Attentat von Buffalo: "Inlandsterrorist" wohl auf Discord und 4chan radikalisiert

Der Attentäter von Buffalo, ein 18-jähriger Weißer, hat seinen Anschlag auf Schwarze live im Internet gestreamt.

Artikel veröffentlicht am , Lennart Mühlenmeier
Polizeiauto vor dem Tatort zwei Tage nach der Tat.
Polizeiauto vor dem Tatort zwei Tage nach der Tat. (Bild: REUTERS/Brendan McDermid)

Nach einem Attentat in Buffalo, USA, gibt es Hinweise auf eine Radikalisierung des Täters in Internetforen und Imageboards wie 4chan. Der Anschlag hatte offenbar das bewusste Ziel, Schwarze zu töten. Es existiert ein Manifest, das dem Täter zugeordnet wird und in dem steht, dass er sich auf Discord und Imageboard radikalisiert habe. Golem.de konnte das bisher nicht verifizierte Dokument einsehen.

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US-Präsident Joe Biden bezeichnet den Vorfall in einer Presseerklärung als "Inlandsterrorismus". Der 18-jährige Weiße hat übereinstimmenden Medienberichten zufolge vor allem schwarze Menschen umgebracht. Er beging seine Tat am 14. Mai 2022 in einem Supermarkt in der Stadt Buffalo des Staates New York. Die Polizei konnte ihn festnehmen.

In dem Manifest namens "Yeah.docx", das laut Medienberichten bei Google Drive gehostet wurde, bestätigt der Täter das Motiv. Dort bezeichnet er Schwarze als Bevölkerungsgruppe, die in einem "eigentlich weißen Land" die Bevölkerung austausche. Dieses rechtsextreme Motiv wird auch in Deutschland von der Identitären Bewegung (IB) verfolgt. Die IB wird seit dem Jahr 2019 vom Verfassungsschutz beobachtet.

Täter streamte Tat auf Twitch

Der Täter soll seine Tat auf Twitch von einer Helmkamera gestreamt haben. Zudem soll er sie vorab auf der Messenger- und Konferenzplattform Discord angekündigt haben, damit Gleichgesinnte das Video herunterladen und somit archivieren können. In dem ihm zugeordneten Manifest bezeichnet der Täter den Attentäter von Christchurch aus dem Jahr 2019, Brenton Tarrant, als Inspiration. Gerade auch dessen Livestream der Tat habe ihn radikalisiert. Er spricht ausdrücklich von "Radikalisierung", als angeblich "einzige Antwort auf Degeneration".

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In dem ihm zugeordneten Manifest gibt der Täter an, dass er Anfang des Jahres 2020 auf das Imageboard 4chan gestoßen sei. Dort habe er in dem Channel zu Politik "durch Infografiken, Shitposts und Memes gelernt, dass die weiße Rasse ausstirbt". Das englischsprachige Manifest umfasst 180 Seiten.

Bereits nach dem Attentat von Christchurch stellte sich die Frage nach der Löschung von solchen Livestream-Mitschnitten. Damals wurden Uploadfilter zur Verhinderung der "Verbreitung terroristischer Inhalte im Internet" gefordert.

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geschmackvolle... 18. Mai 2022 / Themenstart

Sicherlich sind Fähigkeiten einer Spezies Teil ihrer Evolution, und man kann vortrefflich...

Sarkastius 18. Mai 2022 / Themenstart

Jemand der fast noch ein Kind ist schreibt ein 180 seitiges Manifest? Es besteht...

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