Hat die E-Mail heute noch einen Platz?

Im Nachhinein betrachtet hat Atos mit der damals umstrittenen Idee also nur einem Trend vorausgegriffen. "Die E-Mail ist kein geeignetes Kommunikationswerkzeug mehr", sagte der damalige Atos-Chef und heutige EU-Kommissar Thierry Breton 2011 in einem Interview. In der Zeit von täglichen Videokonferenzen und Gruppenchats mit Kollegen klingt eine Abkehr von der E-Mail heute nicht mehr so utopisch wie noch vor zehn Jahren.

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Zu Beginn des Zero-E-Mail-Projekts las jeder Mitarbeiter bei ATos nach eigenen Angaben täglich noch 200 E-Mails. Auf Null wurde diese Zahl zwar nicht gebracht, aber dennoch deutlich nach unten. Pieper sagt: "Je nach Zählweise sind wir bei 60 bis 80 Prozent weniger internen E-Mails angekommen." Auch wenn Zero-E-Mail nicht erreicht ist, teilt sich die E-Mail die Aufmerksamkeit mit neuen Kommunikationskanälen. Wie viele Chatnachrichten die Angestellten in Teams lesen, bleibt offen.

Während der Coronapandemie wurde die digitale Kommunikationsstrategie von Unternehmen weltweit auf eine Probe gestellt. Besonders Videokonferenzen ersetzten direkte Meetings. Aber auch die E-Mail war bei Atos auf einmal wieder ein geeignetes Werkzeug. "Alle digitalen Instrumente haben Zulauf gefunden und damit auch die E-Mail", so Pieper. Genaue Zahlen zum E-Mail-Aufkommen gibt es nicht, aber zumindest gefühlt seien es im Lockdown wieder mehr Nachrichten geworden. "Es ist ein bisschen mehr geworden, weil es in Teilen eine Face-to-Face-Kommunikation ersetzt hat", sagt Stefan Pieper.

Der Wandel bleibt im Wandel

Für den Atos-Sprecher ist der selbstverständliche Umgang mit Alternativen zur E-Mail auch eine Generationenfrage. "Kolleginnen und Kollegen, die neu an Bord kommen, sind sehr viel stärker mit einer Social-Media-Kommunikation aufgewachsen", so Pieper. "Das heißt, sie ist es ist es selbstverständlicher, Sachen in einem Chat bereitzustellen oder Dokumente automatisch zu teilen, statt sie irgendwo per E-Mail zu schicken."

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Strikte Vorgaben für das Kommunikationsverhalten gibt es schon lange nicht mehr, und ohne die Präsenz des Zero-E-Mail-Projekts habe sich das Verhalten an einigen Stellen auch wieder zu alten Gewohnheiten zurückentwickelt. Schlimm sei das laut Pieper nicht.

"Es ging darum, den Leuten klar zu machen, dass es unterschiedliche Instrumente für unterschiedliche Kommunikationsbedarfe gibt und dass man sie auch entsprechend alle nutzen muss, um erfolgreich zusammenzuarbeiten", sagt Pieper. Mit dieser Einstellung könne man auch den zukünftigen technologischen Wandel mitgehen. "Das ist das Wichtigste."

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 Atos: Zero-E-Mail, zehn Jahre später
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mucpower 04. Apr 2022 / Themenstart

Das ist hier noch schlimmer. Hier gibt es gleich 2 oder 3 Tools, die das Gleiche machen...

uschatko 31. Mär 2022 / Themenstart

und wer konzentriert arbeiten will, nimmt E-Mail. So einfach ist das.

Cerdo 30. Mär 2022 / Themenstart

Chatten kann man innerhalb einer Firma auch wunderbar über Teams, Zoom und co., je...

viethansel 27. Mär 2022 / Themenstart

@Packwahn da bringst du etwas gewaltig durcheinander, mit "dass eine Email im...

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