen Woche genehmigten die zuständigen Wettbewerbsbehörden die Übernahme.

Das Auto ermittelt seine Position auch ohne GPS

Here soll die Autohersteller in die Lage versetzen, mit hochpräzisen Daten Fahrzeuge auch autonom fahren zu lassen. Herkömmliche Navigationskarten für Autos sind bis auf wenige Meter genau, Hochpräzisionskarten für autonome Fahrzeuge stellen die Umgebung dagegen zentimetergenau dar. Die Here-Karten sollen genug Umgebungsinformationen enthalten, damit ein Auto seine exakte Position auch ohne GPS-Satellitensignal feststellen kann. Diese Qualität hätten bereits einige Karten, mit denen selbstfahrende Fahrzeuge in den USA, Deutschland, Frankreich und Japan getestet würden, sagte Stadler.

Nokias Here war eine seltene Gelegenheit, einen weltweit agierenden Kartendienst zu kaufen. Der Preis für das Unternehmen mit über 6.000 Mitarbeitern erreichte in einer Auktion 2,8 Milliarden Euro. Die drei Partner halten jeweils ein Drittel der Anteile und wollen klar zwischen ihren Rollen als Investoren und Here-Kunden trennen. Auch die Konkurrenten der drei Eigentümer werden weiterhin als Kunden bedient, wie Here-Chef Sean Fernback unterstrich. Here werde unabhängig agieren.

Baidu wollte nicht mitmachen

Mit dem chinesischen Internet-Unternehmen Baidu gebe es noch Gespräche, sagte Fernback. "Wir haben Optionen in China." Baidu hatte sich gegen einen Einstieg bei Here entschieden.

Die drei Autobauer sicherten sich mit Here mehr Unabhängigkeit von den wenigen anderen großen Karten-Anbietern wie Google oder Tomtom. Das ist besonders wichtig, da Google seit Jahren auch ein führender Entwickler selbstfahrender Autos ist. Digitale Karten gelten als ein Schlüsselelement für das autonome Fahren. Der Kauf von Here sei eine beispiellose Kooperation von Rivalen, betonte Stadler. Here sei bereits profitabel, und die Autobauer erwarteten auch in Zukunft Rendite.

Es werden keine Daten über Fahrer gesammelt

Bei den vernetzten Autos der drei Hersteller ginge es um eine Größenordnung von bereits zwei Millionen Fahrzeugen. Mit den anonymisierten Daten können in den Karten zum Beispiel die aktuelle Verkehrslage oder der Zustand der Straßen berücksichtigt werden. Dabei ist eine breite Datenbasis besonders wichtig: Je mehr Informationen in das System einfließen, desto präziser funktioniert es. BMW-Entwicklungschef Klaus Fröhlich betonte zugleich, man sammele Daten aus den Fahrzeugen, aber nicht über die Fahrer.

Here hatte bereits vor der Übernahme eine Initiative für einen internationalen Standard für Fahrzeugdaten angestoßen.



Anzeige
Top-Angebote
  1. 41,80€ inkl. Rabattgutschein (Bestpreis!)
  2. 79€
  3. 189€

PiranhA 08. Dez 2015

Letztendlich haben wir im Auto immer eine Fusion aller Sensordaten. Wenn man die Stra...

jidmah 08. Dez 2015

Ähnliches passiert auch wenn das Ziel sehr nah an oder unter einer Brücke steht, über die...


Folgen Sie uns
       


Asus ROG Phone 2 ausprobiert

Das neue ROG Phone II von Asus richtet sich an Mobile Gamer - ist angesichts der Topausstattung aber auch für alle anderen Nutzer interessant.

Asus ROG Phone 2 ausprobiert Video aufrufen
IMHO: Porsche prescht beim Preis übers Ziel hinaus
IMHO
Porsche prescht beim Preis übers Ziel hinaus

Die technischen Werte der beiden elektrischen Porsche Taycan-Versionen sind beeindruckend. Viele werden sie als "Tesla-Killer" bezeichnen. Doch preislich peilt Porsche damit eine extrem kleine Zielgruppe an: Ein gut ausgestatteter Turbo S kostet 214.000 Euro.
Ein IMHO von Dirk Kunde

  1. Gaming Konsolenkrieg statt Spielestreaming
  2. IMHO Valve, so geht es nicht weiter!
  3. Onlinehandel Tesla schlägt Kaufinteressenten die Ladentür vor der Nase zu

IT-Studium: Kein Abitur? Kein Problem!
IT-Studium
Kein Abitur? Kein Problem!

Martin Fricke studiert Informatik, obwohl er kein Abitur hat. Das darf er, weil Universitäten Berufserfahrung für die Zulassung anerkennen. Davon profitieren Menschen wie Unternehmen gleichermaßen.
Von Tarek Barkouni

  1. IT Welches Informatikstudium passt zu mir?
  2. Bitkom Nur jeder siebte Bewerber für IT-Jobs ist weiblich

Manipulierte Zustimmung: Datenschützer halten die meisten Cookie-Banner für illegal
Manipulierte Zustimmung
Datenschützer halten die meisten Cookie-Banner für illegal

Nur die wenigsten Cookie-Banner entsprechen den Vorschriften der DSGVO, wie eine Studie feststellt. Die Datenschutzbehörden halten sich mit Sanktionen aber noch zurück.
Ein Bericht von Christiane Schulzki-Haddouti

  1. Chrome & Privacy Google möchte uns in Zukunft anders tracken
  2. Tracking Google und Facebook tracken auch auf vielen Pornoseiten
  3. Android Apps kommen auch ohne Berechtigung an Trackingdaten

    •  /