Die verhängnisvollen Folgen von Fukushima
Bis zu 150.000 Einwohner mussten infolgedessen das Gebiet vorübergehend oder dauerhaft verlassen. Während der Evakuierungsmaßnahmen starben unterschiedlichen Schätzungen zufolge mehrere Hundert bis über Tausend Menschen.
Die gesundheitliche Gefahr infolge von Strahlenbelastung wurde für die Bevölkerung dagegen als gering eingestuft. Dennoch wurde der Tod eines Arbeiters im Jahr 2018 durch Lungenkrebs mit seiner Tätigkeit im Kernkraftwerk in Verbindung gebracht.
Die japanische Atomenergiebehörde JAEA plant nun eine Reihe von Studien(öffnet im neuen Fenster) , um die Strahlungsbelastung in den bewaldeten Berggegenden zu erfassen. Denn rund 90 Prozent der Region, für die bis heute Evakuierungsanordnungen gelten, bestehen aus Wäldern. Anschließend sollen Dekontaminierungsmaßnahmen entwickelt werden, um sie wieder begehbar und nutzbar zu machen.
Schrittweise Inbetriebnahme der japanischen Atomkraft
Infolge des Super-Gaus nahm die japanische Regierung zeitweise alle ihre 54 Reaktoren im gesamten Land vom Netz. In der Präfektur Niigata zerstörte die Kontamination Sektoren wie die Landwirtschaft, die Fischerei und den Tourismus. Die Energiekosten in Japan steigen zudem seit Jahren.
Derzeit stammen 60 bis 70 Prozent des japanischen Stroms aus importierten fossilen Brennstoffen. Doch seit dem Beginn des Ukraine-Kriegs steigen die Preise und die damit verbundene Inflation. Entsprechend hoch ist der Druck auf die Regierung von Ministerpräsidentin Sanae Takaichi.
Fukushima: Wirtschaftlicher Druck für Tepco, die Region und Japans Regierung
Auch der Tepco-Konzern drängt seit langem darauf, seine eigenen Atomreaktoren wieder hochfahren zu dürfen. Damit könnten die hohen Importkosten für ersatzweise betriebene Wärmekraftwerke gesenkt werden.
Die Entsorgungsarbeiten sollen noch bis nach 2050 andauern und kosten den Konzern bereits jetzt ungefähr 93 Milliarden Euro. Der Neustart eines Reaktors könnte den Jahreshaushalt um 579 Millionen Euro entlasten. Da Tesco seit Jahren eine negative Bilanz verzeichnet, ist der Energieversorger auf die Inbetriebnahme in Niigata angewiesen.
Über die letzten Jahre wurden etliche Sicherheitsüberprüfungen durchgeführt und seitdem hat Japan 14 der 33 noch betriebsfähigen Atomreaktoren wieder ans Netz gebracht. Ungefähr zehn Prozent des japanischen Strombedarfs werden somit von Atomkraftwerken geliefert. Der Anteil soll bis zum Jahr 2030 auf 22 Prozent steigen. Und seit drei Jahren dürfen einige frühere Anwohner wieder in einige vormalige Sperrgebiete zurückkehren.
Nachtrag vom 18. Januar 2026, 19:27 Uhr
Ursprünglich hieß es in der Überschrift des Artikels, das Atomkraftwerk Fukushima werde wieder in Betrieb genommen. Der Fehler wurde korrigiert.