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Kashiwazaki-Kariwa: Japan nimmt Atomkraftwerk wieder in Betrieb

15 Jahre nach dem Fukushima-Unglück wird das verantwortliche Unternehmen Tepco am 20. Januar zwei Reaktorblöcke wieder ans Netz anschließen.
/ Patrick Klapetz
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IAEO-Experten verlassen am 17. April 2013 Block 4 des Kernkraftwerks Fukushima Daiichi der Tepco. (Bild: Greg Webb / IAEA)
IAEO-Experten verlassen am 17. April 2013 Block 4 des Kernkraftwerks Fukushima Daiichi der Tepco. Bild: Greg Webb / IAEA
Inhalt
  1. Kashiwazaki-Kariwa: Japan nimmt Atomkraftwerk wieder in Betrieb
  2. Die verhängnisvollen Folgen von Fukushima

Der japanische Energiekonzern Tepco (Tokyo Electric Power Company) hat angekündigt(öffnet im neuen Fenster) , die Reaktorblöcke 6 und 7 des Atomkraftwerks Kashiwazaki-Kariwa am 20. Januar 2026 wieder hochzufahren. Es ist das theoretisch leistungsstärkste Atomkraftwerk der Welt. Mit der Entnahme der Steuerstäbe wird die Aufnahme des kommerziellen Betriebs für den 26. Februar 2026 vorangetrieben.

"Als das für den Unfall von Fukushima Daiichi verantwortliche Unternehmen werden wir die gewonnenen Erkenntnisse und Lehren anwenden" , teilte Tepco-Präsident Tomiaki Kobayakawa mit. "Wir werden die Wiederinbetriebnahme, die erste seit 14 Jahren, fortsetzen und dabei die Sicherheit an oberste Stelle setzen" , führte er fort.

Uneinigkeit im Parlament

Das Regionalparlament der Präfektur Niigata, in der die Anlage liegt, hatte kurz vor Weihnachten diesen Schritt genehmigt. Sie hofft, durch die Inbetriebnahme wirtschaftlich von Subventionen und Steuereinnahmen profitieren zu können. Tepco werde die verschärften Sicherheitsauflagen erfüllen. 2017 erklärte die Präfektur Niigata die Reaktoren 6 und 7 in Kashiwazaki-Kariwa für sicher. 

Das Parlament ist sich in diesem Punkt aber uneinig. Ein Oppositionsabgeordneter nennt den Schritt eine "politische Einigung, die den Willen der Bevölkerung von Niigata ignoriert" . Es kam auch zu Demonstrationen vor dem Parlament, in denen die Teilnehmer sich gegen die Wiederinbetriebnahme aussprachen. Sie hoben Banner mit Slogans wie "Unterstützt Fukushima" , "Keine Atomenergie" und "Wir lehnen den Neustart von Kashiwazaki-Kariwa ab"  in die Höhe.  

Das Unglück von Fukushima

Der Reaktor wurde vor 15 Jahren stillgelegt. Der Grund dafür ist die Nuklearkatastrophe von Fukushima , die am 11. März 2011 ihren Anfang nahm. Um 14:46 Uhr (Ortszeit) ereignete sich das Tōhoku-Seebeben, wodurch ein Tsunami ausgelöst wurde. Dabei erreichten die hohen Wellen auch die Küste am japanischen Kernkraftwerk Fukushima Daiichi (Fukushima I).

Es kam in den nachfolgenden Tagen bis zum 16. März in vier von sechs Reaktorblöcken zu Folgeschäden, die zu Kernschmelzen in Block 1, 2 und 3 führten. Große Mengen an radioaktivem Material wurden freigesetzt, was ungefähr einem Fünftel der radioaktiven Emissionen der Nuklearkatastrophe von Tschernobyl entsprach.


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