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Attraktiverer Markt: Panasonic baut Akkus für KI-Rechenzentren statt E-Autos

Bis 2028 sollen Produktion und Umsatz vervielfacht werden. Rechenzentren versprechen dank KI-Boom mehr Wachstum als Elektroautos.
/ Johannes Hiltscher
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Seinen mit Akkuzellen bestückten Rack-Einschub hat Panasonic Energy bei der CES 2026 gezeigt. (Bild: Panasonic Energy)
Seinen mit Akkuzellen bestückten Rack-Einschub hat Panasonic Energy bei der CES 2026 gezeigt. Bild: Panasonic Energy

Bei Akkuzellen von Panasonic denken viele wohl gleich an Tesla. Der japanische Konzern ist seit langem wichtiger Partner des Autobauers. Doch Panasonic hat ein neues Feld entdeckt, von dem sich das Unternehmen mehr Wachstumspotenzial verspricht: Backup-Akkus für Rechenzentren, genannt BBUs, die verteilt als eigene Einschübe mit sechs Akkupaketen in die Racks eingesetzt werden.

Hier erwartet Panasonic insbesondere durch den Bau von KI-Rechenzentren immenses Wachstum. Um ausreichend Akkuzellen herstellen zu können, sollen sogar einige Werke künftig für die BBUs anstatt für Elektroautos produzieren. Die Pläne hat der Konzern konkretisiert(öffnet im neuen Fenster) : Die Fertigungskapazität in Japan soll bis zum Fiskaljahr 2029, das am 31. März 2029 endet, gegenüber dem Fiskaljahr 2026 verdreifacht werden.

Hier sollen, wie auch im Werk in Kansas, USA, einige Produktionslinien im laufenden Fiskaljahr 2027 auf Zellen für die BBUs umstellen. Das bestehende Werk in Apodaca, Mexiko, soll ausgebaut werden, ein Neubau soll es zusätzlich erweitern. Im Fiskaljahr 2029 erwartet Panasonic Energy mit Produkten für Rechenzentren einen Umsatz von 800 Milliarden Yen (rund 4,4 Milliarden Euro) – viermal so viel wie im Fiskaljahr 2025(öffnet im neuen Fenster) .

Nach RAM Engpass bei Akkus?

Gestützt wird die Prognose davon, dass laut Panasonic 80 Prozent der geplanten Produktionskapazität bereits verkauft sind. Aktuell habe man bei den verteilten Lösungen zudem kaum Konkurrenz, der eigene Marktanteil liege bei 80 Prozent.

Die BBUs sollen die klassischen Mechanismen zur Sicherung der Versorgungsspannung in Rechenzentren – zentrale Batteriespeicher zur kurzfristigen Überbrückung sowie Generatoren für längere Ausfälle – ergänzen. Zudem sollen sie kurze Lastspitzen ausgleichen und damit die Belastung der Energieinfrastruktur reduzieren.

Neben Lösungen auf Basis von Lithium-Ionen-Zellen arbeitet Panasonic Energy aktuell an einer Lösung auf Basis sogenannter Super Caps. Diese Kondensatoren mit besonders hoher Kapazität ermöglichen deutlich höhere Entladeströme als Akkuzellen. Damit können sie noch flexibler auf Schwankungen im Leistungsbedarf der Hardware reagieren.

Dass nach RAM und CPUs durch Panasonics Produktionsumstellung Akkuzellen für Elektroautos knapp werden, erscheint allerdings unwahrscheinlich. Es gibt eine Reihe von Anbietern, Kunden dürften zudem größtenteils langfristige Verträge haben.


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