Atomkraft: China plant Flüssigsalzreaktoren

Um Strom ohne Kohlendioxid-Emissionen zu produzieren, setzt China auch auf Atomkraft.

Artikel veröffentlicht am ,
Chinesisches Atomkraftwerk (Symbolbild): Flüssigsalzreaktoren sollen effizienter und sicherer sein.
Chinesisches Atomkraftwerk (Symbolbild): Flüssigsalzreaktoren sollen effizienter und sicherer sein. (Bild: Frederic J. Brown/AFP via Getty Images)

Um die selbst gesetzten Klimaziele zu schaffen, setzt China auch auf Atomkraft: Das Land will den ersten Flüssigsalzreaktor bauen. Er könnte 2030 fertig sein.

Ein Team von Wissenschaftlern des Shanghai Institute of Applied Physics hat das Design für einen solchen Reaktor in einer chinesischen Fachzeitschrift vorgestellt. Ein Flüssigsalzreaktor hat einige Vorteile gegenüber herkömmlichen Reaktoren. Unter anderem soll er sicherer sein.

So wird er nicht mit Brennstäben aus Uran, sondern mit flüssigem Thorium betrieben. Sollte bei einem Unfall ein Leck in Reaktor auftreten, würde das Thorium schnell abkühlen und sich verfestigen. Dadurch würde weniger radioaktive Strahlung freigesetzt.

Thorium eignet sich nicht für Atomwaffen

Zudem kann Thorium nicht zum Bau von Atomwaffen genutzt werden. China soll deshalb erwägen, diese Technik zu exportieren. So könnten Flüssigsalzreaktoren in Ländern gebaut werden, die sich an dem von China initiierten Infrastrukturprojekt The Silk Road Economic Belt and the 21st-century Maritime Silk Road, kurz: One Road, One Belt, beteiligen, das China enger an die Staaten Eurasiens anbinden soll.

Weiterer Vorteil eines solcher Flüssigsalzreaktors ist, dass kein Wasser als Kühlmittel gebraucht wird. Dieser Reaktortyp kann also auch in trockenen Regionen gebaut werden. Die Regierung erwäge Standorte in den Wüsten und dünn besiedelten Gebieten West- und Zentralchinas, berichtet die Hongkonger Tageszeitung South China Morning Post (SCMP).

China will 2060 kohlendioxidneutral sein

Von da aus sollen sie die bevölkerungsreichen Provinzen im Osten mit Strom versorgen - zusammen mit Kraftwerken, die Strom aus Wasserkraft, Wind und Sonnenlicht gewinnen. Das Ziel der Regierung ist, dass China bis zum Jahr 2060 kohlendioxidneutral wird.

Flüssigsalzreaktoren seien vielseitig einsetzbar, klein und hochflexibel. Sie hätten Vorteile in Bezug auf Effizienz, Flexibilität und Wirtschaftlichkeit. Sie könnten demnach eine Schlüsselrolle bei der Umstellung auf saubere Energie spielen, zitiert die SCMP aus dem Artikel in der Zeitschrift.

An Flüssigsalzreaktoren wird bereits seit mehreren Jahrzehnten in verschiedenen Ländern gearbeitet. In den USA etwa will das von Bill Gates mitgegründete Startup Terrapower einen Flüssigsalzreaktor bauen. Bisher scheiterten die Projekte jedoch an technischen Problemen. Der erste Prototyp eines solchen Reaktors entsteht in der Wüste der Provinz Gansu. Der Bau ist so gut wie abgeschlossen, die ersten Tests sollen im September starten.

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Manuel2020 09. Mär 2022

Ja, das gehört zu einer ehrlichen Rechnung dazu und um Äpfel mit Äpfeln zu vergleichen...

sigii 22. Jul 2021

Hier im Sonnigen Bayern gibts immer noch wahnsinnig viele unbedeckte Daecher. Ich wohn...

M.P. 22. Jul 2021

Der THTR in Hamm hatte einen Trocken-Kühlturm. https://upload.wikimedia.org/wikipedia...

Seitan-Sushi-Fan 21. Jul 2021

Wasserkraft und Geothermie sind ebenfalls regenerative Quellen für Strom. Wenn du den...



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