Atos: Hersteller von Anwaltspostfach will keine Fragen beantworten

Die Bundesrechtsanwaltskammer will im Rahmen einer Veranstaltung namens BeAthon die Sicherheitsprobleme des Besonderen elektronischen Anwaltspostfachs diskutieren. Doch der Hersteller Atos will nicht teilnehmen.

Artikel veröffentlicht am , Hanno Böck
Atos - der Hersteller des BeA  - hat offenbar kein Interesse an einer Diskussion mit IT-Sicherheitsexperten.
Atos - der Hersteller des BeA - hat offenbar kein Interesse an einer Diskussion mit IT-Sicherheitsexperten. (Bild: Logo)

Nach den zahlreichen Sicherheitsproblemen des Besonderen elektronischen Anwaltspostfachs (BeA) versucht die Bundesrechtsanwaltskammer, durch die Einbindung externer Experten Vertrauen wiederzugewinnen. Doch der Hersteller der Software, die Firma Atos, hat daran offenbar kein Interesse: An einer Veranstaltung der Rechtsanwaltskammer, auf der über die Sicherheitsprobleme des BeA diskutiert werden soll, will Atos nicht teilnehmen. Zudem soll Atos ein Subunternehmen angewiesen haben, sich ebenfalls nicht an der Veranstaltung zu beteiligen.

Für kommenden Freitag hat die Bundesrechtsanwaltskammer zum BeAthon eingeladen. Dort sollen die Sicherheitsprobleme des BeA mit unabhängigen IT-Sicherheitsexperten diskutiert werden. Auch der Autor dieses Artikels wurde dazu eingeladen. Der BeAthon soll trotzdem wie geplant stattfinden.

BeAthon ohne den Hersteller Atos

"Wir bedauern die Absage von Atos sehr", sagte dazu der Präsident der Bundesrechtsanwaltskammer, Ekkehart Schäfer. "Gerne hätten wir gemeinsam mit externen Kritikern die von Atos zur Verfügung gestellte Lösung zur Behebung der Problematik in der Verbindung zwischen der BeA-Komponente Client Security und BeA-Webanwendung erörtert und gegebenenfalls weitere Schritte bis zur erneuten Inbetriebnahme des BeA diskutiert."

Das Besondere elektronische Anwaltspostfach ist eine Software, mit der Rechtsanwälte und Gerichte verschlüsselt kommunizieren sollen. Seit 1. Januar 2018 sind Anwälte theoretisch verpflichtet, das BeA zu nutzen, zur Zeit ist es allerdings offline. Der Grund dafür: Kurz vor Weihnachten fand Markus Drenger vom Chaos Computer Club Darmstadt heraus, dass in der Software ein eingebettetes Zertifikat samt privatem Schlüssel vorhanden war. Dieses wurde anschließend durch ein selbstsigniertes Root-Zertifikat ersetzt, was - wie Golem.de aufgedeckt hat - eine noch größere Sicherheitslücke darstellte.

Das BeA hat noch weitere Sicherheitsprobleme. Doch dies einzugestehen, fällt anscheinend auch der Bundesrechtsanwaltskammer immer noch schwer. Während die Probleme mit dem Zertifikat in der jüngsten Pressemitteilung erwähnt sind, fehlt der Hinweis auf die zahlreichen anderen Sicherheitslücken.

Sicherheitsgutachten durch Secunet

Neben dem BeAthon plant die Bundesrechtsanwaltskammer, ein Gutachten in Auftrag zu geben, in dem die Sicherheit überprüft wird. Dieses Gutachten soll von der Firma Secunet erstellt werden.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


metux 26. Jan 2018

https://foss-erv.blogspot.de/2018/01/bea-quellen-tku-leicht-gemacht.html

metux 26. Jan 2018

Offener Diskurs ?! Das ist nix weiter als limited hangout. Die wirklich spannenden...

metux 26. Jan 2018

BOS/Governikus.

metux 26. Jan 2018

Ich höre regelmäßig aus Siemens-Kreisen, daß ATOS/SIS schon mit IP-Routing komplett...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Programmiersprache
Das ändert sich in Go 1.20

Im Februar erscheint Go in der Version 1.20. Wir geben eine Übersicht über die wichtigsten Neuerungen.
Von Tim Scheuermann

Programmiersprache: Das ändert sich in Go 1.20
Artikel
  1. Morgan Stanley: Bank reicht Whatsapp-Millionen-Strafe an Angestellte weiter
    Morgan Stanley
    Bank reicht Whatsapp-Millionen-Strafe an Angestellte weiter

    Wegen der Nutzung von Whatsapp hatten Finanzregulatoren 2022 mehrere Banken mit hohen Strafen belegt.

  2. Arbeit im Support: Von der Kunst, Menschen und Technik zu jonglieren
    Arbeit im Support
    Von der Kunst, Menschen und Technik zu jonglieren

    Geht nicht, gibt's oft - und dann klingelt das Telefon beim Support. Das Spektrum der Probleme ist gewaltig und die Ansprüche an einen guten Support auch. Ein Leitfaden für (angehende) Supportmitarbeiter.
    Ein Ratgebertext von Lutz Olav Däumling

  3. Lara Croft im Fernsehen: Amazon plant Serie zu Tomb Raider
    Lara Croft im Fernsehen
    Amazon plant Serie zu Tomb Raider

    Lara Croft könnte nach mehreren Spieleverfilmungen zur Fernsehheldin werden. Das Drehbuch dazu soll Phoebe Waller-Bridge schreiben.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • XFX RX 7900 XTX 1.199€ • WSV bei MM • Razer Viper V2 Pro 119,99€ • MindStar: XFX RX 6950 XT 799€, MSI RTX 4090 1.889€ • Epos Sennheiser Game One -55% • RAM/Graka-Preisrutsch • Razer Gaming-Stuhl -41% • 3D-Drucker 249€ • Kingston SSD 1TB 49€ • Asus RTX 4080 1.399€[Werbung]
    •  /