Auch wegen Corona: Bargeldlose Zahlungen in Deutschland nehmen zu

Deutschland gilt als "Barzahlerland" - seit einiger Zeit ändert sich das aber. Die Coronakrise könnte einen Einfluss darauf haben.

Artikel veröffentlicht am , / dpa
Bargeld ist in Deutschland immer noch recht beliebt.
Bargeld ist in Deutschland immer noch recht beliebt. (Bild: Pixabay/CC0 1.0)

Zahlungen per Karte und Smartphone scheinen in Deutschland an Bedeutung zu gewinnen, wie eine repräsentative Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach unter 1.237 Personen im Auftrag der Initiative Deutsche Zahlungssysteme zeigt. Demnach gibt knapp jeder Zweite an, die letzten Einkäufe mit Karte beglichen zu haben. Und jeder Zehnte der 16- bis 29-Jährigen hat seine letzten Erledigungen mit dem Smartphone bezahlt.

Die Kartenzahlung hat in den vergangenen Jahren ein leichtes Wachstum erlebt: Gaben 2016 66 Prozent an, grundsätzlich am liebsten bar zu bezahlen, waren es 2019 60 Prozent. Im Jahr 2020 ist der Anteil auf 52 Prozent gesunken. Die letzten getätigten Einkäufe bezahlte Anfang Juli 2020 knapp jeder Zweite (48 Prozent) mit Karte.

Zwischen den Altersgruppen gibt es Unterschiede beim Zahlungsverhalten: Bei den 30- bis 44-Jährigen (61 Prozent) dominiert die Kartenzahlung inzwischen genauso wie bei den 45- bis 59-Jährigen (54 Prozent). Die Ü-60-Jährigen hingegen haben noch vorwiegend in bar bezahlt (65 Prozent). Jedoch nehmen auch hier die Werte für die Kartenzahlung zu (von 24 Prozent in 2019 auf 35 Prozent in 2020).

Zahlungen mit dem Smartphone sind noch gering

Zehn Prozent der 16- bis 29-Jährigen und acht Prozent der 30- bis 44-Jährigen haben nach eigener Aussage die letzten getätigten Einkäufe mit dem Handy beglichen. Das ist verglichen mit den anderen Zahlungsarten deutlich weniger, noch nie wurde allerdings eine Funktion der Girocard so schnell von Verbrauchern angenommen wie das kontaktlose Bezahlen. So gibt heute bereits jeder Zweite an, schon einmal berührungslos bezahlt zu haben. 2019 waren es noch 30 Prozent.

Ein weiterer Grund für den Schub in der Nutzung elektronischer und insbesondere auch kontaktloser Zahlungssysteme ist offenbar die anhaltende Coronakrise. 39 Prozent haben nach eigenen Aussagen in den vergangenen Wochen deshalb bewusst häufiger mit Karte bezahlt. Fast die Hälfte der Befragten (44 Prozent) sagen, nach der Coronakrise dieses Verhalten beibehalten zu wollen.

Das betrifft nicht nur größere Einkaufssummen, sondern auch kleinere Beträge bis 25 Euro. Hier dominiert bisher noch das Bargeld mit 68 Prozent, jeder Fünfte (21 Prozent) bezahlt diese kleineren Summen jedoch jetzt schon lieber mit der Girocard, vier Prozent sogar am liebsten mit dem Smartphone. Die Kreditkarte bildet das Schlusslicht mit drei Prozent. Als Gründe für die Zahlung mit Karte oder Smartphone unter 25 Euro werden die einfache Handhabung genannt (83 Prozent), "es geht schnell" (79 Prozent) und "man muss nicht darauf achten, ausreichend Bargeld dabei zu haben" (77 Prozent).

Bereits während des bisherigen Höhepunktes der Coronawelle in Deutschland hat das Beratungsunternehmen Oliver Wyman geschätzt, dass Kartenzahlungen sowie das kontaktlose Bezahlen zunehmen könnten.

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Baby_Barneyjo 11. Sep 2020

Wo wenige Händler sind das ja leider gar nicht. Tankstellen, Supermärkte...

grutzt 09. Sep 2020

Der ganze Kram von wegen bargeldloser Zahlung wegen Corona ist nur Blödsinn...

Oekotex 09. Sep 2020

Stimmt, heute sind wir vollkommen unabhängig. Weil wir uns das Geld ja zuhause drucken...

IchBIN 09. Sep 2020

Nein, es gibt mehr als deutliche Hinweise, dass es die Bestrebung gibt. Wehret den...



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