Abo
  • IT-Karriere:

Attacke auf Forbes.com: Chinesische Hacker verketten Zero-Days in Flash und ASLR

Selbst der Besuch seriöser Websites kann unangenehme Folgen haben. Hacker kombinierten verschiedene Sicherheitslücken im Flash Player und Internet Explorer, um gezielt US-Rüstungsunternehmen, Regierungsstellen und Finanzdienste über Forbes.com anzugreifen.

Artikel veröffentlicht am ,
Die Malware wartete am Wasserloch Forbes.com auf ihre Opfer.
Die Malware wartete am Wasserloch Forbes.com auf ihre Opfer. (Bild: www.invincea.com)

US-Sicherheitsunternehmen haben einen ausgefeilten Angriff auf zahlreiche Unternehmen der Rüstungsindustrie und des Finanzsektors sowie von Regierungsstellen und Think Tanks in den USA aufgedeckt. Die Attacke habe bereits Ende November 2014 stattgefunden und mehrere bis dato unbekannte Sicherheitslücken im Flash Player und Internet Explorer ausgenutzt, berichteten die Sicherheitsfirmen Invincea und Isights Partners. Der Angriff wird der chinesischen Hackertruppe Codoso zugeschrieben, die bereits ähnliche Attacken auf das norwegische Friedensnobelpreiskomitee und ethnische Minderheiten in China ausgeführt haben soll.

Stellenmarkt
  1. Fresenius Medical Care Deutschland GmbH, Bad Homburg vor der Höhe
  2. DEKRA Certification GmbH, Berlin

Den Berichten zufolge nutzten die Hacker zunächst eine unbekannte Sicherheitslücke in Adobes Flash Player aus, die am 9. Dezember 2014 gepatcht wurde (CVE-2014-9163). Dieser Zero-Day-Exploit ermöglichte durch einen Pufferüberlauf dem Angreifer die Ausführung von Code. Dabei infizierten die Hacker den "Gedanken des Tages", der dem Besuch der eigentlichen Website vorgeschaltet ist. Beim Aufruf der Seite wurde auf eine URL umgeleitet, um das schädliche Flash-Exploit herunterzuladen. Dieses installierte eine DLL-Datei auf dem Zielrechner, die dessen Systemeigenschaften komplett ausspähte und ihn nach offenen VPN-Verbindungen durchsuchte. Der Angriff soll alles in allem sieben Sekunden gedauert haben.

ASLR-Mechanismus ausgehebelt

Den Sicherheitsexperten zufolge nutzten die Hacker für den Angriff zusätzlich eine Zero-Day-Lücke in den Versionen 9 bis 11 des Internet Explorers aus, die in dieser Woche erst gepatcht wurde (CVE-2015-0071). Diese Lücke erlaubte es Angreifern, den sogenannten ASLR-Schutzmechanismus auszuhebeln. Diese Randomisierung des Speicherlayouts soll eigentlich vor Sicherheitslücken durch Fehler in der Speicherverwaltung schützen. In Absprache mit Microsoft wurde über die Lücke nicht vor dem Februar-Patchday berichtet.

Nach Ansicht von Invincea ist ein kombinierter Zero-Day-Angriff in der Welt von Cyberangriffen ein "Einhorn", vergleichbar mit der staatlichen Cyberwaffe Stuxnet. Obwohl die Webseite Forbes.com sehr stark besucht werde (Platz 61 in den USA und Platz 168 weltweit), habe die Attacke nicht dem Millionenpublikum, sondern genau ausgewählten Zielen gegolten. Von den 20.000 Firmen, die Invincea-Produkte nutzten, seien nur wenige aus dem Bereich Finanzen und Rüstung infiziert worden. Angriffe nach diesem Prinzip werden als Wasserlochattacken (Watering hole) bezeichnet, weil sie Seiten infizieren, von denen angenommen wird, dass sie das Opfer regelmäßig besucht.



Anzeige
Top-Angebote
  1. (Monitore ab 147,99€ und Laptops ab 279,00€)
  2. 99,99€(Bestpreis!)
  3. 122,89€
  4. GRATIS

LCO 12. Feb 2015

Ich habe Flash deinstalliert, möglicherweise kann ich nicht mehr alles sehen, aber für...

mambokurt 12. Feb 2015

Wer nicht die Eier hat ein Schwein zu schlachten soll nicht in den Aldi rennen und sich...

Prinzeumel 12. Feb 2015

Und? Was ändert das? Der westen hat nur schon begriffen: "wir können alles machen...

Niantic 12. Feb 2015

irgendwie ist mir genau das gleiche durch den Kopf gegangen. Den Begriff "unheilige...


Folgen Sie uns
       


Demo gegen Uploadfilter in Berlin - Bericht

Impressionen von der Demonstration am 23. März 2019 gegen die Uploadfilter in Berlin.

Demo gegen Uploadfilter in Berlin - Bericht Video aufrufen
TES Blades im Test: Tolles Tamriel trollt
TES Blades im Test
Tolles Tamriel trollt

In jedem The Elder Scrolls verbringe ich viel Zeit in Tamriel, in TES Blades allerdings am Smartphone statt am PC oder an der Konsole. Mich überzeugen Atmosphäre und Kämpfe des Rollenspiels; der Aufbau der Stadt und der Charakter-Fortschritt aber werden geblockt durch kostspielige Trolle.
Ein Test von Marc Sauter

  1. Bethesda TES Blades startet in den Early Access
  2. Bethesda The Elder Scrolls 6 erscheint für nächste Konsolengeneration

Jobporträt: Wenn die Software für den Anwalt kurzen Prozess macht
Jobporträt
Wenn die Software für den Anwalt kurzen Prozess macht

IT-Anwalt Christian Solmecke arbeitet an einer eigenen Jura-Software, die sogar automatisch auf Urheberrechtsabmahnungen antworten kann. Dass er sich damit seiner eigenen Arbeit beraubt, glaubt er nicht. Denn die KI des Programms braucht noch Betreuung.
Von Maja Hoock

  1. Struktrurwandel IT soll jetzt die Kohle nach Cottbus bringen
  2. IT-Jobporträt Spieleprogrammierer "Ich habe mehr Code gelöscht als geschrieben"
  3. Recruiting Wenn die KI passende Mitarbeiter findet

Swobbee: Der Wechselakku kommt wieder
Swobbee
Der Wechselakku kommt wieder

Mieten statt kaufen, wechseln statt laden: Das Berliner Startup Swobbee baut eine Infrastruktur mit Lade- und Tauschstationen für Akkus auf. Ein ähnliches Geschäftsmodell ist schon einmal gescheitert. Dieses kann jedoch aufgehen.
Eine Analyse von Werner Pluta

  1. Elektromobilität Seoul will Zweirad-Kraftfahrzeuge und Minibusse austauschen
  2. Rechtsanspruch auf Wallboxen Wohnungswirtschaft warnt vor "Schnellschuss" bei WEG-Reform
  3. Innolith Energy Battery Schweizer Unternehmen entwickelt sehr leistungsfähigen Akku

    •  /