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Atomkraft: USA droht Engpass bei Uranversorgung

Nach der Wiederinbetriebnahme von Atomreaktoren und dem geplanten Ausbau insbesondere von SMRs gibt es Warnungen vor einem Uranmangel.
/ Mario Petzold
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Die Clinton Power Station in Illinois, USA, soll die nächsten 20 Jahre Strom für Meta produzieren. (Bild: Getty Images/Scott Olson)
Die Clinton Power Station in Illinois, USA, soll die nächsten 20 Jahre Strom für Meta produzieren. Bild: Getty Images/Scott Olson

Laut einem Bericht der Financial Times(öffnet im neuen Fenster) (Paywall) wird bis Ende des Jahrzehnts eine Versorgungslücke bei angereichertem Uran erwartet. Das prognostiziert Centrus Energy(öffnet im neuen Fenster) , einer von zwei Lieferanten des Spaltmaterials für den US-amerikanischen Markt.

Zwar sollen die Produktionskapazitäten in den kommenden Jahren für 2,3 Milliarden US-Dollar ausgebaut werden, aber bereits jetzt ist die Nachfrage nach Uran gestiegen. Mehrere Atomkraftwerke in den USA, unter anderem Three Mile Island(öffnet im neuen Fenster) , wurden reaktiviert oder sollen länger betrieben werden, als ursprünglich geplant. Zudem wird erwartet, dass beginnende praktische Versuche mit Small-Modular-Reaktoren (SMR) zum erhöhten Bedarf an angereichertem Uran beitragen werden.

Politische Entscheidungen tragen ihren Teil bei

Seit 2018 erhöhte sich der Preis für das vorbereitete Spaltmaterial um knapp 300 Prozent. Wenn ab 2028 kein russisches Uran in den USA mehr verwendet werden darf, wird mit einem weiteren Preisanstieg gerechnet.

Insgesamt kommt nur ein Viertel des angereicherten Urans für die US-Stromproduktion aus den USA selbst. Der Rest stammt laut dem Bericht vom französischen Hersteller Urenco.

Ausbau könnte zu lange dauern

Derzeit sollen die Produktionskapazitäten erhöht werden, aber laut Amir Vexler, CEO von Centrus Energy, besteht die realistische Möglichkeit, dass die Nachfrage schneller steigt, als sich das Angebot erhöhen lässt. Das könnte zu einem großen Problem werden.

Dass die Uranvorkommen irgendwann zur Neige gehen werden, ist schon seit Längerem bekannt, aber die aktuelle Situation in den USA mit einer geplanten Ausweitung der Energieproduktion aus Kernspaltung könnte die bevorstehenden Engpässe verschärfen.

Uranknappheit schon seit Längerem bekannt

2006 rechnete der wissenschaftliche Dienst des Bundestages(öffnet im neuen Fenster) damit, dass die weltweit bereits gesicherten Vorkommen noch 47 Jahre ausreichen würden, also bis zum Jahr 2053. Nimmt man weitere Vorkommen hinzu, die noch nicht ausreichend erkundet sind, kämen noch einmal 20 Jahre hinzu.

Eine aktuelle Studie der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD)(öffnet im neuen Fenster) von 2024 kommt zu dem Schluss, dass insgesamt 8 Millionen Tonnen Uran weltweit gefördert werden können. Ohne einen weiteren Ausbau der Kernkraft würde diese Menge ungefähr 100 Jahre ausreichen.


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